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Die Hypothese, der Mensch
unterscheide sich vom Tier durch die Benutzung von Werkzeugen, d.h.
bearbeiteten Materialien, kann man zumindest mal wagen. |
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Wie auch immer, die damit verbundene "Werkstoffkunde" gehört sicher zu den
ältesten "Künsten" der Menschheit.
Lesestoff dazu (auch zu Siegfrieds
Schwert) findet sich im Link. |
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Ein wachsender Erfahrungsschatz,
insbesondere zur Metallgewinnung und -verarbeitung, wurdwe angehäuft, und
als Handwerkskunst weitergegeben. Erste
systematische Abhandlung erscheinen, z.B. Georgius Agricola:
De Re
Metallica; 1556. |
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Mit dem beginnenden
Industriezeitalter werden - auf der damaligen wissenschaftlichen Basis - neue
Materialien entdeckt (z.B. Aluminium), Eigenschaften systematisiert und
teilweise verstanden (Elektrizität und Magnetismus); es entwickelt sich
eine blühende Stahl- und Chemieindustrie |
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Aber noch hat niemand verstanden, wie
genau sich Metalle verformen, und warum
Stahl (also Eisen
mit ein bißchen Kohlenstoff; so 0,5 % - 1,5 %) sich mechanisch
ganz anders (viel besser) verhält als relativ reines
Schmiedeeisen oder Gußeisen (Eisen mit viel Kohlenstoff, so 3
% - 4 %)! |
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Die Eigenschaften vieler Elemente und einfacher
Verbindungen sind ein Rätsel. Beim zwischenzeitlich entdeckten
Germanium oder Silizium, mißt jedes Labor andere spezifische
Widerstände - man spricht von von "Dreckeffekten" und wendet sich von diesen
undankbaren Materialien ab. Hinter den Dreckeffekten verbirgt sich allerdings
die gesamte Halbleiterphysik! |
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Andere Eigenschaften - z.B. die Anfang des
20. Jahrhunderts entdeckte Supraleitung - sind ein völliges
Mysterium. |
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Viele heutige Materialien, Technologien und
Produkte gab es nicht; "Kunststoffe" z.B. waren nahezu unbekannt und
selbst SONY hatte
1917, entgegen der Behauptung seiner Kreativen, noch kein
Transistorradio. |
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Der erste Durchbruch kam mit der Quantentheorie und der
darauf basierenden Festkörperphysik und -chemie; so ab 1930. |
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War die Werkstoffkunde noch eine empirische
Wissenschaft, die sich im Laufe der Jahrhunderte durch "Versuch und Irrtum" zusammen mit
empirisch oder theoretisch-experimentell gefundenen "Regeln" (z.B. die
Matthiesen
Regel) und "Gesetze" (z.B.
das Ohmsche
Gesetz) zu einer beachtlichen Wirtschaftskraft entwickelte, war jetzt eine
aus dem Verständnis des Aufbaus der Materie heraus begründete
gezielte Entwicklung möglich. |
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Und so entwickelte sich in den 60er und
70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Materialwissenschaft (als
"Materials Science and Engineering" in den USA); einer der
"Gründerväter" (Kahn) hat dazu ein
sehr gut lesbares Buch
geschrieben. |
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Wie wichtig die Materialwissenschaft war und ist
(auch wenn sie vom Physikern Chemikern etc. betrieben wurde), läßt
sich schön in einer Graphik
zeigen, in der die Evolution der technischen Materialien dargestellt
ist. |
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Konkret ausgedrückt: Noch
soviele "Versuch und Irrtum" Zyklen hätten nie und nimmer zu
folgenden Produkten geführt: |
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Transistor
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Integrierte
Schaltung |
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Laser |
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Brennstoffzelle |
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Lambda
Sonde |
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Carbonfaser verstärkte Kunststoffe (CFK) |
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Die Liste ist verlängerbar; eine
grobe Darstellung über die
Zeitachse findet sich im Link; eine kleine Übung soll zum eigenen
Nachdenken verleiten |
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© H. Föll (MaWi 1 Skript)