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In diesem sehr kurzen Unterkapitel
werden nur die wichtigsten Dinge aufgezählt (und verlinkt), die wir
über Kristalle bereits gelernt haben. |
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Betrachten wir zunächst den
Idealkristall |
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Ein Idealkristall
definiert
sich über
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Das Gitter ist ein mathematisches
Konstrukt; eine sinnvolle Klassifizierung nach Symmetrien benutzt die 14
Bravais
Gitter |
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Jeder Vektor T des Gitters
läßt sich durch eine geeignete Kombination der im Ortsraum
definierten Basisvektoren
ai darstellen: |
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| T = n1 ·
a1 + n2 ·
a2 + n3 ·
a3 |
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Dabei sind die ni ganze
Zahlen (inkl. der Null). Ein so definierter Vektor T endet
immer auf einem Gitterpunkt und heißt auch
Translationsvektor
des Gitters weil eine Verschiebung des Gitters um T das
ideale, d.h. ¥ ausgedehnte Gitter
unverändert läßt. |
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Man muß aber
zur Beschreibung eines Kristalls nicht unbedingt eine auf Bravaisgitter oder
primitiven Gittern beruhende Elementarzelle nehmen, es gibt auch noch eine
andere Optionen: Die Wigner-Seitz
Elementarzelle wird
hier wichtig werden; wir schauen sie mal kurz an. |
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Gegeben sei ein beliebiges Gitter (schwarz; hier
zweidimensional). Von einem willkürlichen Gitterpunkt aus ziehen wir
Strecken zu benachbarten Gitterpunkten (blau), auf denen wir Mittelhalbierende
errichten (rot). Die Mittelhalbierenden bilden einen geschlossenen Polygonzug
sobald wir genügend viele Strecken konstruiert haben. |
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Im Dreidimensionalen resultiert ein Polyeder -
die Wigner-Seitz Elementarzelle. Das
resultierende (etwas unelegante) Gitter ist zur Konstruktion eines Kristalls
genau so gut geeignet wie das ursprüngliche Gitter, wir müssen nur
vereinbaren, dass wir die Basis in das Zentrum der Wigner-Seitz Zelle
setzen. |
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Die Konstruktion mag die vorhandenen Symmetrien
verbergen und unelegant erscheinen - aber sie ist universell und wird sich als
nützlich erweisen. |
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Die Basis beschreibt die Konfiguration der
Atome; d.h. ihre Art, Zahl und Anordnung im Raum. |
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Eine Basis kann sehr einfach sein, z.B ein Atom
der Sorte i auf den Koordinaten (0 0 0) eines cartesischen
KO-Systems. |
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Sie kann aber auch sehr kompliziert sein und
viele Atome verschiedener Sorten umfassen. Wir haben dann j Sätze
von Vektoren ri die zu den Atomen einer
Atomsorten i führen; und soviel Sätze j wie
Atomsorten. |
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Im Gegensatz zum Idealkristall
besteht ein Realkristall meist aus sehr
vielen kleinen Kristalliten, die wiederum
Gitterdefekte
enthalten. Grob klassifiziert unterscheiden wir vier Defekttypen: |
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0-dimensionale
Defekte; z.B Atomare Fehlstellen. |
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1-dimensionale
Defekte; das sind die Versetzungen. |
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2-dimensionale
Defekte; z.B. Korngrenzen oder Phasengrenzen. |
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3-dimensionale
Defekte; z.B. Ausscheidungen. |
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Beschreibung von
Richtungen und
Ebenen in Kristallen: |
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Grundsätzlich wird im Koordinatensystem des
durch die Basisvektoren definierten Gitters gearbeitet. In nicht-kubischen
Kristallen (d.h. nicht-cartesischen Systemen) ist dann bei den vertrauten
Formeln der Vektorrechung
Vorsicht
geboten! |
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Grundsätzlich werden für
die Beschreibung von Richtungen und Ebenen die
Miller-Indizes
verwendet. Die Beschreibung bezieht sich immer auf das Gitter. Die Zentren einzelner Atome
müssen deshalb nicht auf Richtungen oder Ebenen liegen. |
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Die Konvention für die
Richtungs- und
Ebenenindizierung ist:
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| <u v w> |
= |
Gesamtheit der kristallographisch gleichwertigen Richtungen. |
| [u v w] |
= |
Spezifische Richtung. |
| {h k l} |
= |
Gesamtheit der kristallographisch gleichwertigen Netzebenenscharen. |
| (h k l) |
= |
Spezifische Netzebenenschar. |
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© H. Föll (MaWi 2 Skript)