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Mit dem Input "Potential"
und der Schrödingergleichung als "Datenverarbeiter" erhalten wir
als Output die möglichen Zustände des Systems das wir berechnen.
Bisher war das immer ein Elektron. |
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Ein Zustand wird durch eine von typischerweise ¥ viel möglichen Wellenfunktionen plus einer zugehörigen Gesamtenergie definiert.
Die Sortierung der ¥ vielen
Lösungen erfolgt durch ein mehr oder minder umfangreiches System von
Quantenzahlen. |
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Typischerweise tauchen in der
Wellenfunktion Ausdücke der Form exp(ikr) auf. In der
Reinform haben wir dann eine
ebene
Welle. Die Größe k heißt
Wellenvektor, sie enthält die folgenden
Informationen über die ebene Welle:
- Ausbreitungsrichtung der Welle (in k Richtung).
- Die Wellenlänge l = 2p/k.
- Den Impuls der Welle p =
k.
- Die Energie
Ek der (ebenen) Welle in der Form einer Dispersionsrelation
Ek = (
k)2/2me.
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Alle Wellensorten könen durch
geeignete Überlagerungen von ebenen Wellen dargestellt werden. Die
Bedeutung des Wellenvektors (oder dann der Wellenvektoren) bleibt erhalten,
jedoch kann sich die Dispersionsrelation
Ek(k) stark ändern. |
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In der formalen Beschreibung eines
Zustands taucht die Zeit nicht auf. Ein
Elektron in einem Zustand tut so gesehen
nichts, es existiert in zeitlich unveränderlicher Form; nichts
passiert. |
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Falls was passieren sollte, d.h. falls sich was ändern
sollte, hat sich nicht der Zustand geändert, sondern das Elektron hat
seinen Zustand gewechselt. Es wird jetzt
durch eine andere Wellenfunktion beschrieben und hat, wenn sich wirklich was
ändern soll, jetzt auch eine andere Energie. |
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Die interessanten Zustandsänderungen
bedingen damit Energieaufnahme oder -abgabe, und das immer in Quanten, die zum Abstand der Energieniveaus
passen. |
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Der Energieerhaltungssatz erzwingt
einen Partner für Zustandsänderungen. Die Energie muss von
"jemand" kommen oder an "jemand" gehen. Die Auswahl an
Partnern für die uns interessierenden, im Kristall herumlaufenden
"freien Elektornen" ist aber begrenzt; wir haben nur:
- Atomkerne (aus Protonen und Neutronen zusammengesetzt) + Elektronen = Atome
oder Ionen = "der Kristall" für uns.
- Andere (freie) Elektronen.
- Photonen = "Lichtteilchen".
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Das war's. In den drei
Möglichkeiten steckt alles, was uns in dieser Vorlesung interessiert: |
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Die Nummer 1 koppelt die Vibrationen der
Kristallatome oder ihre thermische Energie an die freien
Elektronen, die im Leiter und Halbleiter den Strom tragen. Hier kommt die
Temperatur
als wesentlicher Parameter ins Spiel. |
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Die Nummer 2 ist trickreich. Unser Elektron muss die anderen Elektronen vermeiden
wie die Pest - es gilt das Pauli Prinzip. Das ist entscheidend
für die Stromleitung und viele andere Materialeigenschaften. |
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Hinter der Nummer 3 verbirgt sich die
Solarzelle, die "light emitting diode" oder LED, der
Halbleiter-Laser und so ziemlich alles was entfernt mit Licht zu tun hat. |
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Deswegen müssen wir uns mit den
Grundlagen der Quantentheorie beschäftigen. Man (und frau) kann moderne
ET&IT sonst nicht mal ansatzweise verstehen. |
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Dieser
Abschnitt gibt die Essenz dieses bereits mehrfach empfohlenen
Links
wieder. |
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In der Übungsaufgabe
2.3-1 haben wir für
die Wellenfunktion eines Elektrons (multipliziert mit dem
Phasenfaktor ±exp [i ·
w · t]) eine laufende, ebene Welle
bekommen, beschrieben durch. |
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| y(r,t) |
= |
A · exp[i · k ·
r] · exp± [i · w · t] |
= |
A · exp[i · k ·
r ± i · w ·
t] |
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Je nach Vorzeichen ± des
Phasenfaktors läuft die Welle nach links oder rechts (selbst
überlegen warum). Wir nehmen im Folgenden das Zeichen |
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Wir nehmen das mal als typisch
für Wellenfunktionen und schauen uns an, was das bedeutet. Falls wir
erstmal nur den Realteil verwerten, erhalten wir |
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| Re y(r,t) |
= |
A · cos[ k · r
w · t] |
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Es handelt sich um eine
laufende ebene Welle, da die Phase
wt sich linear mit der Zeit
ändert. Zu jedem Zeitpunkt ti sieht man eine
Momentaufnahme der Welle; etwas
später zum Zeitpunkt ti + Dt, hat sich der Cosinus etwas
"verschoben" - die Welle "läuft"; wie weiter unten
dargestellt. |
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Für den Imaginärteil gilt
natürlich im Prinzip dasselbe. |
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In der Quantenmechanik betrachten wir
nicht nur den Realteil, denn die Wellenfunktion ist eine intrinsisch komplexe Funktion, d.h. nicht nur aus
Gründen der Schreibökonomie. |
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Physikalische Bedeutung hat aber (für uns)
nur das Betragsquadrat der Wellenfunktion,
y · y*; und
das ist eine reelle Funktion oder Zahl. Wir
erhalten: |
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Das Betragsquadrat dieser Wellenfunktion ist also eine
Konstante, r und t "fliegen raus".
Deswegen kann man den Phasenfaktor getrost
immer gleich
weglassen. |
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Damit ist die Aufenthaltwahrscheinlichkeit des
Elektrons im betrachteten Raum überall gleich. Unten ist die
Wellenfunktion für zwei verschiedene Zeiten und die
Aufenthaltswahrscheinlichkeitsdichte
|y|2 dargestellt. |
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Falls jemand die Übungsaufgabe
2.3.1-1 auch für
feste
Randbedingungen (richtig) gerechnet hat, wird als Lösung der
Schrödingergleichung stehende Wellen
bekommen haben. |
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Stehende Wellen erhält man immer indem man
zwei in entgegengesetzte Richtungen laufende Wellen überlagert. Die Formel
dazu sieht so aus: |
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| y(r,t) |
= |
exp[+ i · k
· r] · exp [i · w · t] ± exp[ i · k ·
r] · exp [i · w
· t] |
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Wie man die Überlagerung macht
ist egal - daher das ± Zeichen. |
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Betrachten wir den Fall mit der +
Überlagerung der beiden Wellen, so ergibt sich |
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| y(r,t) |
= |
2 · cos[k · r]
· exp [i · w ·
t] |
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Der Realteil dieser Funktion zeigt wiederum die
Eigenschaften dieser Welle: |
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| Re y(r,t) |
= |
2 · cos[ k · r]
· cos [ w · t] |
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Das Betragsquadrat der
Wellenfunktion, also die quantenmechanische
Aufenthaltwahrscheinlichkeit von z.B einem Elektron. ist nun nicht mehr
konstant im Raum, sondern gegeben durch |
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Und das sieht für zwei stehende Wellen
y1 und y2, mit Frequenz n1 und n2 = 2n1 (oder k2 =
2k1) so aus: |
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Die Wahrscheinlichkeitsdichte hat jetzt Maxima
und Minima an denen sie = 0 ist. |
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Kugelwellen sind Wellen, die sich
von einem Punkt aus in alle Richtungen gleichförmig ausbreiten.
Zweidimensional kennt das jede und jeder, die/der schon mal einen Stein ins
Wasser geworfen hat. |
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In der Welt der Physik/Materialwissenschaft
treten Kugelwellen aber auch auf wenn man z.B. Licht (oder Elektronenwellen
oder Phonen (= Gitterschwingungen) oder ...) an einem
"punkt"förmigen Streuzentrum
(ein Atom, ein anderes Elementarteilchen, eine Ausscheidung ...) , nun ja, halt
streut. |
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Jedes denkbare Streuzentrum ist hinreichend
punktförmig sobald es viel kleiner ist als die Wellenlänge der Welle,
die gestreut wird. |
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Die gestreute Welle wird im Nahfeld,
d.h. in der Nähe des Streuzentrums, beschrieben durch |
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| y (| r |,
t) = |
1
| r | |
· exp [i · (|k |
· | r| + wt)] |
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Und das sieht so aus: |
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Wie beschreibt man nun ein einzelnes Elektron, Proton, Neutron (oder, falls wir
gleich verallgemeinern: ein Atom, viele Atome; Herrn Schröder, das
Universum); das wir nicht als Lösung der Schrödingergleichung
bekommen, sondern von dem wir einfach wissen, daß es sich irgendwo, d.h. an einem halbwegs definierten Ort
befindet, und keinesfalls überall gleichzeitig sein kann. Außerdem
wird es evtl. auch noch mit einem halbwegs definierten Impuls herumlaufen. |
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Eine unendlich ausgedehnte ebene Welle mit
konstanter Aufenthaltswahrscheinlichkeit überall kann das einfach nicht
leisten. |
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Wir beschreiben das so, dass wir den
ebenen Wellenterm exp(ikr) beibehalten, aber das Teilchen
trotzdem halbwegs lokalisieren. |
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Wir betrachten jetzt also ein Elektron das aus
irgendwelchen Gründen nicht mehr gleichmäßig über den
ganzen Raum verschmiert ist, sondern in einem mehr oder weniger präzise
definierten Raumbereich lokalisiert ist.
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Es hat dann keinen reinen Wellencharakter mehr, sondern verhält
sich auch wie ein Teilchen, da es nur in einem bestimmten Raumbereich eine
endliche Aufenthaltswahrscheinlichkeit hat. |
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Rein mathematisch beschreiben wir
das mit einem Wellenpaket, das wir durch
eine Überlagerung von ¥ vielen
Wellen erhalten. . |
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Dazu nehmen wir Wellenvektoren mit verschiedenen
Amplituden; d.h. A = A(k) aus einem Intervall
[k Dk/2 , k +
Dk/2] |
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Die ¥
vielen Wellen werden aufaddiert oder integriert; wir erhalten |
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| y(|
r |, t) = |
k + Dk/2
ó
õ
k Dk/2 |
A(k) · exp[i
· (k · r + w · t)] · dk |
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Jetzt müßte es im Kopf klingeln: Das
sieht nicht nur wie eine
Fouriertransformierte
aus, sondern das ist die Fouriertransformiert des "Spektrums", der
Verteilung der Amplituden auf die k-Werte (und damit auch auf die
Frequenzwerte). |
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Was dabei rauskommt
sieht etwa so aus: |
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Elektron als Wellenpaket
zu verschiedenen Zeiten.
Der Realteil der Wellenfunktion ist rot dargestellt,
die Wahrscheinlichkeitsdichte (= Betrag yy*) ist blau. |
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Kann man das einfach verstehen? Ja -
wir brauchen nur einen Haufen Sinüsse mit verschiedenen Wellenlängen
zu nehmen, die wir so überlagern, daß bei x = 0 alle
den Wert 1 haben. |
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Die Überlagerung produziert dann bei
x = 0 einen ziemlich großen Wert, aber etwas entfernt davon
gibt es nur noch ein wildes Gewusel aller möglichen Werte, die sich
gegenseitig aufheben. |
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Etwas vornehmer ausgedrückt: Die
Fouriertransformierte einer Deltafunktion enthält alle Frequenzen von
0 bis ¥ mit gleicher Amplitude.
Engen wir den Frequenzraum ein (indem wir z.B. die Amplitude mit wachsendem
Abstand von einer Grundfrequenz auf 0 fahren, ergibt sich ein
Wellenpaket. |
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Das Wellenpaket hat also eine Unschärfe des
Wellenvektor von Dk, und damit eine
Impulsunschärfe. Nach der
Unschärferelation ist das
Elektron daher auf einen endlichen Raumbereich Dx beschränkt, im Gegensatz zum Elektron
als laufende Welle, das im gesamten Raum verteilt ist. |
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In der klassischen Physik gibt es
nicht nur Teilchen, es gab immer schon auch Wellen - z. B. elektromagnetische
Wellen, Wellen in Wasser, und akkustische Wellen. |
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In der Tat: Bläst man in eine
Orgelpfeife oder Flöte der Länge
L, regt man eine stehende Welle im Druck
p der folgenden Form an: |
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| p( x, t) |
= |
p0 |
exp[+ i · k · x] · exp [i
· w · t] ±
exp[ i · k · x] · exp [i ·
w · t] |
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| k |
= |
2pn /L
oder nl = L |
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| n |
= |
1, 2, 3, 4, .. |
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In anderen Worten: In der Orgelpfeife (oder auf
der Violinsaite) können nur Wellen "leben", deren
Wellenlängen l exakt in die Länge
L passen. |
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Bläst man in ein kugelförmiges
Musikinstrument (z. B. eine Okarina) regt man ... . Genau!
Man regt nahe Verwandte der Kugelwellenfunktionen des Wasserstoffatoms an!
Deshalb war die Mathematik des Wasserstoffatoms schon vor seiner "Erfindung"
bekannt! |
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Was also ist neu? Nun - alles. Teilchen
können jetzt einiges, was sie klassisch niemals könnten:
- Sie können (mit sich selbst!) interferieren, d. h. sich gegenseitig
verstärken oder auslöschen.
- Sie können an periodischen Strukturen gebeugt werden.
- Sie werden von Hindernissen beeinflusst, die sie auf ihrer Flugbahn gar
nicht tangieren.
- Sie können durch massive Wände einfache "tunneln".
- Sie können "überall" gleichzeitig sein (Wo genau
"ist" denn eineWelle?)
- Sie können auf Randbedingungen wie "Flötenlänge"
reagieren und nur noch diskrete Zustände einnehmen.
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Eine Frage müßte sich
aufdrängen:Was für eine Wellenlänge hat denn ein Teilchen wie z.
B. ein Elektron? Das kann man mit dem schon Gelernten selbst herausfinden! |
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OK - gehen wir mal ganz kurz durch
die obige Liste. Und was folgt sind nicht Spekulationen sondern durch zahllose
Experimente bis ins Kleinste bestätigte Fakten. |
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Interferenz von Teilchen? |
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Teilchen als
Teilchen laufen mit konstantem v gegen eine Wand mit
zwei schmalen Schlitzen. Entweder laufen sie durch die Schlitze oder sie werden
reflektiert. Hinter der Wand findet man Teilchen nur exakt hinter den Schlitzen
(mit "Wahrscheinlichkeit" w = 1) und sonst nirgendwo
(d. h. mit "Wahrscheinlichkeit" w = 0). |
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Teilchen als (ebene)
Welle (oder wer's lieber hat: als Wellenpakete) laufen mit
konstantem k gegen eine Wand mit zwei schmalen Schlitzen.
Jedes Teilchen läuft gleichzeitig durch beide Schlitze und interferiert mit sich selbst. Die
Wahrscheinlichkeit, das Teilchen hinter der geschlitzten Wand zu finden, sieht
aus wie ein typisches Interferenzmuster, denn es ist ein
Interferenzmuster. |
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Beugung an an periodischen
Strukturen, |
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Ein optisches Gitter ist eine periodische
Struktur; Licht wird daran gebeugt falls
die Gitterkonstante und die
Wellenlänge vergleichbare Größenordnungen haben - d. h. im
µm Bereich liegen. |
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Ein Kristall ist eine periodische Struktur mit
einer Gitterkonstante im Angström (Å) Bereich (= 0.1
nm). Materiewellen werden daran gebeugt,
falls ihre Wellenlänge ebenfalls in diesem Bereich liegt - was sie
für Elektronen tut, wie wir wissen falls wir
Aufgabe 2.3-2 gemacht
haben |
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| Beugung von Licht am
optischen Gitter |
Beugung von
Materiewellen am Kristallgitter |
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Was für die Elektrotechnik der Oszillograph,
ist für die Materialwissenschaft die Beugung von
"Teilchenwellen" oder Materiewellen am Kristall. Wir werden das
später brauchen und ausführlicher besprechen. |
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Wellen, eigentlich nicht
vorhandene Hindernisse, und der Tunneleffekt |
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Kommt ein Teilchen geflogen, auf der Höhe
h0, mit der kostanten Geschwindigkeit v. Dann
ist da noch eine knallharte Mauer mit der Höhe h <
h0 (Bilder oben) oder h >
h0 (Bilder unten). Schaun' mer mal was klassischen
Teilchen und Teilchenwellen dabei so passiert. |
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| Klassisches Teilchen und
Mauer |
Materiewelle und
Mauer |
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Was ein klassisches Teilchen macht ist
völlig klar: Es fliegt entweder über die Mauer und nimmt sie dann
überhaupt nicht wahr, oder es knallt dagegen und wird reflektiert. Eine
Materiewellen dagegen macht sehr merkwürdige Dinge:
- Es nimmt die Mauer auch dann wahr, wenn es problemlos drüberfliegen
könnte. Ein Teil der Welle wird reflektiert, der Rest fliegt weiter.
- Falls es tief genug fliegt um gegen die Mauer zu knallen, wird es zwar
reflektiert, aber nur ein Teil, der Rest "tunnelt" durch die Mauer
und fliegt auf der anderen Seite weiter. Wir haben den Tunneleffekt.
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Wie darf man das verstehen? Schlicht und
ergreifend so, dass die Betragsquadrate der Wellenfunktionen für die
Zustände "Reflektiert obwohl es
drüber paßt" (= yr, d) und "Durchgetunnelt obwohl es knallt" (= yd,
k) nicht Null sind. Es besteht eine endliche Wahrscheinlichkeit
dafür, das (ganze) Teilchen mit v oder v rechts oder
links der Mauer zu finden. Wie groß diese Wahrscheinlichkeiten sind (d.h.
die Zahlenwerte von |yr,
d|2 und |yd,
k|2) hängt von der Höhe (und vor allem auch
Dicke) der Mauer ab. |
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Der Tunneleffekt scheint etwas ziemlich
exotisches zu sein. Der Schein trügt! Er kommt in jedem modernen
Mikroelektronik Chip und in vielen anderen ET Produkten sehr stark zum
Tragen! |
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Wellen können überall
gleichzeitig sein. |
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Ein klassisches Teilchen ist entweder hier oder
dort - mit hoher Präzision. Von hier nach dort kommt es durch eine
entsprechende Bewegung; dazu braucht es eine Zeit Dt, die man ausrechnen kann.und die nicht
beliebig klein sein kann, sagt A. Einstein. |
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Wo ist denn eine ebene Welle y0 · exp(i · k ·
r) gerade? Oder Dt
später? Wie wir in Übung 2.3-1 (hoffentlich) ausgerechnet
haben, ist die Aufenthaltswahrscheinlichkeit y0 · y0 = |y0|2 für das
zugehörige Teilchen überall konstant. |
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Was bedeutet konkret eine Aussage wie "die
Aufenthaltswahrscheinlichkeit ist überall konstat und = 0,1"?
Wenn ich eine Messung an einem definiertem Ort mache, finde ich ja keine zentel
Teilchen, sondern mein Messinstrument sagt mir eindeutig, "das Teilchen
war zum Zeitpunkt to der Messung bei
(xo, yo, zo)
entweder komplett da oder komplett nicht da". So ist das auch - der
Detektor registriert entweder ein komplettes Teilchen oder gar keines. Wenn ich
für unser Beispiel 1000 mal messe, wird es etwa 100 mal da
sein und 900 mal nicht. Genau wie auch sonst in der Stochastik: Ein
Würfel gibt jede Zahl auf seinen Seitenflächen mit der gleicher
Wahrscheinlichkeit 1/6, aber bei jedem Wurf eben nur eine einzige wohldefinierte Zahl. |
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Wie ist das bei anderen Wellen? Exakt so wie bei
"gezinkten" Würfeln. Die Wahrscheinlichkeiten sind nicht mehr
überall gleich, sondern wir haben jetzt eine Aufenthaltswahrscheinlickeit
|y0|2(x,
y, z, t) die eine Funktion des Ortes und
vielleicht der Zeit ist. |
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Man könnte sich natürlich ein
Wellenpaket nach obigem Vorbild auch so
konstruieren, dass nur ein scharfer Peak vorhanden ist mit minimalen
"Unterschwingern". Dann weiß man ziemlich genau wo das Teilchen
sein muss; man hat es bis auf ein kleines Dx lokalisiert. Aber je schärfer defniert,
je mehr Wellen mit exp[i · (kn ·
x) mit verschiedenen kn muss ich
überlagern (für eine d Funktion
¥ viele). Das heißt, bei einem
solchen scharfen Wellenpaket weiß ich leider fast nichts mehr über
seinen Wellenvektor k und damit den Impuls p =
k. Er ist bestenfalls noch bis auf ein
Dk bestimmbar. Rechnet man das durch,
erhält man Dx ·
Dk < h als grundsätzliche
Eigenschaft aller Wellen - und da sollte
uns bekannt
vorkommen! |
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Wellen können auf
Randbedingungen wie "Flötenlänge" reagieren und dann nur
noch diskrete Zustände
einnehmen.. |
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Das ist eine gute Nachricht! Die Quantisierung
kommt in der Regel durch die Randbedingungen zustande (siehe
Übung 2.3-1). Ein
Orgelpfeife, eine Violinsaite, eine Tuba kann halt nicht alle Töne sondern
nur die, die geometriebedingt passen. |
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Richtig hörbar ist das aber nur in Bereichen
in denen Wellenlänge und Geometrie die gleiche Größenordung
haben. In das Instrument "Hörsaal" passen jede Menge Wellen mit
nahezu beliebigen Wellenlängen, die sehr viel kleiner sind als die
Ausdehnung des Raums; von der Quantisierung merkt man dann nichts mehr.
Lärm mit beliebigen Frequenzen ist möglich. In anderen Worten: In der
halbwegs makroskopischen Welt wird man von Quantisierung bei Teilchenwellen mit
sehr kleiner Wellenlänge (Aufgabe
2.3-2) nicht mehr viel
merken - es gilt die klassische Physik als sehr gute Näherung! |
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An dieser Stelle sieht man, warum die
Quantentheorie (fälschlicherweise) als Theorie "nur" für
das sehr Kleine gesehen wurde (und wird): Die Quantisierung ist bei
Randbedingungen für "große" Systeme nicht mehr
wahrnehmbar. Sie ist aber trotzdem da, und definiert die Zustände, auch
wenn Parameter wie Energie usw. unmessbar dicht nebeneinander sitzen. |
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Man kann jetzt leicht zum Schluss
kommen: |
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- Kann man nicht verstehen, sondern allenfalls in Form vom Mathe
nachvollziehen und ausrechnen.
- Die einschlägige Mathematik ist grundsätzlich involvierter als
bei der klassischen Physik
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Ja schon - aber:
- Dauert "verstehen" halt ein Weilchen, wenn man mit etwas
völlig Neuem konfrontiert wird.
- Werden wir die involvierte Mathe (Operatoralgebra, Hilbertraum, ..)
weitgehend vermeiden.
- Gibt es eine Vereinfachung derart, dass man die altbekanten klassischen
Formeln und Begriffe (sowie die "Denke") weiter benutzen darf,
vorausgesetzt man hat den einen oder anderen Parameter geeignet umdefiniert.
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Punkt 3 beschreibt, was was
wir hier weitgehend tun werden. |
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Also: Kein Grund zur Panik. Wer z. B.
den klassischen, angetriebenen,
harmonische Oszillator mit Reibung beherrscht, braucht keine Angst vor dem
was kommt zu haben! Wir werden ihn nicht
quantenmechanisch angehen! |
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© H. Föll (MaWi für ET&T - Script)