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In Kapitel 2.2.2 haben wir für
periodische Randbedingungen
für die Wellenfunktion des Elektrons eine laufende, ebene Welle bekommen,
beschrieben durch. |
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| y(r,t) |
= |
A · exp[i · k ·
r] · exp [i · w
· t] |
= |
A · exp[i · k ·
r + i · w ·
t] |
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Betrachten wir diese Funktion nun
etwas näher. Falls wir nur den Realteil verwerten, erhalten wir |
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| Re y(r,t) |
= |
A · cos[ k · r
+ w · t] |
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Es handelt sich also offensichtlich
um eine laufende ebene Welle, da die Phase sich linear mit der Zeit
ändert. Zu jedem Zeitpunkt ti sieht man eine
Momentaufnahme der Welle; etwas
später zum Zeitpunkt ti + Dt, hat sich der Sinus etwas
"verschoben" - die Welle "läuft"; wie weiter unten
dargestellt. |
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Für den Imaginärteil gilt
natürlich in Prinzip dasselbe. |
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In der Quantenmechanik betrachten wir
nicht nur den Realteil, denn die Wellenfunktion ist eine intrinsisch komplexe
Funktion, d.h. nicht nur aus Gründen der Schreibökonomie. |
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Physikalische Bedeutung hat aber (für uns)
nur das Betragsquadrat der Wellenfunktion,
y · y*; und
das ist eine reelle Funtion oder Zahl. |
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Wir erhalten: |
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Das Betragsquadrat dieser Wellenfunktion ist also eine
Konstante, r und t "fliegen raus".
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Damit ist die Aufenthaltwahrscheinlichkeit des
Elektrons im betrachteten Raum überall gleich - wir
haben das bereits besprochen. Unten
ist die Wellenfunktion für zwei verschiedene Zeiten und die
Aufenthaltswahrscheinlichkeitsdichte
|y|2 dargestellt. |
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Falls wir
feste Randbedingungen gewählt
hätten, werden wir als Lösung der Schrödingergleichung stehende Wellen bekommen. |
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Die Formel dazu sieht so aus: |
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| y(r,t) |
= |
exp[+ i · k ·
r] · exp [i · w
· t] ± exp[ i · k ·
r] · exp [i · w
· t] |
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Eine stehende Welle ergibt sich
danach, falls man zwei Wellen die in entgegengesetzte Richtung laufen
überlagert. Wie man das macht ist egal - daher das ± Zeichen.
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Wir haben immer eine hin- und eine
zurücklaufenden Welle. Sowohl für die hin- als auch für die
rücklaufende Welle werden wir die gleiche Kreisfrequenz finden. Dies liegt
an der Inversionssymmetrie, die für alle (pysikalisch sinnvolle) Systeme
gilt, also w(k) =
w(-k). |
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Betrachten wir den Fall mit der +
Überlagerung der beiden Wellen, so ergibt sich |
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| y(r,t) |
= |
2 · cos[k · r]
· exp [i · w ·
t] |
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Der Realteil dieser Funktion zeigt wiederum die
Eigenschaften dieser Welle: |
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| Re y(r,t) |
= |
2 · cos[ k · r]
· cos [ w · t] |
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Das Betragsquadrat der
Wellenfunktion, also die quantenmechanische
Aufenthaltwahrscheinlichkeit von z.B einem Elektron. ist nun nicht mehr
konstant im Raum, sondern gegeben durch |
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Und das sieht für zwei stehende Wellen
y1 und y2, mit Frequenz n1 und n2 = 2n1 (oder k2 =
2k1) so aus: |
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Die Wahrscheinlichkeitsdichte hat jetzt Maxima
und Minima an denen sie = 0 ist. |
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Kugelwellen sind Wellen, die sich
von einem Punkt aus in alle Richtungen gleichförmig ausbreiten.
Zweidimensional kennt das jede und jeder, die/der schon mal einen Stein ins
Wasser geworfen hat. |
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In der Welt der Physik/Materialwissenschaft
treten Kugelwellen aber auch auf wenn man z.B. Licht (oder Elektronenwellen
oder Phonen (= Gitterschwingungen) oder ...) an einem
"punkt"förmigen Streuzentrum
(ein Atom, ein anderes Elementarteilchen, eine Ausscheidung ...) , nun ja, halt
streut. |
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Jedes denkbare Streuzentrum ist hinreichend
punktförmig, wenn es viel kleiner ist als die Wellenlänge der Welle
die gestreut wird. |
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Die gestreute Welle wird im Nahfeld,
d.h. in der Nähe des Streuzentrums, beschrieben durch |
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| y (| r |,
t) = |
1
| r | |
· exp [i · (|k |
· | r| + wt)] |
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Und das sieht so aus: |
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Wie beschreibt man nun ein einzelnes Elektron, Proton, Neutron (oder, falls wir
gleich verallgemeinern: ein Atom, viele Atome; Herrn Schröder, das
Universum); das wir nicht als Lösung der Schrödingergleichung
bekommen, sondern von dem wir einfach wissen, daß es sich irgendwo, d.h. an einem halbwegs definierten Ort
befindet, und keinesfalls überall gleichzeitig sein kann. Außerdem
wird es evtl. auch noch mit einem halbwegs definierten Impuls herumlaufen. |
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Eine unendlich ausgedehnte ebene Welle mit
konstanter Aufenthaltswahrscheinlichkeit überall kann das einfach nicht
leisten. |
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Wir beschreiben das so, dass wir den
ebenen Wellenterm exp(ikr) behalten, aber das Teilchen
trotzdem halbwegs lokalisieren. |
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Wir betrachten jetzt also ein Elektron das aus
irgendwelchen Gründen nicht mehr gleichmäßig über den
ganzen Raum verschmiert ist, sondern in einem mehr oder weniger präzise
definierten Raumbereich lokalisiert ist.
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Es hat dann keinen reinen Wellencharakter mehr, sondern verhält
sich auch wie ein Teilchen, da es nur in einem bestimmten Raumbereich eine
endliche Aufenthaltswahrscheinlichkeit hat. |
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Rein mathematisch beschreiben wir
das mit einem Wellenpaket, das wir durch
eine Überlagerung von ¥ vielen
Wellen erhalten. . |
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Dazu nehmen wir Wellenvektoren mit verschiedenen
Amplituden; d.h. A = A(k) aus einem Intervall
[k Dk/2 , k +
Dk/2] |
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Die ¥
vielen Wellen werden aufaddiert oder integriert; wir erhalten |
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| y(|
r |, t) = |
k + Dk/2
ó
õ
k Dk/2 |
A(k) · exp[i
· (k · r + w · t)] · dk |
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Jetzt müßte es im Kopf klingeln: Das
sieht nicht nur wie eine
Fouriertransformierte
aus, sondern das ist dei Fouriertransformiert des "Spektrums", der
Verteilung der Amplituden auf die k-Werte (und damit auch auf die
Frequenzwerte). |
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Was dabei rauskommt so etwa so
aus: |
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| Elektron als Wellenpaket zu
verschiedenen Zeiten. Der Realteil der Wellenfunktion ist durchgezogen
dargestellt, die Wahrscheinlichkeitsdichte gestrichelt. |
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Kann man das einfach verstehen? Ja -
wir brauchen nur einen Haufen Sinüsse mit verschiedenen Wellenlängen
zu nehmen, die wir so überlagern, daß bei x = 0 alle
den Wert 1 haben. |
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Die Überlagerung produziert dann bei
x = 0 einen ziemlich großen Wert, aber etwas entfernt
davon, gibt es nur noch ein wildes Gewusel aller möglichen Werte, die sich
gegenseitig aufheben. |
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Etwas vornehmer ausgedrückt: Die
Fouriertransformierte einer Deltafunktion enthält alle Frequenzen von
0 bis ¥ mit gleicher Amplitude.
Engen wir den Frequenzraum ein (indem wir z.B. die Amplitude mit wachsendem
Abstand von einer Grundfrequenz auf 0 fahren, ergibt sich ein
Wellenpaket. |
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Das Wellenpaket hat also eine Unschärfe des
Wellenvektor von Dk, und damit eine
Impulsunschärfe. Nach der Unschärferelation ist das Elektron daher
auf einen endlichen Raumbereich Dx
beschränkt, im Gegensatz zum Elektron als laufende Welle, das im gesamten
Raum verteilt ist. |
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Ein gewisses Problem eines
Wellenpaketes ist, daß es im Laufe der Zeit auseinanderlaufen kann (je
nach Dispersionsrelation). Dies ist im
obigen Bild extrem übertrieben dargestellt (für ein Elektron, das nur
so durchs Universum läuft, wären mehrere Alter des Universums
erforderlich, bevor es so auseinanderläuft wie dargestellt). |
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© H. Föll