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Ein Elektron des freien
Elektronengases, das mit y(k,
r) = y0 ·
eik ·r
beschrieben wird, ist eine ebene Welle -
und ebene Wellen werden an der periodischen Kristallstruktur gebeugt, falls die
Bragg-Bedingung erfüllt ist. |
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Das gilt für alle Elektronenwellen - nicht nur für
solche, die wir von außen
"hineinschießen".
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Sobald wir also in unserem Modell des freien
Elektronengases ein noch so kleines periodisches Potential
"einschalten", bewegen sich die Elektronen jetzt in einem Kristall, und wir müssen mit (noch so kleinen)
Beugungseffekten rechnen. |
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Man kann das Problem jetzt auf zwei
Weisen angehen: |
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1. Wir gehen voll quantitativ vor und lösen die
Schrödingergleichung für ein periodische Potential, das die reale
Situation in einem Kristall wiederspiegelt. Das tut man am besten, indem man
das periodische Potential in eine
Fourierreihe entwickelt,
und damit in die Schrödingergleichung eingeht. Man hat dann immer die
Option, die Terme höherer Ordnung zu vernachlässigen, wenn man
mathematisch nicht recht klar kommt. |
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Wie das aussieht
kann man sich
im Link anschauen. Die Beugerei muß in den Lösungen enthalten
sein, und das ist sie auch. |
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Aber der dazu nötige Aufwand ist erheblich.
Für unsere Zwecke reicht es, die Lage mehr qualitativ zu betrachten: |
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2. Wir betrachten also die
Situation zunächst nur qualitativ mit
wenigst möglichen Änderungen relativ zum freien Elektronengas. Dazu
denken wir uns zwar ein periodisches Potential eingeschaltet, aber nur ein ganz
kleines. So klein, daß wir nur mit kleinen Korrekturen zu den Lösungen für
ein konstantes Potential rechnen müssen, aber nicht mit grundsätzlich
neuen Dingen. |
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Das wird dann nicht die Realität widerspiegeln, aber
vielleicht doch generelle Hinweise auf die zu erwartenden Änderungen
geben. |
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Denn auch mit einem kleinen periodischen Potential werden wir Beugung
haben. Wir müssen zwar erwarten, daß die Amplituden der gebeugten
Wellen dann vielleicht klein sind; aber dafür interessieren wir uns
zunächst noch nicht. Wir betrachten ausschließlich die
generellen Effekte, die durch Beugung
zustande kommen. |
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Und darüber hinaus machen wir uns klar, dass
all die Elektronen, die keine Beugungsbedingung erfüllen,
gar nichts
tun. Sie benehmen sich nach wie vor wie die Elektronen des freien
Elektronengas Modells. |
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Wie es sich zeigen wird, reicht die
2. Vorgehensweise im wesentlichen aus, um alles abzuleiten was wir hier
wissen müssen. |
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Zur Wiederholung, und um eine ersten
Eindruck zu bekommen, was uns erwartet, stellen wir die bisherigen Erkenntnisse
(im wesentlichen freies Elektrongas) den zu
erwartenden Änderungen gegenüber. |
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Warum die zu
erwartenden Änderungen erwartet werden können, wird uns in
den nächsten Unterkapiteln beschäftigen. Es ist aber nicht verboten,
schon jetzt mal selbst ein bißchen darüber nachzudenken. |
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Freies Elektronengas
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Freies
Elektronengas
mit Beugung |
Potential
V(x,y,z) |
V = const = 0 |
Vx =
V0 · cos (2px/a1)
Vy = V0 · cos (2py/a2)
Vz = V0 · cos (2pz/a3)
V0 ® 0 |
Wellenfunktion
y(x,y,z) |
| y = |
æ
ç
è |
1
L |
ö
÷
ø |
3/2 |
· eikr |
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| y = |
æ
ç
è |
1
L |
ö
÷
ø |
3/2 |
· eikr |
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außer für Wellenvektoren
kB die gebeugt werden |
Wellenvektoren
k |
| kx = ±
nx · 2p / L |
| ky = ±
ny · 2p / L |
| kz = ±
nz · 2p / L |
| |
| ni = 0, ±1, ±2, ... |
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| kx = ±
nx · 2p / L |
| ky = ±
ny · 2p / L |
| kz = ±
nz · 2p / L |
| |
| ni = 0, ±1, ±2, ... |
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| Energie
E |
Gesamtenergie = const =
Ekin |
Gesamtenergie = const = Ekin
außer für Wellenvektoren
kB die gebeugt werden,
denn dann kommt etwas potentielle Energie ins Spiel |
Dispersionsfunktion
E(k) |
| E = |
2k2
2m |
|
| E = |
2k2
2m |
außer für Wellenvektoren
kB die gebeugt werden |
Zustandsdichte
D(E) |
| D(E) = |
(2me)3/2
2 3p2 |
E1/2 |
|
| D(E) = |
(2me)3/2
2 3p2 |
E1/2 |
als erste Näherung. Könnte sich aber auch kräftig
ändern |
Besetzungs-
wahrscheinlichkeit
f(E,T) |
f(E,
T) =
|
1
|
| exp |
æ
è |
Ei
EF
kT |
ö
ø |
+ 1 |
|
f(E,
T) =
|
1
|
| exp |
æ
è |
Ei
EF
kT |
ö
ø |
+ 1 |
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| gilt immer ! |
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Im wesentlichen können wir
für alle Funktionen, die k als Variable haben,
irgendwelche Änderungen erwarten, falls k die
Bragg-Bedingung ungefähr erfüllt. |
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Für alle Wellenvektoren, die das nicht tun,
sollten eigentlich die Formeln des freien Elektronengases weiter gelten |
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Obwohl es selbstverständlich ist, soll noch
extra darauf hingewiesen werden, daß die Besetzungswahrscheinlichkeit
eines Energieniveaus E(k) immer durch die Fermiverteilung gegeben ist. |
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Damit sind auch alle
wesentlichen
Formeln, die wir im Zusammenhang mit der Fermiverteilung erhalten haben
unverändert gültig. Man muß nur die richtige Formel für
die Zustandsdichte einsetzen, denn hier müssen wir mit Änderungen
rechnen |
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© H. Föll (MaWi 2 Skript)