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Wir haben mehrfach direkt oder
indirekt gelernt, dass für alle (freien) Teilchen oder Quasiteilchen, die
dann immer durch eine ebene Welle mit Wellenvektor k = 2w/l und einer Kreisfrequenz
w beschreibbar sind, in der Quantentheorie
für Gesamtenergie E und Impuls p sehr einfache
Gleichungen gelten: |
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| E |
= |
·
w |
| p |
= |
·
k |
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Heißt das, dass alle Teilchem
mit demselben Wellenvektor auch dieselbe Energie haben? Nein - heißt es nicht, denn die Beziehung
zwischen w und k ist die
Dispersionsrelation, und die kann
für verschiedene Teilchen sehr verschieden sein. |
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Schauen wir uns das mal konkret an -
für unsere Teilchen Elektron und
Photon, sowie für das Quasiteilchen
Phonon. |
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Was wissen wir über die
Wellenvektoren, Frequenzen und Dispersionsrelationen für dieses
Dreigestirn? Eine ganze Menge, aber wir haben das nie so ganz systematisch
dargestellt. Schaun' mer mal; aber nur ganz grob - wir betrachten
ausschließlich Größenordnungen. |
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Photonen. Wir interessieren uns hier
nur für Infrarot (IR) - Ultraviolett (UV), also das Spektrum
rund ums sichtbare Licht. Wir haben folgende Eigenschaften: |
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Wellenlängen von Licht, wie oben
definiert, weiß man einfach. Sie
liegen so um 5 µm - 0.1 µm. Damit haben wir Wellenvektoren im
Bereich (106 - 5 · 107)
m1. |
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Frequenzen weiß man nicht
einfach, man kann aber nachschauen, oder sie mit der nachfolgenden Gleichung
berechnen. Wir haben jedenfalls w
» (4 · 1014 2 ·
1016) s1. |
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Die Dispersionsrelation des Lichtes
kennen wir vielleicht nicht unter diesem Namen, aber
was wir kennen
müssen ist die elementare
Beziehung |
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| c = n · l = |
w
2p |
· |
2p
k |
= |
w
k |
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Dabei ist c natürlich
die Lichtgeschindigkeit, also im Vakuum ca. 3 · 108 m/s
- das weiß man. Und - hey- wir haben hier ja schon eine
Dispersionsrelation,
eine Beziehung zwischen w und k
für elektromagnetische Wellen (im Vakuum). |
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Die freien Elektronen des Kristalls tummeln sich alle in
den ersten Brillouinzonen.
Damit wissen wir: |
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Die
Wellenvektoren liegen
maximal so um (einige) p/a; Mit einer
Gitterkonstanten a so um 0.3 nm (weiß man), haben die energiereichen Elektronen
Wellenvektoren so um k = 1010 m1, und
damit Wellenlängen im nm Bereich. |
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Selbstverständlich kann man im
Rahmen des freien Elektronengasmodells auch kleine k's bis
k = 0 haben, aber diese Elektronen sind
verhältnismäßig uninteressant. |
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Die
Dispersionsrelation -
diesmal für die Energie - kennen wir, sie lautet |
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Ek = · wk = |
2 · k2
2me |
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Daraus können wir die
Frequenzen berechnen und
erhalten |
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| wk = |
· k2
2me |
» |
1034 · 1020 J · s
2 · 9.1 · 1031 kg · m2 |
» 5 · 1015
|
kg · m2 · s
s2 · kg · m2 |
» 5 · 1015
Hz |
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Wie der Zufall (???) so spielt, ist das dieselbe
Größenordnung wie bei den Photonen. |
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Bleiben noch die
Phononen. Hier wissen wir gar
nichts, es sei denn wir haben den entsprechenden
Fortgeschrittenen
Modul gelesen. Falls nicht, tun wir das jetzt. Dann können wir
folgende Angaben machen: |
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Wellenvektor: Ist ähnlich wie
bei den Elektronen maximal p/a, d.h.
er liegt in der ersten Brillouinzone. |
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Frequenz: Maximal ca.
1013 Hz; die Kreisfrequenz kann dann 1014
Hz sein. |
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Die Dispersionsrelation für den den
einfachst möglichen Fall (nur ein Atom in der Basis) lautet (und das muss
man hier einfach glauben): |
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| w |
= |
æ
ç
è |
2Y · a
ma |
æ
è |
1 cos(ka) |
ö
ø |
ö
÷
ø |
1/2 |
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Dabei ist Y der
Elastizitätsmodul und ma die Masse des
Atoms. |
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Mit den obigen Zahlen können wir
jetzt die Größenordnungen für Energie und Impuls unserer drei
Teilchen berechen. |
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Dazu legen wir eine Tabelle an |
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Photon |
Elektron |
Phonon |
| Wellenvektor k |
107 m1 |
1010 m1 |
1010 m1 |
| Frequenz w |
4 · 1015 Hz |
4 · 1015 Hz |
1014 Hz |
Energie E =
·
w |
2.4 eV |
2.4 eV |
0.06 eV |
Impuls p =
·
k |
107 ·
·
m1 |
1010 ·
·
m1 |
1010 ·
·
m1 |
» 6 · 1016 eV/s |
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Was lernen wir daraus? Etwas sehr
wichtiges: Salopp ausgedrückt gilt: |
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Photonen
haben Energie, aber kaum Impuls. |
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Phononen
haben Impuls, aber kaum Energie. |
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Elektronen
haben Impuls und Energie. |
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Daraus folgt sofort: |
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Bei einer Wechselwirkung von nur zwei der drei
Teilchen, kann der Impuls- und Energieerhaltungssatz i.a. nicht erfüllt werden. |
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Deshalb sind z.B. bei der Interaktion von Licht
(= Photonen) mit einem Kristall (= freie Elektronen) fast immer auch Phononen
beteiligt. |
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© H. Föll