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Die Eigenschaften des
Halbleiter-Metall Kontakts definieren sich, wie wir inzwischen gelernt haben,
weitgehend aus dem Banddiagramm. |
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Die Konstruktion des Banddiagramms ist jetzt
relativ problemlos - wir verwenden unser altes Rezept. Einige zusätzlich notwendige
Spezialitäten diskutieren wir sobald sie auftauchen. |
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Wir brauchen die Fermienergie des jeweiligen
Metalls. Das ist aber nichts anderes als die
Austrittsarbeit
W; wir gehen davon aus, daß sie bekannt ist. |
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Wir müssen uns allerdings
für eine der vier möglichen
Varianten entscheiden: |
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| Halbleiter (HL) |
Fermienergie Metall
relativ zum HL im Banddiagramm |
Austrittsarbeit W |
| n-Typ |
Höher |
WHL < WMe |
| Niedriger |
WHL > WMe |
| p-Typ |
Höher |
WHL < WMe |
| Niedriger |
WHL > WMe |
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Die Spalte mit den
Austrittsarbeiten
erinnert auch daran, daß eine Fermienergie, die im Banddiagramm
"höher" liegt, eine kleinere Austrittsarbeit hat, da die
absolute Energieskala
mit Nullpunkt
"im Unendlichen" von oben nach unten läuft. |
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Warum diese Fallunterscheidungen
sinnvoll sind, werden wir sehen, sobald wir die Konstruktion versuchen. |
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Das Banddiagramm des Halbleiters
kennen wir, das Banddiagramm eines Metalls eigentlich nicht. Uneigentlich
aber schon - es
ist einfach ein bis zur Fermikante gefülltes Kontinuum. |
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Wir behandeln mal die beiden
Fälle zum n-Typ Halbleiter parallel, exakt so wie wir es beim
pn-Übergang gemacht
haben. Wir müssen aber einen Punkt "0" vorschalten:
Die Ausgangssituation hat sich geändert! |
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Wir haben jetzt einen
"Hetero"kontakt (im Gegensatz zu
dem bisher behandelten Si - Si "Homo"kontakt. |
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Es gibt also nicht mehr auf beiden
Seiten eine im Material immanent vorhandene Referenzenergie, z.B. die Valenz-
oder Leitungsbandkante, die wir als Nullpunkt oder auch nur als gemeinsamer
Referenzpunkt der Energieskala auf beiden Seiten benutzen können. |
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Wir müssen jetzt eine gemeinsame
Referenzenergie, einen Energienullpunkt zusätzlich einführen. Das ist die
Vakuumenergie, d.h. die
Energie die ein aus dem Material entferntes Elektron im "Unendlichen"
haben wird; sie ist per definitionem = 0. |
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Damit können wir jetzt
versuchen, die Banddiagramme für die beiden möglichen Fälle
paralle zu konstruieren. |
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WHL <
WMe |
WHL >
WMe |
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0.
Ausgangssituation |
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Die Vakuumenergie ist jetzt auch eingezeichnet, um die
Austrittsarbeiten verdeutlichen zu können. Die von Elektronen besetzten
Zustände sind lindgrün markiert |
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Was beim Kontakt geschehen wird ist klar: Links
werden (netto) Elektronen vom Halbleiter ins Metall wandern und das Metall
negativ aufladen, rechts ist es genau umgekehrt. |
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1. Zeichne die Fermienenergie als horizontale Linie; markiere
den Kontakt |
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2. Zeichne "weit" links vom Kontakt das Banddiagramm
von Material 1; weit rechts das von Material 2; immer relativ zu
der bereits festgelegten Fermienergie. |
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Unvermeidliche Konsequenz: Die
Nullpunktslinie muß eine Kinke bekommen! Etwas seltsam - aber
klar!?? |
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Nein? Dann den
Link betätigen! |
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Hier nur soviel: Gleichgewicht
für das System mit vielen Elektronen
wird in Banddiagrammen charakterisiert durch ein fiktives Elektron mit einer überall
konstanten Fermienergie. |
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Betrachtet man aber einen energetisch Null
ergebenden Kreisprozeß für ein
reales Elektron, läßt sich das nicht ohne eine gewisse Inkonsistenz,
eben eine "Kinke" in der Energienulllinie, in ein- und derselben
Zeichnung darstellen. |
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Das hat aber keine Bedeutung; wir haben nur ein
weiteres Beispiel, dass hochverdichtete abstrakte Schemata gegentlich an Grenze
stoßen. |
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3. Verbinde Leitungs- und Valenzband durch eine
"gefühlsmäßig" gezeichnete
Bandverbiegung. |
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| Raumladungszone |
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| Akkumulation
- neu! |
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Ein erstes Problem taucht auf: Es gibt kein
Leitungs- und Valenzband auf der anderen Seite. Was wird verbunden? |
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In diesem Fall gilt: Verbinde korrespondierende
Zustände für Elektronen (und oder Löcher). Auf jeden Fall
müssen wir eine Bandverbiegung im Halbleiter konstruieren, der für
Elektronen wie ein Potentialberg der Höhe DEF wirkt; denn es gilt
das Gleichgewichtsprinzip: Ein
Elektron gewinnt keine Energie mehr durch einen Übergang vom Halbleiter
ins Metall (links) bzw. vom Metall in den Halbleiter (rechts). |
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Warum keinen Potentialberg im Metall? Im Prinzip
sollte (und wird) auch im Metall ein Potential"gefälle" sein.
Aber die "Dicke" (=
Debye
Länge) ist immer so klein, dass diese Potentialbarriere kein Rolle
spielt; die Ladungsträger
tunneln
einfach durch. |
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Falls das Gefühl immer noch
nicht reicht: Wir wissen immer, auf welcher
Seite die Elektronen zurückgedrängt oder "angezogen"
werden. Das Band muß dann immer so gebogen werden, daß der Abstand
Fermienergie - Leitungsbandkante sich entsprechend vergrößert oder
verkleinert. |
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Wir haben auch
"Vorwärts"- und "Rückwärts"ströme
(grüne und blaue Pfeile), die notgedrungen betragsmäßig
gleichgroß sein müssen. Wir wissen bloß nicht so recht, welche
Farbe vorwärts bzw. rückwärts symbolisiert. |
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Die jeweiligen
Ladungsüberschüsse sind angedeutet: Links eine Flächenladung von
Elektronen auf der Metallseite (die Gegenladungen der positiv ionisierten
Donatoren sind aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht
eingezeichnet); rechts eine positve Flächenladung auf der Metallseite und
eine Anhäufung von Elektronen auf der Halbleiterseite. |
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Im linken Fall bildet sich also eine
Raumladungszone wie gehabt, im
rechten Fall aber haben wir etwas neues; das wir kurz besprechen
müssen |
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Wir haben offensichtlich die Dichte
der Majoritätsladungsträger lokal
erhöht. Das ist neu - bisher wurde sie durch Kontakte immer nur
erniedrigt. |
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Es gibt aber keinen Grund, warum das nicht auch
passieren kann. Die Fermienergie liegt jetzt sogar für ein kurzes
Stückchen im Leitungsband - auch dagegen spricht vom Grundsatz her
nichts. |
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Obwohl das ein prinzipiell völlig normales
Verhalten ist, spricht man in solchen Fällen von "entarteten
Halbleitern" (engl. "degeneration"). |
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Eine Entartung kann auf mannigfaltige
Weise erreicht werden. Im Gleichgewicht zum Beispiel durch |
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Sehr hohe Dotierung. |
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Kontakte, die so gebaut und/oder vorgespannt
sind, daß sie die Majoritätsladungsträger anziehen und damit am
Kontakt anreichern - wie im obigen rechten Fall. Man spricht dann von
Anreicherung oder Akkumulation. |
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Man kann Akkumulation aber auch im
Nichtgleichgewicht erreichen. |
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Das scheint zwar ein Widerspruch in sich zu sein,
denn in Nichtgleichgewicht ist die Fermienergie eigentlich gar nicht definiert;
Aussagen über ihre Lage sind dann im Prinzip sinnlos.
Ladungsträgerkonzentrationen sind aber immer definiert, und man kann sich
natürlich die Frage stellen: Wo müßte die Fermienergie liegen,
wenn für die vorliegenden Ladunsgträgerkonzentrationen Gleichgewicht
herrschen würde? |
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Was herauskommt nennt man "Quasifermienergie". Das ist nicht nur
eine sehr sinnvolle Größe, sondern sie kann auch im Leitungs- oder
Valenzband des Halbleiters liegen und damit Entartung signalisieren. |
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Machbar ist Entartung in diesem Fall
insbesondere, indem man über z.B. über einen pn-Kontakt
Unmengen an Ladungssträger in die jeweils ander Seite injiziert. Jeder
Halbleiterlaser beruht auf
diesem Prinzip; Entartung im Nichtgleichgewicht ist die absolut notwendige
Bedingung für sein Funktionieren |
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Noch etwas unklar ist die Ausdehnung
der Akkumulationszone. Aber im Grunde sind wir
schon einmal
auf eine ähnliche Fragestellung gestoßen - sie wurde in einem
eigenen Modul
behandelt. |
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Die Ausdehnung der Akkumulationszone ist
identisch mit der Eindringtiefe eines externen elektrischen Feld in ein
Material. Und jedes Feld wird solange in ein Material eindringen, bis jede
Feldlinie eine Ladung gefunden hat, auf der sie enden kann. |
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Betrachten wir zum Beispiel ein Metall, dann gibt
es entweder sehr viele Elektronen, oder, falls ich die Elektronen nur ein ganz
kleines bißchen zurückdränge, sehr viele positiv geladene
Metallionen, die jedes Feld auf kürzeste Distanz "absorbieren"
oder abschirmen können. Die Dicke dieser "Abschirmschicht"
heißt Debyelänge; Details dazu
finden sich in in
anderen
Hyperskripten. |
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In dotierten Halbleitern (und
nur in dotierten Halbleitern), muß
die Lage differenziert gesehen werden. Für eine Polarität der Feldes wird die Abschirmung
durch die beweglichen Majoritätsladungsträger übernommen werden
können. Es sind viele, und sie sind
beweglich; sie können sich also in Grenzflächennähe
anhäufen (= akkumulieren) - die Debyelänge ist entsprechend
klein. |
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Polt man das Feld um, muß es jetzt von den
unbeweglichen ionisierten Dotieratomen abgefangen werden. Sie sind nicht
beweglich, ihre Dichte ist viel kleiner als die der positiv geladenen
Metallionenrümpfe, und man muß schon eine größere Zone -
eben die Raumladungszone - von den beweglichen
Majoritätsladungsträgern freiräumen, um genügend
Dotieratome zu "entblößen", die das Feld abschirmen
können. Die Debyelänge ist größer als im umgekehrten Fall
- nur daß man sie nicht mehr Debyelänge nennt, sonder
Raumladungszonenweite. |
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Offenbar nimmt die Debyelänge mit der
Konzentraion an verfügbaren Ladunsgträgern ab - in Metallen ist sie
typischerweise < 1 nm - man sagt "elektrische Felder können
in Metalle nicht eindringen". In Isolatoren geht sie gegen ¥, und in (dotierten) Halbleitern ist sie nicht
besonders groß, aber doch deutlich größer als in Metallen.
Auch dazu haben wir schon mal einen
"advanced"
Modul bemüht. |
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Langer Rede kurzer Sinn: Das
bißchen Bandverbiegung, das in rechten Fall noch eingezeichnet ist,
symbolisiert jetzt die Debyelänge; sie ist auf jeden Fall viel kleiner als
die Raumladungszonenweite. |
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So weit so gut. Die Frage ist jetzt
natürlich: Was passiert, wenn wir eine externe Spannung anlegen. Dieser
Frage werden wir im nächsten Unterkapitel nachgehen |
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© H. Föll (MaWi 2 Skript)