 |
Wir wissen es schon: Das Bragg-Gesetz
k k' = G gibt nur die
Lage der Reflexe an, nicht aber deren
Intensität. |
|
 |
In anderen Worten: Haben wir einen Kristall, eine
einfallende Welle und einen Bildschirm irgendwo, so sagt uns die
Bragg-Beziehung zwar wo auf unserem
Bildschirm wir überhaupt damit rechen können, daß gebeugte
Wellen auftreffen; aber keineswegs wie groß die Intensität der dort
möglichen Wellen, kurz die Intensität des
Reflexes sein wird. |
 |
Schon rein logisch ist klar: Ein
mathematisches Gitter wird eine reale Welle überhaupt nicht beeinflussen,
die Streuung von Wellen erfolgt nicht am Gitter, sondern an Atomen. Anders
ausgedrückt: |
|
 |
Die Intensität eines möglichen Reflexes ist
durch die Basis bedingt, d.h. durch die Atome die aus einem Gitter einen Kristall machen; sie kann zunächst mal jeden
Wert annehmen. |
|
 |
Insbesondere kann die Intensität auch =
0 sein - d.h. der Reflex ist zwar durch die Bragg-Bedingung erlaubt, aber man sieht ihn nicht! |
 |
Die Reflexintensitäten werden
durch den sogenannten Strukturfaktor
bestimmt. Der Strukturfaktor wiederum ist abhängig von der Art und
Verteilung der Atome in der Elementarzelle - d.h. von der Basis. |
|
 |
Zu seiner Berechnung müssen wir etwas
Aufwand treiben. Dazu betrachten wir die Streuung einer einfallenden ebenen
Welle mit Wellenvektor k an einem beliebigen
Streuvolumen V eines beliebigen
Körpers. Das ist unten schematisch gezeigt. |
|
|
|
|
|
|
|
 |
Wir betrachten jetzt die
Wechselwirkung der einfallenden ebenen Welle mit den Atomen des Kristalls in
einem differentiell kleinen Volumenelement dV des Streuvolumens
am Aufpunkt r. |
|
 |
Dabei mag eine Kugelwelle oder irgendetwas
angeregt werden. Was auch immer von dV ausgestrahlt wird, wir
interessieren uns erstmal ausschließlich für die Komponente, die mit
dem Wellenvektor k' in k' Richtung
läuft. |
|
 |
An dieser Stelle ist k' aber
noch nicht definiert - wir könnten jede beliebige Richtung und jeden beliebigen Betrag
betrachten. Um einfach weiterzukommen, müssen wir jetzt aber Annahmen
machen bzw. spezielle Fälle betrachten. |
 |
Die erste
Eingrenzung ist noch einfach: Wir wollen hier nur elastische Streuung betrachten, d.h. die
Energie der Wellen soll sich nicht ändern und damit muß gelten |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
Wir beschreiben jetzt die einfallende Welle mit
Wein = eikr, d.h aus
Gründen der Einfachheit mit einer Amplitude = 1. Dabei ist es noch
gleichgültig, um was für Wellen es sich handelt.
Alles was "wellen"
kann, ist in der Gleichung erfaßt. |
 |
Der aus unserem Volumenelement
dV kommende in k' Richtung laufende
Teil der gebeugten Welle W ' muß dann so aussehen |
|
|
|
|
|
| dW ' |
= |
F 'loc(r) · exp
(ik'r) |
|
|
|
|
|
|
 |
F 'loc(r)
nennen wir die lokale Streuamplitude des
Ortes r. Sie wird natürlich davon abhängen, was
genau am Ort r sich befindet. |
 |
Den gesamten aus V
kommenden in k' Richtung laufenden Teil der gebeugten
Welle W ' schreiben wir jetzt einfach als |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
Zur gesamten Amplitude A tragen alle
Volumenelemente dV bei; wir können A in
k' Richtung also durch Aufsummieren bzw. -integrieren der
lokalen Streuamplituden F
'loc(r) erhalten: |
|
|
|
|
|
| A |
= const. · |
ó
õ
v |
F 'loc · dV |
|
|
|
|
|
|
 |
Die Konstante vor dem Integral
ist hier noch ziemlich witzlos und dient nur der Schreibökonomie, da wir
sie in späteren Gleichungen dann nicht mehr in
F'loc berücksichtigen müssen. |
 |
Der entscheidende Faktor ist also die
lokale Streuamplitude F
'loc. In ihr stecken wiederum zwei Teile: |
 |
1. Ein Term der die
Wechselwirkung mit der in dV enthalten Materie beschreibt.
Darüber wissen wir a priori nichts - wir müssen also eine Annahme machen.
|
|
 |
Die Annahme ist einfach für Elektronen- und
Röntgenwellen: Die Wechselwirkung der Atome mit diesen Wellen ist proportional zur Elektronendichte r(r) in dV. |
|
 |
Atome mit hoher Ordnungszahl und damit mit
höherer (mittlerer) Elektronendichte streuen diese Wellen also
stärker als leichte Atome - das ist offenkundig keine abwegige
Annahme. |
 |
2. Ein Term exp[i ·
j(r)], der die Phase j der
gestreuten Welle enthält. Wer das nicht auf Anhieb versteht, betätigt
den Link |
|
 |
Das ist vielleicht nicht auf Anhieb einsichtig,
aber wie obiges Bild zeigt, ist die Phase der in k'
Richtung gestreuten Welle von Ort zu Ort verschieden - und wir müssen das
berücksichtigen! |
 |
Damit können
wir die lokale Streuamplitude schreiben
als |
|
|
|
|
|
| F 'loc(r) |
= const. · |
r(r) · exp [i ·
j(r)] |
= const. · Floc(r) |
|
|
|
|
|
|
 |
Wir machen jetzt also einen Übergang zu
einer "ungestrichenen" lokalen Strukturamplitude da wir die
(uninteressante) Proportionalitätskostante wie schon angedeutet vor dem Integral verstecken (und vergessen) können. |
 |
Das ist die entscheidende Gleichung.
Der Rest ist jetzt (ziemlich trickreiche) Mathematik. |
|
 |
Floc(r)
und die Phasenverschiebung j(r)
sind Funktionen des Ortes; wir müssen sie kennen um das Integral
auszurechnen. |
 |
Die Phasenverschiebung ist leicht
auszurechnen; sie ergibt sich aus der Summe der Längen a und
b in obigem Bild, die ihrerseits geschrieben werden können
als |
|
|
|
|
|
| a |
= |
|r| · sin a |
| |
|
|
| b |
= |
|r| · sin b |
|
|
|
|
|
 |
Die Länge a wird zu einer Phase ja über die
elementare Beziehung
a/l = ja/2p, damit
erhalten wir |
|
|
|
|
| ja = |
2 · a · p
l |
= |
2p · |r|
· sin a
l |
|
|
|
|
|
|
 |
Der Faktor 2p/l ist natürlich
nichts anderes
als |k|; wir können also auch schreiben
|
|
|
|
|
|
| ja
= |
|k| · |r|
· sin a |
= |k| · |r|
· cos(90o a) |
= |
k ·
r |
| jb
= |
|
|
|
k' ·
r |
|
|
|
|
|
 |
Die Phasen ergeben sich also einfach
aus den
Skalarprodukten
der Wellenvektoren mit dem Ortsvektor (wobei wir die Herleitung der Beziehung
für jb der Eigeninitiative
überlassen; wer zu faul ist schaut in den
Link). |
|
 |
Die gesamte Phasenverschiebung j = ja + jb ist also |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
Wir erhalten damit für die
lokale Streuamplitude
Floc(r) |
|
|
|
|
|
| Floc(r) |
= |
r(r) · exp [i ·
r · (k k')] |
|
|
|
|
|
|
 |
und für die gesamte
Streuamplitude F |
|
|
|
|
|
| F |
= |
ó
õ
V |
Floc(r) · dV =
|
ó
õ
V |
r(r) · eir · (k
k') · dV |
|
|
|
|
|
 |
Das sieht nun sehr wir eine
Fouriertransformierte
der Ladungsdichte r(r) aus; es
ist nur nicht ganz klar welche Bedeutung dann der neuen Variablen
k k' zukommt. |
|
|
 |
Hier begänne die ernsthafte
Herleitung der Beugung in Kristallen. Wir wollen aber nur die wesentlichen
Schritte skizzieren, um dann mit unserem bereits vorhanden Wissen
weiterzumachen. Wer will, kann diesen blauen Block überspringen. |
|
 |
Zunächst überlegt man sich, daß
r(r) immer eine im Raumgitter periodische Funktion sein muß, d.h.
r(r + T) =
r(r). |
|
 |
Damit muß rein mathematisch eine
Fourierentwicklung in einem "reziproken" Raum möglich sein. Wenn
man die mathematische Analyse durchführt, "entdeckt" man
zwangsläufig das
reziproke
Gitter als
Fouriertransformierte des
Raumgitters. |
|
 |
r(r) wird damit zu |
|
|
| r(r) = |
S nG
· ei(G ·
r) |
| |
|
| nG = |
1
V |
ó
õ
V |
r(r)
· e i(G ·
r) · dV |
|
|
|
|
|
 |
Setzt man das in die Gleichung
für die Strukturamplitude F ein , erhält man nach
einiger Rechnung,
daß nur für k k' = G
± Dk die
Strukturamplitude wesentlich verschieden ist von 0. |
|
 |
In anderen Worten: Man
erhält die Bragg-Bedingung, noch verziert mit einer zulässigen
Abweichung im Wellenvektor, die quantitativ die
früher schon besprochene
Ausdehnung der reziproken Gitter"punkte" angibt. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
L = Ausdehnung des Kristalls. |
 |
Damit hat man den Punkt erreicht, an
dem wir jetzt weitermachen. |
|
|
 |
In der Formel für die
Streuamplitude steht im Exponenten der Ausdruck k
k', und für k' sind noch beliebige Richtungen zugelassen (nur der Betrag
liegt fest, da wir elastische Streuung
behandeln). |
|
 |
Wir wissen aber bereits, daß für alle
k' Werte die nicht der
Braggbedingung k k' = G, und
|k| = |k'| genügen, keine Beugung stattfindet und damit auch die
Amplitude der gebeugten Welle automatisch = 0 ist. |
|
 |
Präziser ausgedrückt: Was auch immer
lokal in jedem dV in "falsche"; d.h. nicht der
Bragg-Bedigung genügende k' Richtungen gestreut wird
- und Streuung findet immer statt! - wird sich schlicht
"weginterferieren" |
 |
Das ist sehr
praktisch! Denn wir
müssen die Formel für die Streuamplitude also nicht für alle
möglichen k' auswerten, sondern nur noch in der Form |
|
|
| F |
= |
ó
õ
V |
r(r) · exp (i ·
r · G) · dV |
|
|
|
|
|
 |
Das ist eine enorme Vereinfachung, da
wir jetzt nur noch für eine endliche Anzahl von reziproken Gittervektoren
rechnen müssen (wie schon mehrmals angedeutet, können wir i.d.R. die
"großen" G vernachlässigen). |
|
 |
Wir nennen F jetzt auch nicht mehr
Streuamplitude, sondern
Strukturamplitude
Fs, da wir jetzt nur noch Kristalle betrachten (die
Formeln für die Streuamplitude gelten für alle Materialien - amorph, inhomogen, was auch
immer). Den Index "s" lassen wir später aus
Bequemlichkeit dann auch noch weg. |
|
 |
Aufzupassen ist aber noch an einer Stelle: Die
Intensität
IG der an der Netzebenenschar mit dem reziproken
Gittervektor G gebeugten Welle ist durch das Quadrat der Amplitude gegeben, d.h. wir haben |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
und dabei müssen wir berücksichtigen,
daß die Strukturamplitude eine komplexe Größe ist. Eigentlich
hätten wir auch "µ"
(proportional) statt "=" (gleich) schreiben müssen, aber das
bringt nur wieder eine für's Prinzip unwichtige (und auch von der
größe von V ) abhängige Konstante. |
|
|
|
 |
Die Integration
läuft über einen Kristall mit dem Volumen V. Das
Integral kann man nun stark vereinfachen, indem man zunächst nur über
das Volumen einer Elementarzelle
(EZ) integriert, und anschließend über alle EZ
summiert, d.h. den erhaltenen Wert mit der Zahl der Elementarzellen
multipliziert. |
|
 |
Das können wir tun, denn das Integral
muß für jede EZ denselben
Wert liefern; sie sind ja alle identisch. Schematisch machen wir folgende
Aufspaltung |
|
|
|
|
|
ó
õ
V |
= |
S
|
ó
õ
EZ |
= |
V
VEZ |
· |
ó
õ
EZ |
|
|
|
|
|
|
 |
Dabei ist natürlich nur das Integral
über die Elementarzelle von Interesse, denn der Rest liefert mal wieder
nur eine lästige Konstante, die wir "vergessen". |
|
 |
Um das verbleibende Integral auszuwerten, kommen
wir nun nicht umhin, j Atome in die EZ
"einzufüllen", d.h. eine Basis zu definieren. Der Index
j ist damit eine ganze Zahl, die die Atome numeriert
und ihre Art kennzeichnet. |
 |
Eine beliebige Basis definieren wir
jetzt also, indem wir einen Nullpunkt wählen (zweckmäßigerweise
eine Ecke der EZ), und den j Atomen je einen Vektor
rj zuweisen, der die Lage des Atoms in der
EZ definiert. Damit bekommen wir einen Satz von
rj , der (zusammen mit einer Tabelle der
Atomsorten) die Basis eindeutig definiert. |
|
 |
Das klingt abstrakt, ist aber
ganz einfach. Die nachfolgenden Beispiele illustrieren dies: |
|
|
|
|
|
| Kristall |
Gittertyp |
rj |
Atom |
| Fe |
bcc |
r1 = (0 0 0)
r2 = (½ ½ ½) |
Fe
Fe |
| Al |
fcc |
r1 = (0 0 0)
r2 = (½ ½ 0)
r3 = (½ 0 ½ )
r4 = (0 ½ ½ ) |
Al
Al
Al
Al |
| Si |
fcc
diamond |
r1 = (0 0 0)
r2 = (½ ½ 0)
r3 = (½ 0 ½ )
r4 = (0 ½ ½ )
r5 = (¼ ¼ ¼ )
r6 = (¾ ¾ ¼)
r7 = (¾ ¼ ¾ )
r8 = (¼ ¾ ¾ ) |
Si
Si
Si
Si
Si
Si
Si
Si |
| GaAs |
fcc
diamond |
r1 = (0 0 0)
r2 = (½ ½ 0)
r3 = (½ 0 ½ )
r4 = (0 ½ ½ )
r5 = (¼ ¼ ¼ )
r6 = (¾ ¾ ¼)
r7 = (¾ ¼ ¾ )
r8 = (¼ ¾ ¾ ) |
Ga
Ga
Ga
Ga
As
As
As
As |
|
|
|
|
 |
Man könnte meinen, wir seien
jetzt am Ende von ganz allgemeinen Überlegungen. Denn um weiterzukommen,
muß man jetzt ja speziell werden - halt eine spezielle Basis betrachten. |
|
 |
Aber Materialwissenschaftler
geben
nicht so leicht auf und haben noch Tricks auf Lager: Wir vereinfachen die
Integration über die Elementarzelle! |
|
 |
Wir führen die Integration innerhalb der
EZ nur in einer Kugel um die diversen Atome durch; mit Kugeldurchmesser
» Atomradius, und summieren dann einfach die isgesamt j
"Kugel"-Integrale. Das ist im Bild unten für 2 Atome
illustriert. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
Die Einzelintegrationen laufen jetzt
über eine Hilfsvariable r', die die Umgebung eines Atoms
"abtastet". |
|
 |
Damit haben wir natürlich den Bereich
zwischen den Atomen nicht berücksichtigt. Aber dort ist die
Elektronendichte sowieso = 0 oder zumindest klein, es wird also nicht
viel fehlen. |
|
 |
Wir erhalten dann näherungsweise für die
Strukturamplitude
Fs aus einer
EZ |
|
|
|
|
|
| Fs |
= |
S
j
|
ó
õ
V' |
r(rj +
r'j) · exp[i(rj +
r'j) · G] · dV' |
|
| Fs |
= |
S
j
|
exp[i · rj · G] ·
|
ó
õ
V' |
r(rj +
r'j) · exp[i · r'j
· G] · dV' |
|
|
|
|
|
 |
Damit sind wir am Ende der
allgemeinen Überlegungen. Weiter kommt man nur noch für spezifische
Kristalle.Was ist nun konkret zu tun? Erstmals noch eine ganze Menge, wir
listen das mal kurz auf: |
 |
1. Wir wählen den
gewünschten Reflex; d.h. einen bestimmten G-Vektor,
z.B. G = (111). Das bedeutet, daß wir jetzt die
Intensität der an {111} Ebenen gebeugten Strahlung bestimmen
wollen. In unserer "Versuchsanordnung" ist dabei die Bragg-Bedingung
erfüllt, denn das haben wir in die Formel hineingesteckt - nur dafür
gilt sie. |
 |
2. Wir wählen den
gewünschten Kristall, d.h. Gittertyp und Basis. Damit ist der
rj-Satz festgelegt und die Elektronendichte um
rj herum - in der jeweils verfügbaren
Näherung. |
|
 |
Falls wir über die Elektronendichte eines
gebenen Atoms nichts genaues wissen, nehmen wir in nullter Näherung eine konstante Dichte (= Zahl
der Elektronen durch Atomvolumen); in einer ersten Näherung eine kugelsymmetrische, aber
nicht mehr konstante Dichte, und in einer zweiten Näherung eine Dichte die
die Bindungen berücksichtigt - z.B. die Keulen der sp3
Hybridorbitale. |
 |
3. Wir führen jetzt die
einzelnen Integrationen durch - zunächst für alle Arten von
Kristallen und Beugungsvektoren. |
 |
Dabei fällt uns aber auf,
daß in der Nullten und ersten Näherung für viele Strukturen
immer dasselbe herauskommt (bis auf eine
Konstante) - unabhängig vom gewählten Kristall. Schließlich
integrieren wir im wesentlichen nur in einer Kugel herum - wo diese Kugel in
der EZ sitzt und wieviele andere Kugeln noch da sind, ist völlig
unerheblich. |
|
 |
Das heißt, wir machen
diese Integration nur einmal - für
alle 92 Atome und für die halbwegs niedrig indizierten reziproken
Gittervektoren. Genauer gesagt - wir machen
diese Integration gar nicht, denn das wurde längst gemacht und die Werte
sind tabelliert. |
|
 |
Wir definieren deshalb einfach einen
Atomformfaktor f, gegeben
durch das bestimmte Integral |
|
|
|
|
|
| fj |
= |
ó
õ
V |
r(r'j) · exp [i
· r'j · G] ·
dV' |
|
|
|
|
|
|
 |
und erhalten damit als vereinfachte
Formel für die
Strukturamplitude |
|
|
|
|
|
| Fs |
= |
S
j |
fj · exp [i · rj
· G] |
|
|
|
|
|
 |
4. Damit berechnen wir jetzt
die Strukturamplitude für den gewählten Reflex durch Aufsummieren der
Komponenten. |
 |
Heureka! Die Strukturamplitude ist
nun verhältnismäßig einfach auszurechnen - immer vorausgesetzt,
man kennt die Atomformfaktoren fi. Aber wir sind immer
noch nicht fertig: |
|
 |
Wenn man dieses Programm wirklich ausführt,
finden sich sogar noch ein paar ganz allgemeine und extrem nützliche
Regeln, die wir im nächsten
Unterkapitel anschauen wollen. Dabei muß man noch nicht mal immer die
Atomformfaktoren wirklich ausrechnen. |
 |
Vorher aber noch ein letztes Wort zu
den wirklich gemessenen
Intensitäten. |
|
 |
Wir müssen nicht nur eine bisher
nicht näher erläuterte
Proportionalitätskonstante bedenken (die z.B. für Elektronen-
oder Röntgenstrahlen sehr verschieden sein wird, sondern auch das
beugende Volumen V. |
|
 |
In der Praxis kommt der gebeugte Strahl aber fast
nie aus dem gesamten Volumen der Probe,
denn entweder wird unser einfallender (dünner) Strahl gar nicht das
gesamte Volumen anregen, oder die gebeugte Intensität kommt nur aus
einigen Körnern unbekannter Größe eines Polykristalls (da nur
dort die Bragg-Bedingung erfüllt ist), oder beides zusammen. |
|
 |
Außerdem hängt die Intensität
noch davon ab, wie exakt wir die Bragg-Bedingung erfüllen. Die Formel
für die Strukturamplitude gilt nur für exakte Erfüllung, wir
erhalten aber auch noch Intensität wenn wir knapp danebenliegen. |
 |
In der Praxis sind deshalb die
absoluten Intensitäten nicht so
wichtig. Viel wichtiger sind die Intensitätsverhältnisse zwischen den Reflexen, und das ist
es was man mißt und auswertet. |
|
|
© H. Föll (MaWi 2 Skript)