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Wellen sind Wellen sind Wellen sind
Wellen sind... . Das
klassische Youngsche Experiment
mit Lichtwellen und Schlitzen in einer Blende gilt für jede Welle. |
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Am jedem Schlitz (Kratzer im Glas, Hindernis,
Atom, ...) werden von der einfallenden ebenen Welle
Kugelwellen angeregt.
Dabei soll in einer ersten Näherung
nur ganz wenig Energie in die Kugelwellen fließen - die einfallende Welle
wird also nicht nennenswert geschwächt. |
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Wir wissen aber aus der "allgemeinen
menschlichen Erfahrung" (die das Finanzamt immer gerne zitiert), daß
ein einziges Atom einen Röntgen- oder Elektronenstahl auch nicht merklich
beeinflussen kann; so ganz schlecht wird die Näherung also nicht
sein. |
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Die von vielen Atomen erzeugten Kugelwellen
interferieren miteinander;
das Ergebnis der Interferenz produziert irgendwelche neuen Wellen die neben der einfallenden (und in
dieser Näherung ungeschwächt weiterlaufenden) Welle jetzt
zusätzlich beobachtet werden können. |
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Im
klassischen
Experiment mit 2 Spalten sieht das so aus |
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Die von den zwei "Schlitzen" ausgesandten
Sekundärwellen (= Halbkugelwellen) verstärken sich durch
konstruktive Interferenz in
bestimmten Richtungen, in anderen Richtungen hingegen löschen sie sich
gegenseitig aus. Nehmen wir viele Spalten
oder "Kratzer" auf einem Glasstück, die in konstanten
Abständen angeordnet sind, erhalten wir ein (zweidimensionales)
optisches Gitter. Sekundärstrahlung
wird für eine gegebene Wellenlänge nur noch in wenigen ganz
bestimmten Richtungen auftreten; wir erhalten "Reflexe". |
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Hochenergetische Elektronen, die als
dünner (Primär)strahl von außen in einen Kristall geschossen
werden, verhalten sich im Kristall genauso wie außerhalb - nämlich
als Wellen. Da ihre Wellenlänge zu den Dimensionen der Atome
"paßt", regen sie diese zur Aussendung von Kugelwellen an. |
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Die von den Atomen ausgesandten Kugelwellen
verstärken sich durch konstruktive
Interferenz in bestimmten Richtungen, in anderen Richtungen hingegen
löschen sie sich gegenseitig aus. Alles wie oben - nur daß wir jetzt
dreidimensional sind. |
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Experimentell
finden wir, daß nur in einige wenige Richtungen Sekundärstrahlen
auftreten, d.h. Elektronenstrahlen den Kristall verlassen. Es erscheint als ob
der Primärstrahl in bestimmte Richtungen reflektiert wird, auf einem
Bildschirm um den Kristall herum erscheinen einige scharfe Reflexe. |
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Diese in Richtungen der
Beugungsmaxima gefundenen Reflexe werden auch als Bragg-Reflexe bezeichnet. Sie lassen sich z.B. mit Hilfe
eines Leuchtschirms nachweisen. |
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Die Beugung von Wellen am Kristallgitter wurde
1912 erstmals von Max von Laue nachgewiesen (allerdings für
Röntgenstrahlung). |
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Zunächst machen wir uns klar,
was wir ableiten wollen: Wir lassen eine ebene Welle unter irgendeinem Winkel
Q auf einen Kristall fallen. |
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Nach dem bereits Gesagten
müssen wir erwarten, daß sie einerseits einfach durch den Kristall
läuft, andererseits aber auch vielleicht an
Netzebenen
des Kristall reflektiert wird,
dabei gilt
dann Einfallswinkel = Ausfallswinkel |
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Diese Situation ist unten mal
vereinfacht gezeigt; die betrachtete Netzebenenschar des Kristalls wirkt in
diesem Bild auf die einfallende Welle wie
ein Spiegel auf Licht. Im Grunde brauchen wir für die prinzipielle
Betrachtung gar keine Atome, aber man darf sich getrost auf jedem Gitterpunkt
mal ein Atom vorstellen. |
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| Bragg Bedingung erfüllt: Reflektion |
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Die einfallende Welle hat den Wellenvektor
k, die reflektierte Welle den Wellenvektor
k'. Der Netzebenenabstand ist
dhkl; wir können ihn leicht aus den Miller
Indizes berechnen;
b ist der Gangunterschied zwischen zwei Netzebenen. |
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Die roten Linien markieren die Wellenfront in dem
hier interessanten Bereich; im Prinzip sind sie natürlich genau wie die
Netzebenen ¥ ausgedehnt (strichliniert
angedeutet). |
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Im Gegensatz zu
normalem Licht und einem normalen Spiegel wird jedoch nicht jede Welle reflektiert, sondern nur Wellen die einen ganz bestimmten Einfallswinkel
Q = QBragg
= QB haben oder, wie man auch sagt,
bezüglich des Winkels eine sigenannte "Bragg.Bedingung"
erfüllen. Warum das so ist, machen wir uns sofort klar. |
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Vorher nochmal das Bild von oben; nur der
Einfallswinkel Q wurde leicht geändert -
die Bragg Bedingung sei jetzt nicht mehr
erfüllt |
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| Bragg Bedingung nicht erfüllt: Durchgang |
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Das Bragg-Gesetzes oder die
Bragg-Beziehung, die wir herleiten
möchten, muß uns also sagen für welche
speziellen Winkel Reflektion erfolgt und was diese
Bragg-Winkel bestimmt. |
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Die Herleitung des Bragg-Gesetzes ist
verhältnismäßig einfach; insbesondere genügt es, nur
zwei Netzebenen aus der ganzen
Netzebenenschar zu betrachten. Wir nehmen
die eingezeichneten horizontalen Netzebenen
um das Bildchen einfach zu halten, wir könnten aber jede beliebige Netzebenenschar nehmen und was wir
herleiten gilt auch für jede beliebige Netzebenenschar {hkl}. |
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Betrachten wir die reflektierte Welle mit
Wellenvektor k', so sehen wir, daß
konstruktive
Interferenz dann und nur dann auftreten
wird, wenn der Gangunterschied
2b zwischen den an zwei benachbarten Netzebenen reflektierten
Wellen genau ein Vielfaches der
Wellenlänge l beträgt. |
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Das war's schon. Wir müssen die obige Prosa
nur noch als Formel hinschreiben: |
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| 2 · b |
= |
n · l |
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n = 1, 2, 3,.. |
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| b |
= |
dhkl · sinQ |
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Damit ergibt sich für den
spezifischen Winkel QB bei dem,
und nur bei dem Reflektion stattfindet die
gesuchte Bragg-Beziehung |
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| 2 · dhkl · sinQB |
= |
n · l |
| sinQB |
= |
n · l
2 · dhkl |
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Eine simple, aber bemerkenswerte
Gleichung! |
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Zunächst
fällt auf, daß für n · l > 2 · dhkl keine Lösungen existieren, d.h. für
Wellenlängen die größer sind als 2 mal die
Gitterkonstante a gibt es schlicht keine Möglichkeit der
konstruktiven Interferenz an Kristallen (denn das größtmögliche
dhkl = a haben wir für die {100}
Ebene). |
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Für sehr kleine l liegen die möglichen Reflexe sehr dicht
beisammen; damit verwischt sich der Effekt der Beugung. |
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Dann haben wir immer eine ganze Reihe
von passenden Winkeln, oder Ordnungen von Reflexen, je
nachdem welche ganze Zahl n wir wählen. Das ist ein
bißchen störend, denn hier scheint ein Stück Unbestimmtheit
vorzuliegen: Eine Ebenenschar macht
viele Reflexe - wie soll man dann von den
Reflexen auf die Ebene zurückschließen? |
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Ist aber kein Problem. Denn für n
= 1,2,3,... können wir auch schreiben dhkl,
½dhkl, (1/3)dhkl usw.
Alles was wir jetzt tun müssen, ist die Reflektion 2. Ordnung (d.h. n = 2) nicht der
Ebenenschar {hkl} zuzuschreiben, sondern der Schar {2h 2k 2l},
die Reflektion 3. Ordnung (d.h. n = 3) der Schar {3h 3k
3l} usw.; die Abstände stimmen dann automatisch. |
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Auch deswegen wurde bei der Einführung der
Miller
Indizes das "Kürzen" nicht erlaubt, d.h. wir unterscheiden
zwischen der {111}-Ebene und der {222}-Ebene usw. |
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Schließlich bemerken wir noch,
daß die Bragg-Bedingung für jede
denkbare Ebenenschar gilt. Reflexe könne also - wir sind dreidimensional - in alle möglichen Richtungen
auftreten, auch nach unten, durch den Kristall hindurch - immer vorausgesetzt,
daß für die betrachtete Ebenenschar die Bragg-Bedingung erfüllt
ist. Ist sie nicht erfüllt, passiert
schlicht nichts. |
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Im Umkehrschluß stellen wir fest, daß
experimentell ermittelte Reflexe Aussagen über die Abstände von
Ebenen enthalten und damit, wenn auch etwas indirekt, Aussagen über das
Gitter. Mit geeigneten Beugungsexperimenten
können wir also bestimmen, was für ein Bravaisgitter mit welcher Gitterkonstante vorliegt - wir haben das
Universalinstrument der Strukturanalyse gefunden! |
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Das Beugungsbild definiert als Endpunkte der erlaubten
k'-Vektoren besteht also ggf. aus Punkten im Raum. |
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Es ist noch wichtig
festzuhalten, was uns die Bragg- Bedingung nicht sagt: Kein Wort über die Intensität der Reflexe! |
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Aus der Bragg-Bedingung folgt bei Kenntnis der
Geometrie lediglich, in welchen Raumrichtungen wir Reflexe erwarten
dürfen, aber keinesfalls wie intensiv diese Reflexe sein werden. |
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Und das ist auch gut so! Denn bisher haben wir
nur mit dem Gitter des Kristalls
gearbeitet; Atome waren formal gar nicht nötig. In realen
Beugungsexperimenten erwarten wir aber schon, daß sich die Ergebnisse
trotz gleichem Gitter unterscheiden werden,
falls wir verschiedene Kristalle, d.h.
verschiedene Basen und damit verschiedenen
Atome haben. Und das Unterscheidungsmerkmal
kann dann nur noch in den Intensitäten der Reflexe liegen! |
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Bevor wir jetzt aber weitermachen mit
der Diskussion der Konsequenzen der Bragg-Bedingung, wollen wir sie erst auf
eine viel elegantere und mächtigere Form bringen. Dazu müssen wir
eine neue Beschreibungsart von Gittern kennenlernen, das sogenannte reziproke Gitter, das sich zum Raumgitter etwa so verhält wie das
Frequenzspektrum eines periodischen Signals zu der Darstellung über die
Zeit. |
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Wir werden das reziproke Gitter erst anschaulich,
und danach mathematisch-formal einführen. |
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Das Bragg-Gesetz in obiger
Formulierung ist eine Skalargleichung, in der statt dem Wellenvektor die skalare Wellenlänge steht. Eine
Vektorgleichung wäre automatisch sehr viel allgemeiner und mächtiger;
wir wollen deshalb jetzt das Bragg-Gesetz auf Wellenvektoren umschreiben. Das machen wir
zunächst etwas unmathematisch durch eine
Plausibilitätsbetrachtung. |
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Dazu betrachten wir nochmals das Prinzipbild oben
und unten. Wir haben eine einfallende
Welle, vollständig charakterisiert durch ihren Wellenvektor
k (und noch die hier uninteressante Amplitude), und eine
gebeugte Welle k'. Da wir nur
elastische Streuung betrachten, d.h.
keine Energieänderungen zulassen, gilt immer |
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Eine Vektorbeziehung zwischen k und
k' kann im einfachsten Fall dann nur so aussehen |
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Dabei ist G ein
zunächst noch undefinierter Vektor, in dem aber "irgendwie" das
Gitter stecken muß. Da die Wellenvektoren aber nicht im
"normalen" Raum definiert sind, sondern im "Zustandsraum",
muß auch G ein Vektor in diesem Raum sein. |
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Falls wir zeigen
können, daß ein Vektor G immer so definiert
werden kann, daß unter allen Umständen für eine gegebene
Geometrie (inkl. Gitter) die skalare Bragg Bedingung erfüllt ist, haben
wir die gesuchte Vektorformulierung gefunden. |
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Das ist einfach. Wir müssen nur die obige
Vektorgleichung in Komponenten hinschreiben (das Bild unten hilft dabei), um
sofort zu sehen, wie sich G bestimmt. Wir haben
(zweidimensional) |
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æ
è |
kx
kz |
ö
ø |
|
æ
è |
k'x
k'z |
ö
ø |
= |
æ
è |
Gx
Gz |
ö
ø |
= |
æ
è |
0
Gz |
ö
ø |
= |
æ
è |
0
k · sinQ + k ·
sinQ |
ö
ø |
= |
æ
è |
0
2k · sinQ |
ö
ø |
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da in der gewählten Geometrie offensichtlich
kx = k'x gelten
muß. |
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Das schauen wir uns nochmal genau
an: |
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Für sinQ
haben wir in der bereits abgeleiteten skalaren Bragg-Beziehung schon
eine Formel gefunden, die wir verwenden
können. |
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Ersetzen wir noch die Wellenlänge l durch l = 2p/|k| = 2p/k, erhalten wir für die
z-Komponente des Vektors G |
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| Gz = 2k · sinQ |
= |
2k · |
l
2 · dhkl |
= |
k · |
2p
k · dhkl |
= |
2p
dhkl |
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Die z-Komponente des Vektors
G ist aber identisch mit dem Vektor G
selbst, da G offenbar immer senkrecht auf der betrachteten
Ebene {hkl} stehen muß. |
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Damit haben wir unseren
Ansatz gerechtfertigt, das Ergebnis (das wir
gleich dreidimensional verallgemeinern) ist erstaunlich einfach; wir schreiben
es nochmals auf: |
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Die
Bragg-Bedingung in
vektorieller Form lautet |
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In Worten bedeutet das: |
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Ein beliebiger Wellenvektor
k wird an der Ebenenschar {hkl} dann und nur dann gebeugt, falls die Differenz von
einfallendem und reflektiertem Wellenvektor identisch ist zu einem Vektor
Ghkl, der die Ebenenschar {hkl}
symbolisiert. Dabei hat Ghkl zwei einfache
Eigenschaften, die diesen Vektor aber eindeutig bestimmen: |
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1.
Ghkl steht senkrecht auf der Ebenenschar
{hkl}. |
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2. Die Länge von
Ghkl ist proportional zum reziproken Abstand der Netzebenen, es gilt immer
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Wer bei dieser "Herleitung"
das mathematische Bauchweh bekommt, schaut sich
den Link an. |
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Wir haben mit der vektoriellen
Formulierung der Bragg-Bedingung einen außerordentlich weitreichenden
Schritt gemacht. |
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Wir haben Netzebenenscharen durch Vektoren repräsentiert.
Nehmen wir nun alle möglichen Netzebenen eines gegebenen Gitters,
konstruieren die jeweiligen Vektoren Ghkl, und
tragen all diese Vektoren von einem gemeinsamen Ursprung an auf, werden die
Endpunkte aller Vektoren ebenfalls ein Gitter definieren. |
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Dieses Gitter nennen wir das
reziproke Gitter, die Vektoren
G heißen reziproke Gittervektoren. Ihre
Einheit ist [G] = m 1. |
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Denn da alle
Netzebenen eines Gitters durch die Angabe von drei Basisvektoren eindeutig definiert sind, werden
auch drei Basisvektoren im reziproken
Gitter ausreichen (müssen), um alle
Vektoren des reziproken Gitters darstellen zu können. |
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Das reziproke Gitter
läßt sich in eineindeutiger Weise aus den Raumgitter konstruieren;
die Umkehrung gilt auch. Das reziproke Gitter ist damit vollkommen
äquivalent zum Raumgitter, d.h. es enthält exakt dieselbe Information
wie das Raumgitter. |
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Es ist aber für alle Phänome die sich mit Wellen in Kristallen
befassen ungleich wichtiger als das Raumgitter, da sich die Mathematik sehr
viel einfacher gestaltet (oder überhaupt nur im reziproken Gitter
durchziehen läßt). |
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Wir werden uns deshalb im nächsten
Unterkapitel ausführlich mit dem reziproken Gitter befassen. |
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© H. Föll (MaWi 2 Skript)