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Die Quellen des elektrischen Feldes sind
Ladungen; gemessen in Coulomb. Ladungen sind letztlich Eigenschaften unserer
"Elementarteilchen"; sie kommen immer in ganzen Vielfachen der
Elementarladung, d. h. von
±e. |
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Von Ladungen, charakterisiert durch die
Ladungsdichte r kommt man zum elektrischen
Feld E über die
Grundgleichung der Elektrostatik, auch Poisson
Gleichung genannt: |
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Die Elektrotechnik wird das noch
hinreichend üben, wir gehen hier deshalb nicht näher darauf ein
sondern fragen uns, wo eigentlich das magnetische Feld herkommt? |
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Nicht von magnetischen "Ladungen", d.
h. isolierten "Süd"- oder "Nordpolen" oder besser
ausgedrückt: magnetischen
Monopolen. Die gibt es nämlich (noch) nicht - trotz intensiver (und sehr teurer) Suche der
Elementarteilchenphysiker. |
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Warum es keine magnetischen Monopole zu geben
scheint, ist eine Schlüsselfrage der Physik. Es gibt nämlich keinen
guten Grund für diese experimentell gefundene Tatsache - kein Naturgesetz
soweit wir wissen, verbietet ihre Existenz. |
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Sei's drum. Wir suchen dann eben nach
magnetischen Dipolen. Die gibt's
bekanntlich, da wir Magneten mit Nord- und Südpol haben. |
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Allerdings kann der magnetische Dipol nicht wie
der elektrische Dipol aus zwei magnetischen Monopolen bestehen, die irgendwie
in einem festen Abstand angeordnet sind. |
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Wie kann man dann einen magnetischen Dipol
"machen"? Durch einen im Kreis fließenden Strom, d.h. durch im
Kreis (oder in jeder geschlossenen Kurve) herumlaufendende elektrischen
Ladungen. (Für einen elektrischen Dipol geht die Analogie wiederum
nicht). |
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Das ist in der Skizze unten symbolisch-bildlich
dargestellt. |
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Monopole, Dipole aus Monopolen und aus
Kreis"strömen".
Was es gibt und was es nicht gibt. |
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Wir definieren jetzt ein
magnetisches Dipolmoment
m als das Resultat eines im "Kreis"
fließenden Stromes I mit der umflossenen Fläche
A: |
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Das magnetische Dipolmoment ist ein Vektor
(senkrecht zur Fläche) und hat die Einheit [m] =
Am2. Diese Definition hat den Vorteil, dass damit viele Formeln
besonders einfach werden. Sie gilt auch für sehr kleine Ströme und
Flächen. |
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Gibt es so eine Art kleinstes
m, so eine Art Dipol-Gegenstück zur Elementarladung?
Klar - wir müssen nur den Strom und die Fläche so klein als
möglich machen. |
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Den kleinstmöglichen Strom bekommen wir,
wenn nur ein einziges Elektron auf einer
Kreisbahn läuft. Den kleinstmöglichen Radius der gedachten Kreisbahn
ist der kleinstmögliche Radius im z. B. Bohrschen Atommodell. Der
kleinstmögliche Radius ist wiederum bestimmt durch die von Bohr
eingeführte
Drehimpulsquantelung; der
kleinstmögliche Drehimpuls (L = ) gibt die notwendigen
Daten. |
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Zeit für die erste schnelle Übung: |
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Was wir ziemlich einfach erhalten
(mit m*e = Masse des Elektrons (der
Stern * stellt sicher, dass wir dieses m nicht mit dem
magnetischem Moment verwechseln), h =
Planksches
Wirkumsquantum, e = Elementarladung) ist die "elementare magnetische
Einheit", das "Bohrsche
Magneton": |
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| mBohr = |
h · e
4p · m*e |
= 9.27 ·
1024 Am2 |
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Haben wir damit die Ursache der
magnetischen Eigenschaften der Materialien? Kommen magnetische Dipole letztlich
von den Elektronen, die irgendwie um den Atomkern eiern? |
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Sorry. In der Regel eher nicht - und das liegt
nicht daran, dass das Bohrsche Modell zu einfach ist (auch in der korrekten
Quantentheorie haben die "eiernden" Elektronen magnetische Momente),
sondern weil sich diese "Bahnmomente" fast immer
gegenseitig aufheben. |
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Wir merken uns deshalb: |
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Die magnetischen Momente der Atome kommen
überwiegend
vom
Spin der Elektronen |
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Oder noch einfacher: Zu den elementaren
Eigenschaften der Elektronen gehört, dass
sie außer einer Masse, einer negativen Elementarladung und einem
halbzahligen (±½)
Spin
auch ein magnetisches
Dipolmoment haben. |
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Das (unzerstörbare und
unabänderbare) magnetische Moment eines Elektrons ist |
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Das Vorzeichen ist wie beim Spin, daher die
Kopplung mit dem Spin. Zwei Elektronen mit entgegengesetzem Spin haben deshalb
in Summe auch kein magnetisches Moment mehr. |
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Nochmal: Die magnetischen Momente der
Atome und Festkörper kommen weitaus überwiegend von den magnetischen
Momenten der Elektronen oder, wie man sagt, vom Spin. Soweit möglich
werden die Elektronenzustände der Atome aber so besetzt sein, dass sich
alle magnetischen Momente - Bahnmomente und
Spinmomente - kompensieren. |
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Das läßt uns zwei grundsätzlichen
Möglichkeiten:
- Atome mit geradzahliger
Ordnungszahl
z können immer die magnetischen Momente kompensieren und
haben deshalb kein magnetisches Moment.
- Atome mit ungeradzahliger Ordnungszahl z haben zwangsweise
ein magnetisches Moment von mindesten 1 mBohr.
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Damit sind eine Menge Atome
"magnetisch". Und zwar nicht nur als einzelnes Atom, sondern meist
auch noch in einem Kristall oder in einem Molekül, usw. Außerdem
müssen wir bedenken, dass in einem Festkörper oft nicht Atome
vorliegen, sondern Ionen - z. B. bei allen
Metallen. Dann kann die
Elektronenzahl ungeradzahlig sein, auch wenn das Atom (wie z. B. Eisen) eine
geradzahlige Ordnungszahl hat.
Wir wollen das aber gar nicht so genau wissen, denn für die Elektrotechnik
ist die Herkunft der magnetischen Momente
nicht so wichtig, nur das Ergebnis. |
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Wichtig ist nur noch: |
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Die magnetischen Momente der Atome
können sich
in beliebige Richtungen anordnen oder beliebig drehen,
ohne dass sich das Atom
drehen muss! |
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Bei den elektrischen Dipolmomente ging das nicht.
Nur in Flüssigkeitem, in denen sich das ganze Atom / Molekül drehen
kann, konnte die elektrische
Orientierungspolarisation
auftreten. Für magnetische Momente geht das auch in Festkörpern! |
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Damit haben wir jetzt eine der
elektrischen Polarisation analoge Situation: |
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- Hat das Material keine magnetischen
Dipole, wird das externe magnetische Feld H welche induzieren.
Solche Materialien nennen wir Diamagnete.
- Hat das Material magnetischen Dipole (mit statistisch verteilten
Richtungen), wird das externe magnetische Feld H diese Dipole
mehr oder weniger stark ausrichten. Solche Materialien nennen wir
Paramagnete.
- Hat das Material magnetischen Dipole und noch eine starke (immer quantenmechanische)
Wechselwirkung zwischen diesen Dipolen, werden sich die magnetischen Momente
von selbst ordnen; z. B. stehen alle
parallel. Solche Materialien nennen wir je nach Art der Ordnung
Ferromagnete, Ferrimagnete, oder Antiferromagnete.
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??? Nr.
3 ist neu, das hatten wir bei elektrischen Dipolen nicht. Aber nur deshalb
nicht, weil die Zeit knapp ist. Es gibt sehr wohl auch
ferroelektrische
Materialien, bei denen sich elektrische Dipole von selbst
ausrichten. |
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Im Grunde interessieren uns bei
magnetischen Materialien nur die "Ferro"-Abarten. Im nächsten
Modul schauen wir uns das Ganze aber erstmal noch etwas genauer an. |
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Hier sind alle schnelle Fragen zu
diesem Unterkapitel: |
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© H. Föll (MaWi für ET&T - Script)