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Falls es zwischen 2 Atomen ein
Bindungspotential mit einem Potentialtopf gibt, möchten die beiden eine
Bindung eingehen, zumindest für Temperaturen die tief genug sind. |
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Wenn sich nun ein A Atom nach
B Partnern umschaut, gibt es zwei grundsätzliche Möglichkeiten
wie es sich mit B paaren kann:
- Die Richtung in der sich B von A aus gesehen befindet ist
egal. Das Bindungspotential ist richtungsunabhängig.
- Die Richtung in der sich B von A aus gesehen befindet ist
nicht egal. Das Bindungspotential ist
richtungsabhängig.
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Der erste Fall entspricht der
Polygamie. A macht alle erreichbaren
B Atome an, egal wo, und will sie möglichst dicht (im
Gleichgewichtsabstand r0) und fest (mit
UBdg) an sich binden. Grenzen sind nur durch die
Geometrie gesetzt. Sobald A komplett von B's umgeben ist,
können keine weiteren B's mehr gebunden werden wie im (meist
zweidimensionalen) Beispiel unten gezeigt. |
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| Struktur bei ungerichtete Bindung |
Struktur bei einer gerichteter Bindung |
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Gezeigt ist der homoerotische Fall in
beiden Gruppen - A tut sich mit A zusammen, sowie eine denkbare
Heterosituation im Falle der ungerichteten Bindung. Klar ist: |
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Im Falle der ungerichteten Bindung
geht die Anhäufung von Atomen immer weiter; in der Fläche und nach
oben und unten - angedeutet ist der Beginn einer 2. Lage oben links. Was
wir grundsätzlich erwarten ist eine dichteste Kugelpackung. In Kristallen mit
ungerichteten Bindungen - egal ob aus 1, 2, 3, oder
n Atomsorten, sollten sich die (i.a. verschieden großen)
Kugeln immer so anordnen, dass möglichst viele im gegebenen Volumen sind
(die Gesamtladung aber bei Ionen = 0 bleibt). |
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Im einfachsten Fall einer Atomsorte
ist die räumliche Anordnung damit also klar - oder? "Oder" ist
richtig, wir kommen darauf zurück. Vorher darf aber jede mal selbst
probieren, ob sie die bestmögliche Anordnung fndet (z. B. mit
Tischtennisbällen oder Orangen). |
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Falls das Bindungspotential gerichtet ist (d. h. die Parameter A,
B, m, n Funktionen von Winkeln sind),
betrachten wir schlauerweise nur die eine, zwei, oder maximal wohl um die
6 Richtungen, in denen das Potential die tiefsten Minima hat. In diese
Richtungen malen wir dann "Bindungsarme" als Striche. |
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Falls es mehr als
einen Bindungsarm gibt, kann ein zusammenhängendes Gebilde entstehen (das
Wort "Kristall" ist hier bewußt vermieden). |
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Für die gezeigten Fälle mit einem, zwei
oder drei (koplanaren) Bindungsarmen bekommen wir notgedrungen ein Gas, lange Ketten, und einen zweidimensionalen
Kristall (= atomare Schicht). |
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Frage: Kann man bei drei Bindungsarmen, eine dreidimensionale Struktur
aufbauen? |
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Wir lassen die Frage mal offen (die Antwort kommt
später), sind uns aber
sicher, dass es mit 4 (nicht koplanaren) Bindungsarmen geht: |
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Das grüne Atom hat 4
Bindungsarme, die sich untereinander maximal "abstossen". Dann bleibt
ihnen nichts übrig, als in die Ecken des Tetraeders zu zeigen in dessen
Mitte das Atom sitzt. |
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Die Winkel zwischen den
Bindungsarmen sind dann gleich groß und maximal, d.h. gleich dem
Tetraederwinkel von
???? o. Bindet sich ein Atom mit
ebenfalls tetraedischer Bindungsarmsymmetrie (im Zweifel eines der gleichen
Sorte), liegt die dreidimensionale Kristallstruktur fest - eben so wie oben
gezeigt. Interessanterweise kann man einen Würfel finden, der irgendwie
dazu paßt. |
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Diese Kristallstruktur steht im
Zentrum der Elektronik - denn in dieser "Diamantstruktur" kristallisieren fast
alle wichtigen Halbleiter (und der Diamant, also Kohlenstoff), insbesondere
Silizium! |
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Die Schlußfolgerungen sind
klar: Die Richtungsabhängigkeit des Bindungspotentials bestimmt:
- Ob es überhaupt Kristalle gibt.
- Die Struktur: Entweder dicht gepackt oder sehr spezifisch.
- Vorhersagen sind nicht automatisch
leicht; und das gilt selbst für die einfachsten Fälle.
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Der letzte Punkt braucht vielleicht
noch eine Erläuterung: Obwohl es nie den geringsten Zweifel gab, wie man
gleichgroße Kugeln am dichtesten packen kann (das macht jeder und jede
automatisch so wie oben gezeigt), hat die harte
Mathematik Jahrhunderte
gebraucht um zu beweisen, dass diese
Struktur in der Tat die am dichtesten gepackte ist! |
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Trotzdem, nochmal: Die
Grundeigenschaften eines Atoms bestimmen wie es mit anderen Atomen bindet, d.
h. das Bindungspotential. Daraus folgt zwingend die Struktur des
Festkörpers und viele seiner Eigenschaften. |
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Es wird Zeit, Bindungen etwas
näher anzuschauen. |
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Aber erstmal ein paar schnelle
Fragen: |
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© H. Föll (MaWi für ET&T - Script)