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Zunächst betrachen wir das
Grenzverhalten für T Þ 0 K
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Wir bekommen |
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| Für E EF = DE < 0 : |
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f(E, 0K) = |
1
exp ( ¥) + 1 |
= 1 |
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| Für E EF =
DE > 0 : |
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f(E, 0K) = |
1
exp (+ ¥) + 1 |
= 0 |
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Das ist genau das,
was wir brauchen. |
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Es ist nun
verhältnismäßig einfach, die Fermiverteilung für eine
gegebene Temperatur und Fermienergie auszurechnen. Man erhält eine Kurve
wie folgt: |
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Das Rechteck bei T = 0 K bekommt
mit steigender Temperatur zunehmend eine weiche Flanke; genauso wie wir es
vorhersagen konnten. |
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Der "weiche" Bereich oder die "Aufweichungszone"
hat dabei eine Breite von ungefähr 4 kT. Auch das entspricht
der Vorhersage - aber jetzt können wir es ausrechnen; wir wollen das auch
in einer Übungsaufgabe tun. |
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Wir können
weiterhin vermuten, daß der "Hochenergieschwanz"
der Fermiverteilung durch die Boltzmannverteilung approximiert werden
kann. |
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Für E >>
EF gilt |
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Das diese Beziehung stimmt, wird ebenfalls in der
folgenden Übungsaufgabe gezeigt. |
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Wir wollen eine Grundeigenschaft der
Fermieverteilung noch mal wiederholen: |
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Sie regelt die Verteilung von
Fermionen
auf verfügbare Energieplätze im
Gleichgewicht. Daraus folgt im Umkehrschluß |
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1. Die Fermiverteilung und damit insbesondere
die Fermienergie (ein anderes Wort für chemisches Potential) ist nur für das Gleichgewicht überhaupt
definiert. |
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2. Damit muß im
Gleichgewicht die
Fermienenergie überall im Material konstant
sein. |
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Eine weitere, mehr abstrakte
Eigenschaft soll noch angesprochen werden: |
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Wir haben die Fermienergie definiert als die
Energie bei der f(EF,T) = ½. Damit
ist die Wahrscheinlichkeit, daß ein Energieniveau bei der Fermienergie
besetzt ist, genau ½. |
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Es ist aber grundsätzlich möglich,
daß es in der Umgebung der Fermienergie gar kein
Energieniveau gibt. In anderen Worten: Die Fermienergie kann ohne
weiteres in einem Energiebereich liegen, in dem die Zustandsdichte
"zufällig" gerade = 0 ist. |
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Oder noch mal anders
formuliert: Die Fermiverteilung gibt nur die Wahrscheinlichkeit an, daß die bei der Energie
E vorhandenen Plätze besetzt sind. Wie groß die Zahl
der Plätze ist, vielleicht sogar Null, hat mit der Fermiverteilung nichts
zu tun. |
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Die Volumendichte n(E) = N/V der Teilchen
die auf den Plätzen bei E sitzen, oder die Zahl N(E) wist immer gegeben durch |
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| n(E) |
= |
Dichte der Plätze mal
Wahrscheinlichkeit der Besetzung mal
Energieintervall |
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= |
D(E) · f(E,T) ·
DE |
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| N(E) |
= |
D(E) · f(E,T) ·
DE · V |
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Das ist eine
Schlüsselformel! Sie gilt für alle Systeme mit Fermionen! Wir
schreiben sie mal genau so pompös auf, wie
früher die
Boltzmanverteilung: |
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Falls ein thermodynamisches System
vieler freier Elektronen verschiedene Energiezustände E hat, mit
D(E) besetzbaren Plätzen bei E, dann ist im thermodynamischen Gleichgewicht die (differentielle)
Teilchendichte d(n(E)) /dE bei der Energie E
gegeben durch
dn(E)
=
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dE ·
D(E) ·
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1
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| exp |
æ
è |
Ei
EF
kT |
ö
ø |
+ 1 |
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Dabei ist D(E), die Zustandsdichte,
eine für das System charakteristische Funktion, und EF, die
Fermienergie, eine für das System charakteristische Energie (= Zahl). |
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Die Anwendung dieser Gleichung auf
das Modell des freien Elektronengases liefert die folgende Graphik und
Formel |
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n(E) =
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(2 · me)3/2 · E 1/2
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2 · p2 ·
3
· exp |
æ
è |
Ei
EF
kT |
ö
ø |
+ 1 |
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Wir erkennen ein gewisses Problem: Obwohl die
Materie glasklar ist, und die entsprechenden Graphiken leicht zu konstruieren
sind, werden die Formeln schon für den allereinfachsten Fall des freien
Elektronengases etwas unhandlich! Das soll uns aber nicht schrecken, denn um
mit länglichen Formeln einfach umgehen zu können, haben die
Materialwissenschaftler den Si-Chip erfunden und auf Höchstleistung
trainiert! Jeder handelsübliche PC oder Laptop mit einem einfachen
Matheprogramm macht das mit Links! |
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Wir können
jetzt sofort die entscheidenden Gleichungen
für alles weitere aufschreiben: |
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Die Gesamtzahl N bzw. die Dichte
n aller Elektronen im System muß per definitionem gegeben sein durch |
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| n = |
¥
ó
õ
0 |
D(E) · f(E,T) · dE |
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Die Zahl N(E1,
E2) bzw. Dichte n der Elektronen, die sich
im Energieintervall
(E1, E2) befinden, ist
entsprechend |
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| n(E1, E2) = |
E2
ó
õ
E1 |
D(E) · f(E,T) · dE |
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Die gesamte Energie
Eges(E1, E2), die
auf die Elektronen im Energieintervall (E1,
E2) entfällt ergibt sich damit (pro Volumen) ganz
einfach zu |
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| Eges(E1, E2)
= |
E2
ó
õ
E1 |
E · D(E) · f(E,T) ·
dE |
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Oben hätte man auch gesamte Energiedichte schreiben können
aber dann ist nicht so klar welche Dichte man meint: pro Energieeinheit oder
pro Volumen? |
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Zum Schluß noch zwei auf den
ersten Blick etwas seltsame anmutende Beziehungen, die wir aber noch oft
brauchen werden: |
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Die Wahrscheinlichkeit
wh dafür, daß ein Platz bei der Energie
E nicht besetzt ist, wird
gegeben durch |
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Die Dichte n× an
"Teilchen", die nicht auf verfügbaren Plätzen sitzen, oder
wir könnten auch sagen die Dichte der Nichtteilchen, oder schlicht die
Dichte der noch freien Plätze, ist |
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| n×(E1, E2)
= |
E2
ó
õ
E1 |
D(E) · (1 f(E,T) ·
dE |
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Wir schauen uns das noch schnell in einer Graphik
an: |
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Damit haben wir jetzt ein erstes
mächtiges Werkzeug, um den elektronisch bedingten Eigenschaften der
Materialien nachgehen zu können. |
© H. Föll (MaWi 2 Skript)