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Aus Sicht der Anwender ist eine
Solarzelle ein flächiges Gebilde mit zwei elektrischen Anschlüssen.
Fällt Licht auf die Vorderseite der Solarzelle, baut sich zwischen den
Anschlüssen eine meßbare
Spannung U auf, mit der man einen Strom I durch
einen Lastwiderstand R treiben kann. |
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Damit wird Energie umgesetzt; aus
hn der Photonen wird U ·
I. |
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Es stellt sich automatisch die Frage nach dem
Wirkungsgrad h = (U · I)raus/(Shn)rein, der
absoluten Leistung pro Flächeneinheit und dem Preis für die kWh. |
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Aus Sicht der Materialwissenschaft
ist eine Solarzelle eine Diode - ob pn-Kontakt Diode, oder
Schottky Diode ist
erstmal egal. Damit stellen sich viele
Fragen: |
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1. Wie funktioniert das generell? |
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2. Welche Eigenschaften des verwendeten
Halbleitermaterials (z.B. Si oder CuInSe2) nehmen
Einfluß auf den Wirkungsgrad? Warum? Wie genau? |
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3. Welche Eigenschaften der mit einem
gegebenen Halbleiter hergestellten Diode
(inkl. Kontakte, Antireflexschicht,etc.) nehmen Einfluß auf den
Wirkungsgrad? Wie genau? |
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4. Mit den Antworten auf die Fragen
2. und 3. kann man den Wirkungsgrad optimieren. Es bleibt die vielleicht wichtigste
Frage: |
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5. Wie optimiert man das
Preis-Leistungsverhältnis? |
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Die Rekapitulation der in den letzten
20 Jahren gemachten Anstrengungen zur Beantwortung der Frage 4.
und 5. füllt locker ein 100.000 Seiten Buch (die
"Proceedings" der jährlichen internationalen Solarkonferenzen
füllen alleine einige 1.000 Seiten); wir wollen hier so gut wie
nicht darauf eingehen. |
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Einige Anmerkungen zu einem
kleinen
Unterthema finden sich im Link. |
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Weiter Daten und Informationen finden sich im
Hyperskript "Semiconductor Technology" im
Kapitel 8. Dort finden
sich auch allgemeineDaten und Bemerkungen zum Thema "Du und Dein
Energieverbrauch" |
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Photonen mit einer Energie
größer als die Bandlücke werden im Halbleiter absorbiert. Sie
werfen ein Elektron aus dem Valenzband ins Leitungsband; generieren also ein
Elektron-Loch Paar. |
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Den grundlegenden Prozeß der Absorption
haben wir bereits ausführlich betrachtet;
hier ist nochmals das zugehörige Bild: |
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Wie auch immer die Solarzelle
funktioniert, wir erkennen sofort wichtige grundsätzliche
Beschränkungen für den Wirkungsgrad: |
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1. Alle Photonen mit hn < EG werden nicht absorbiert; die in diesem Anteil des
Sonnenspektrums enthaltene Energie ist verloren. Das spricht natürlich
dafür, ein Material mit relativ kleiner Energielücke zu wählen. |
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2. Die Differenz hn EG von
Photonenergie und Energielücke geht als Wärme ans Gitter, da die
generierten Ladungsträger sich durch
Thermalisierung
sehr schnell zur Bandkante begeben. Das spricht natürlich dafür, ein
Material mit relativ großer
Energielücke zu wählen. |
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Wir haben ein
klassisches Dilemma (griechisch;
Zwangslage; Wahl zwischen zwei Übeln). Politiker vermeiden in so einem
Fall eine Entscheidung und fangen zur Ablenkung einen Krieg an (oder zerreden
das Problem bis zur Unkenntlichkeit); Theologen postulieren, dass durch
göttliche Intervention irgendwie doch beides gleichzeitig geht (Kinder
haben und Jungfrau bleiben!). Ingenieure
wissen, daß jetzt nur noch die Optimierung hilft: Wir machen das Beste daraus. |
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Dazu muß man aber erstmal die
Zusammensetzung des auf die Solarzelle fallenden Lichtes kennen, also das
solare Spektrum - für terrestrische Anwendungen (als Abgrenzung zur
Raumfahrt) so wie es bei uns auf dem Grund des Luftozeans ankommt. |
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Das ist natürlich bekannt; in einem
Illustrationsmodul kann es
in allen Details betrachtet werden |
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Letztlich erhält man folgendes
Ergebnis: |
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1. Die optimale Bandlücke
EGopt liegt bei ca. 1,5 eV (also
gerade noch im
Infraroten); GaAs würde als Material
gut
passen. |
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2. Der zugehörige maximale
Wirkungsgrad ist hmax(EGopt)
» 30%. Mehr ist aus einer Solarzelle aus
einem Optimalmaterial nicht
herauszuholen. |
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3. Für Si mit einem nicht optimalen Bandgap von 1,1 eV
erhält man hmax(Si)
» 25% . |
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Real erzielbare Wirkungsgrade in einer
Massenproduktion sind deutlich niedriger. hreal(Si) » (13
- 15) % kann als guter Wert gelten. |
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Die absolute
Leistungsdichte der Sonnenstrahlung (Äquator, "high noon", keine
Wolken) liegt ganz grob (und leicht zu merken) bei 1 kW/m2.
Daran wird auch noch soviel Forschung nichts ändern. Allenfalls die
Zerstörung der Ozonschicht (O3) bringt hier
Fortschritte, wie ein Blick ins Spektrum zeigt; aber zu Risiken und
Nebenwirkungen sollten sie hier wirklich
dringend ihren Arzt und Apotheker befragen (und eventuell ihren Politiker
schlagen)! |
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Der maximale Output einer h = 10% Solarzelle liegt demnach - Faustregel - bei
100 W/m2. |
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Da aber auch am Äquator nachts die Sonne
nicht scheint; und in höheren Breiten noch ein cos des
Breitengrades einberechnet werden muß, wird man als Mittel über
alles (Tag/Nacht, Sonne/Regen, Sommer/Winter, Tropen/Arktik) ganz ganz grob
allenfalls 10 % der Peakleistung im Jahresmittel ernten. also gerade mal
10 W/m2. |
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Das sind aber alles glattte
"Zehnerzahlen" zum Merken; in Wahrheit liegen wir günstiger
(derzeit (2006) etwa bei einem mittleren h
= 14%9. |
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Es kann also nur darum gehen, das
prinzipiell Mögliche erst mal überhaupt, und dann auch noch billig zu
erreichen. |
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Es wird Zeit für eine
Übungsaufgabe |
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Wie macht eine Diode Strom aus
Licht? |
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Zunächst produzieren wir durch die Photonen
zusätzliche Elektron-Loch Paare, d.h. wir erhöhen im Gebiet der
Lichtabsorption die Generationsrate. |
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Damit erhöhen wir insbesondere die Minoritätsladungsgträgerkonzentration
signifikant gegenüber der Gleichgewichtskonzentration; bei den
Majoritäten wird es (prozentual) sehr viel weniger ausmachen. |
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Diese zusätzlichen Minoritätsladungsträger
diffundieren im Halbleiter herum; nach der Zeit t werden sie per Rekombination wieder verschwinden -
falls sie nicht an die Kante der Raumladungszone gelangen, und als zusätzlicher Rückwärtsstrom
jr(solar) den Abhang hinunterfallen bzw. bei
Löchern hinauf. Denn da wir eine Diode haben, haben wir auch immer eine RLZ. |
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Wir halten fest: |
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Der Anteil an photogenerierten
Minoritätsladungsträgern, der per Zufallswanderung an die Kante der
Raumladungszone gelangt, erzeugt einen zusätzlichen Rückwärtsstrom, der
zunächst nicht durch einen
entsprechend großen Vorwärtsstrom kompensiert wird. |
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Dieser Anteil wird von der Absorptionstiefe und
der Diffusionslänge der Minoritäten im betreffenden Material
abhängen: Minoritäten, die tief im Inneren des Halbleiters generiert
werden, haben keine große Chance, innerhalb ihrer Lebensdauer bis an die
Raumladungszone zu gelangen - es sei denn, die Diffusionlänge
L ist entsprechend groß. |
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Damit wird der schon einmal
kurz
eingeführte Materialparameter "Absorptionskoeffizient" a interessant. Die mittlere Tiefe, in der ein Photon
der Wellenlänge l in einem Halbleiter
absorbiert wird, kann für Licht mit Energien in der Nähe der
Bandkante relativ hoch sein - insbesondere beim
indirekten
Halbleiter Si. Wir brauchen also große Diffusionslängen
(= ultraperfektes
teures Material), um die photogenerierten Ladungsträger überhaupt
zur RLZ zu bekommen. |
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Es ist inzwischen hoffentlich auch
ohne direkten Hinweis klargeworden, daß nur der zusätzliche Rückwärtsstrom
jr(solar) als externer Strom zur Verfügung
steht. |
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Das schauen wir uns jetzt etwas genauer an |
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Das rote
Licht dringt tief ein; das generierte Elektron im (p-dotiertem) Volumen
der Diode kann per Rekombination im Volumen oder an der Rückseite
"sterben". Es kann aber auch bis zur Vorderseite gelangen und dort
als Photostrom ausgekoppelt werden, falls die Diffusionslänge groß
genug ist. Das violette Licht wird dagegen in oder
dicht unter der (dünnen, ca. 0,5 µm) n- Schicht
absorbiert und trägt dann fast immer zum Photostrom bei. Der Photostrom
ist immer ein zusätzlicher Rückwärtsstrom mit der Abkürzung
jSC. |
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Was geschieht mit dem
zusätzlichen Rückwärtsstrom
jSC?
Wir können das auf zwei Weisen betrachten: Qualitativ oder quantitativ. Letzteres jetzt sogar ohne noch
groß nachzudenken - mit Hilfe der
Diodengleichung. Aber
wir beginnen noch mal qualitativ: |
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Dazu stellen wir uns jetzt vor, daß wir die
Diode kurzschließen. Der zusätzliche Rückwärtsstrom wird
dann durch den äußeren Stromkreis zur Rückseite der Diode
fließen müssen, und dort mit den zurückgelassenen
Majoritäten rekombinieren - denn eine andere Möglichkeit gibt es
nicht, die Minoritäten wieder mit den Majoritäten zusammen zu
bringen. |
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Wir haben damit einen wichtigen
Solarzellenparameter definiert: Den Kurzschlußstrom
jSC ;
"SC" steht für "short circuit". |
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Im anderen Extremfall lassen wir den Stromkreis
offen. Damit stören wir die Ladungsverteilung des Gleichgewichts. Da kein
Strom fließen kann, wird sich ein neues Gleichgewicht einstellen, indem
sich im Beispiel die n-Seite so lange negativ auflädt (ihr
Potential erhöht und die Energieschwelle erniedrigt), bis der dann
zunehmende Vorwärtsstrom den zusätzlichen Rückwärtsstrom
wieder exakt kompensiert. |
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Die dazu notwendige, über die
Kontaktspannung hinausgehende
Potentialdifferenz ist jetzt als äußere "Leerlaufspannung"
UOC
meßbar
("OC" steht für "open circuit"), da sie nicht
mehr durch die Summe der anderen Kontaktspannungen kompensiert wird. |
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Viele Worte - quantitativ ist es viel einfacher. |
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Wir müssen nur den zusätzlichen Rückwärtstrom
jr(solar) in unsere Gleichungen schreiben - fertig. |
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Wir erhalten als Diodengleichung bei Beleuchtung |
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| j(Uex) = |
æ
ç
è |
e · L · nMin(L)
t |
+ |
e · L · nMin(V)
t |
ö
÷
ø |
· |
æ
ç
è |
exp |
eUex
kT |
1 |
ö
÷
ø |
jr(solar) |
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Wir müssen nur immer
jr(solar) abziehen, denn alles andere bleibt
unverändert. Damit kann man sofort loslegen und rechnen; einfacher ist es
zunächst, sich die resultierende Kennlinie graphisch anzuschauen. |
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Wir nehmen einfach die
alte Zeichnung und ziehen - je nach
Lichteinfall - einen mehr oder weniger großen konstanten (negativen)
Rückwärtsstrom ab. Das sieht dann so aus: |
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Alles ist klar und berechenbar; wir
erhalten sofort die wesentlichen Solarzellenparameter. |
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Leerlaufspannung, Kurzschlußstrom, was
immer wir wollen, wir können es ausrechnen als Funktion der
Material- und Technologie Parameter
sowie der Temperatur. |
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Zum vollständigen Glück
fehlt uns nur noch jr(solar) selbst, der
zusätzliche beleuchtungsinduzierte Rückwärtsstrom. Der ist aber
nicht so ganz einfach zu packen. |
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Er hängt zunächst ab von der
Tiefenverteilung der generierten Minoritäten, und damit vom Lichtspektrum
und dem Absorptionskoeffizienten. |
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Dann von der Diffusionslänge, die uns sagt
wie groß die Chance ist, die Entfernung bis zum pn-Übergang
zurückzulegen. |
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Weiterhin sind Technologieparameter wichtig; ein
Beispiel dazu: Wird die Minorität "reflektiert", falls sie
zufällig an der Solarzellenrückseite vorbeikommt (und hat damit eine
Chance doch noch nach vorne zu kommen), oder wird sie dort rekombinieren? Das
hängt davon ab, wie man den Rückseitenkontakt macht. |
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Wie auch immer: Wir kennen den
maximalen Wert jrmax(solar): maximal
ein Ladungsträger pro absorbiertem
Photon fließt ab. Das ist die notwendige (aber nur sehr schwer zu
erreichende) Voraussetzung für den maximalen Wirkungsgrad hmax. |
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Und wir wissen:
jrmax(solar) erhalten wir nur, falls die Diffusionslänge L
sehr groß wird - deutlich größer jedenfalls, als die
Absorptionslänge für die langwelligste Strahlung, die wir noch
"mitnehmen" wollen. |
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Für Si bedeutet das dann
Diffusionslängen von einigen 100 µm - gigantische Distanzen
für ein kleines Elektron! |
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Wir haben wieder mal ein schönes
Beispiel für praxisorientierte Ausbildung. Die
Wirkungsweise der Solarzelle wird einfach und berechenbar mit Hilfe - und nur
mit Hilfe - der "Theorie" |
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Nutzbar zur Energieerzeugung ist nur
der 3. Quadrant der Kennlinie - nur dort entsteht eine photogenerierte
Spannung. Das schauen wir uns etwas genauer an |
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Die ausgekoppelte Leistung ist Strom mal Spannung; sie ist Null
für maximalen Strom oder maximale Spannung |
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Wir müssen also einen optimalen Arbeitspunkt suchen, bei dem
die abgegebene Leistung maximal wird. |
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Die Leistung ist für jeden
Arbeitspunkt direkt gegeben durch die Fläche des
"eingeschriebenen" Rechtecks; sie wird maximal in der Nähe des
blauen Arbeitpunkts |
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Wir können also gar nicht den maximal
verfügbaren Strom nutzen; denn wir wir müssen auch eine Spannung
aufbauen. |
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In den maximalen Wirkungsgrad hmax geht aber die (fiktive) maximale
Leistung ISC · UOC ein; in der
Praxis haben wir aber nur IAP ·
UAp; mit AP bezeichnen wir den optimalen
Arbeitspunkt. |
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Das Verhältnis
(IAP · UAp)/(ISC
· UOC); also das Verhältnis der beiden
Flächen, bezeichnet man als Füllfaktor der
Solarzelle. |
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Der Füllfaktor ist ein typischer
Technologieparameter; er ist von großer Bedeutung in der Praxis. |
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Er ist offenbar durch die Form der
Diodenkennlinie bestimmt - bei idealen, der Theorie gehorchenden Dioden,
wäre er ein für allemal fest gegeben. |
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Reale Dioden, vor allem welche mit großen
Flächen auf billigem Material, die mit minimalem Aufwand gemacht wurden
(eine Solarzellenfabrik muß typischerweisde eine (10 × 10)
cm2 Solarzelle pro Sekunde produzieren), haben aber keine ideale
Kennlinie - und das wirkt sich immer negativ auf den Füllfaktor aus. |
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Besonders schlecht sind zum Beispiel
zu große Serienwiderstände - weil die Kontaktfinger
möglicherweise zu dünn waren. Machen wir sie aber dicker, schatten
sie größere Bereiche der Oberfläche ab; auch nicht so gut. Was
genau ein Kontaktfinger ist, wird in einem
extra Modul
erklärt. |
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Wiederum haben wir ein
Optimierungsproblem - und so geht das immer weiter. |
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Letztlich sind Solarzellen ein
schönes Beispiel für angewandte
Materialwissenschaft. Die Physik
dazu ist komplett verstanden. |
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Es geht ausschließlich darum,
den Preis herunterzubringen - also gute Solarzellen schnell und billig
herzustellen. |
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Das ist aber nicht so einfach - nach
mehr als 20 Jahren intensiver Forschung und Entwicklung ist Solarenergie
immer noch viel zu teuer. |
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Fortschritte sind
mühsam, und immer das Ergebnis des Schweisses von Leuten, die ihre Theorie
gelernt haben. Kein noch so genialer "Tüftler" hat bisher in
seiner Garage irgendeinen Beitrag zur Thematik geleistet. |
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Ein winzig kleiner
Ausschnitt aus der laufenden
Solarenergieforschung findet sich im Link; hier sind dann noch
weiterführende
Betrachtungen und einige
wirtschaftliche
Daten. |
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© H. Föll (MaWi 2 Skript)