Lösungen zur Übung 6.3-1

Wir haben die Formeln:
Absolute Wahrscheinlichkeit wN(x) mit N digitalen (nur + 1 und – 1)Würfeln die Zahl x zu würfeln (x kann positiv und negativ sein).
 
WN(x)  =   0,5 · N!
2N · {1/2 · (N + x)}! · {1/2 · (N - x)}!
 
Die Stirlingformel
 
ln y!  »  (y + 1/2) · ln y  –  y +  ln (2p)1/2
 
Was ergibt sich für WN(x) wenn man mit der Stirlingschen Formel die Fakultäten nähert?
Dabei kann auch noch die physikalische Näherung x/N << 1 verwendet werden, um (über eine geeignete Reihenentwicklung) die Ausdrücke zu vereinfachen.

 
Wir ignorieren zunächst den roten Faktor 0,5; er stammt aus etwas tieferen Überlegungen bei der Ableitungen der Wahrscheinlichkeit. Wir können ihn später einfach wieder einsetzen
Die Ausgangsgleichungen sind dann
 
WN(x)  =  N!
2N · {1/2 · (N + x)}! · {1/2 · (N - x)}!

ln y!  »  (y + 1/2) · ln y  –  N  +  ln (2p)1/2      
 
Schreibt man die 1. Gleichung mit Hilfe der Stirlingschen Formel aus, erhält man
 
ln w  =  (N + ½) · lnN – N + ln(2p)1/2
{[(½(N + x) + ½) · ln [½(N + x)] – [(½(N + x)] + ln (2p)1/2}
{[(½(N – x) + ½) · ln [½(N – x)] – [(½(N – x)] + ln (2p)1/2}
N · ln 2
 
Die roten und blauen Terme addieren sich zu Null, es bleibt
 
ln w  =  {(N + ½) · ln N – ln (2p)1/2 – N · ln 2}
{[(½(N + x) + ½) · ln [½(N + x)]}
{[(½(N – x) + ½) · ln [½(N – x)]}
 
Der rote Zeile läßt sich schreiben als
 
{ }  =   N · ln N + ½ · ln N – ln (2p)1/2 – N · ln 2
 =    N · ln (N/2) + ln (N/2p)1/2
 
und den blauen Term schreiben wir als
 
N · ln (N/2)  =  ½(N + x + 1) · ln (N/2) + ½(N – x + 1) · ln (N/2) – ln (N/2)
 
Damit erhalten wir
 
ln w  =  ln (N/2p)1/2 – ln (N/2)
+ ½(N + x + 1) · ln (N/2)
+ ½(N – x + 1) · ln (N/2)
{½(N + x + 1) · ln [½(N + x)]}
{½(N – x + 1) · ln [½(N – x)]}
 
oder, zusammengefaßt
 
ln w  =  ln (N/2p)1/2 – ln (N/2)
+ ½(N + x + 1) · {ln (N/2) – ln [½(N + x)] }
+ ½(N – x + 1) · {ln (N/2) – ln [½(N – x)] }
 
Die erste Zeile läßt sich zusammenfassen zu
 
ln (N/2p)1/2 – ln (N/2)  =  ln (N/2p)1/2 – ln [(N/2)2]½  =  ln (2/Np)½
 
Die ln Ausdrücke in der 2. und 3. Zeile lassen sich zusammenfassen zu
 
{ln (N/2) – ln [½(N + x)] }  =  ln N · 2
2 · (N + x)
 =  ln N
N + x
 =  – ln (1 + x/N)
           
{ln (N/2) – ln [½(N – x)] }  =  ln N · 2
2 · (N – x)
 =  ln N
N – x
 =  – ln (1 – x/N)
 
Damit haben wir
 
ln w  =  ln (2/Np)1/2
½(N + x + 1) · ln (1 + x/N)
½(N – x + 1) · ln (1 – x/N)
 
Weiter kommt man nicht, jetzt muß genähert werden
N war die Zahl der digitalen Würfel, die nur + 1 oder – 1 als Augenzahl haben, x war die Summe der Augen, d.h. die gewürfelte Zahl zwischen – N und + N.
Da wir immer nur Systeme mit sehr großen N betrachten, ist es ziemlich unwahrscheinlich, Ergebnisse in der Nähe von – N und + N zu bekommen; wir können immer x << N annehmen.
Damit wird aus den ln Ausdrücken der beiden letzten Zeilen näherungsweise
 
ln (1 + x/N)  »  + x/N
ln (1 – x/N)  »  – x/N
 
und wir erhalten
 
ln w  »  ln (2/Np)1/2
½(N + x + 1) · (x/N)
+ ½(N – x + 1) · (x/N)
 »  ln (2/Np)1/2 – x2/N
 
Damit ist das Endergebnis
 

wN(x)  = æ
è
2
pN
ö
ø
1/2  · exp – x2
N

 
Eine zwar etwas mühevolle, aber doch nicht wirklich schwierige Rechnung.
Wenn wir den Faktor 0,5 von oben jetzt dazunehmen, erhalten wir
 
wN(x)  = 0,5 · æ
è
2
pN
ö
ø
1/2  · exp – x2
N
  =   æ
è
1
2Np
ö
ø
1/2  · exp – x2
N
 
     
   
   
   
 
Aber:
Wir starteten mit einer diskreten Funktion wN(x), die nur unter folgenden Bedingungen sinnvolle Werte lieferte:
  • x, N beide ganzzahlig
  • N > x > – N; N > 0
  • x, N beide gerade oder beide ungerade.
Erhalten haben wir eine analytische Funktion die für jedes positive N und jedes (positive oder negative) x einen reellen Wert liefert - ob er sinnvoll ist bleibt noch abzuwarten!
Hier steckt wohl ein Problem. Die diversen Feinheiten der Intepretation sind aber im advanced Modul genauer dargestellt.
 

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© H. Föll