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Kovalente Bindungen in Reinkultur liegen
vor, wenn zwei Atome, die beide zu wenig
Elektronen haben, den Mangel teilen und sich verbinden. Beispiele sind |
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Die Halogenide in Gasform: F2,
Cl2, Br2, usw. |
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Viele typischen Gase: O2, N2,
NH3 (Ammoniak), CO2, usw. |
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Festkörper wie z.B. Si, Ge,
C (in der Form des Diamanten), GaAs (Galliumarsenid) und
andere. |
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Das Grundprinzip ist immer dasselbe:
Die Atome teilen sich den Mangel; dabei
geht es ihnen energetisch viel besser, als
wenn jedes seinen Elektronenmangel alleine bewältigen muß. |
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Als Beispiele schauen wir uns das
Wasserstoff- und Chlormolekül, danach typische
Halbleiter, an: |
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Wie auch immer das im obigen Bild im
Einzelnen abläuft: erkennbar ist, dass die Bindung zunächst ungerichtet ist. Nach dem
Zusammengehen mit einem Partner ist aber
keine Lust für weitere Bindungen mehr vorhanden (oder korrekt gesagt: es
gibt keine freien Valenzen mehr). |
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Wir beschreiben deshalb die Bindung mit der
richtige Anzahl von "Bindungsarmen". Zahl Bindungsarme = Zahl freie
Valenzen. |
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Wir können mit nur einem Bindungsarm, d. h. wenn den prospektiven
Partner zum Glück nur ein Elektron fehlt, ganz klar keine Kristalle bekommen -
das hatten wir schon. |
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Den für uns spannenden Elementen
Si, Ge, Ga, As, (nicht zu vergessen C)
fehlen aber 4 Elektronen und deswegen bieten sie geeigneten Partnern
auch 4 Elektronen zum Teilen an. |
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Sobald ein geeigneter Partner in der Nähe
ist - von der eigenen Art oder auch ein sonst passender (aber nicht jeder!) -
reorganisieren sie ihre Elektronenschar so, dass 4 Elektronen sich
bevorzugt in den 4 Tetraederrichtungen anordnen und sich in
den unten gezeigten Keulen aufhalten, die den schönen Namen
"sp3
Hybridorbitale" tragen. |
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Mit diesen Keulen haben wir vier
klar defiinierte Bindungsarme.. Was passiert, wenn sich jetzt viele der Atome
zusammentun, hatten wir auch schon; es
ist oben nochmals gezeigt. Falls alle Atome von derselben Sorte sind,
hätten wir Diamant (= Kohlenstoff C),
Silizium (Si) Germanium (Ge) usw. Mit zwei Atomsorten gibt es
GaAs, InP, GaP, ... - alle ziemlich wichtig für die
ET&IT. |
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Für das Bindungspotential sind
jetzt nicht nur alle vier Parameter
unbekannt, diese Parameter sind auch noch richtungsabhängig. So weit es uns hier betrifft
können wir für weiterführende Rechnungen also nur konstatieren:
Forget it! |
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Was können wir noch über
Eigenschaften der kovalenten Bindung lernen? |
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Sie kann in mehreren Arten
vorkommen. Das müssen wir zwangsweise annehmen, denn reiner Kohlenstoff
(C) liegt in der Regel ja nicht als Diamant vor, sondern als
Graphit. Das sieht so aus: |
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| Graphitstruktur |
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Jedes Kohlenstoffatom hat nur
drei koplanare Bindungsarme, kann also nur
hexagonale Schichten bilden, wie schon mal
prinzipiell gezeigt. Eigentlich kann
man damit gar keinen dreidimensionalen Kristall bilden, aber die Schichten
halten passend übereinandergelegt auch noch ein
bißchen zusammen - über die sogenannten
sekundären Bindungen. |
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Jetzt haben wir eine Menge Fragen
(und Antworten):
- Warum macht der Kohlenstoff (und andere Atome) sowas? Einfach: Weil es
prinzipiell möglich ist.
- Warum macht Kohlenstoff aber viel lieber Graphit als Diamant? Weil der
Energiegewinn für einen Haufen
Kohlenstoffatome bei der Bildung von Graphit höher ist als bei der Bildung
von Diamant.
- Warum wandeln sich dann die (bei hohem Druck und Temperatur) irgendwie
enstandenen Diamanten nicht spontan in Graphit um? Weil man erst Energie
hineinstecken muss, damit man den durch die Umwandlung enstehenden
Energiegewinn realisieren kann. (Wie im richtigen Leben! Wir (oder ein
Stück Holz) verbrennen auch nicht spontan, obwohl das energetisch
günstig wäre. Man muss uns schon "anzünden" = Energie
zuführen.)
- Gibt es Si usw. auch in Graphitform? Nein. Ist zwar prinzipiell
möglich, aber energetisch so ungünstig dass es nie passiert.
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Wir erkennen: Mit kovalenten
Bindungen kann man einiges veranstalten (z.B. Kohlenstoffketten und damit sie,
verehrte Leserin / Leser). Trotz der ungeheuren möglichen Vielfalt kann
man aber ein paar allgemeine Schlüsse ziehen: |
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Kovalent gebundene Kristalle sind typischerweise
Isolatoren - zumindest bei sehr tiefen
Temperaturen. Denn sie haben erstmal keine
freien Elektronen. |
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Halbleiter sind aber auch kovalent
gebunden, müssen aber ja wohl ein paar freie Elektronen haben. Ja - aber
nur bei Temperaturen, die hoch genug sind um per thermische Energie
kT (oder Lichtenergie hn)
einige wenige Elektronen aus ihren Bindungen zu reißen! |
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Kovalent gebundene Kristalle sind
durchsichtig für Licht mit einer Energie hn die kleiner ist, als die Energie die benötigt
wird um Elektronen aus Bindungen zu reißen. So ist es! Diamanten sind
durchsichtig für sichtbares Licht, Si ist durchsichtig bis zum
nahen IR. |
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Kovalente Bindungen sind stark -
Schmelzpunkte sind eher hoch. E-Module sind eher hoch, die
Bindung bricht nicht so schnell, usw. |
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So weit so gut. Langsam wird aber
klar, dass wir um Halbleiter zu verstehen, doch noch etwas genauer auf die
Elektronen in ihren Orbitalen schauen müssen - wir brauchen etwas Quantentheorie! |
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Hier die Aufgaben: |
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© H. Föll