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Die Frage war. Kann man von den
gegebenen Magnetisierungskurven die
magnetischen Momente der Fe, Ni und Co Atome errechnen? In
Einheiten eines
Bohrschen
Magnetons, natürlich. |
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Einfach - mit ein paar kleinen Tricks |
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Zuerst besorgen wir und die wesentlichen Daten:
- Gitter Fe: bcc; Gitterkonstante a = 2.86 Å;
atomare Dichte rA(Fe) =
2/0.2863 Atome/nm3 = 85.5 Atome/nm3
- Gitter Nifcc; Gitterkonstante a = 3.52 Å;
atomare Dichte rA(Ni) =
4/0.3523 Atome/nm3 = 91.7 Atome/nm3
- Gitter Co: hex; Gitterkonstanten a = 2.51 Å, c = 4.0
7Å; Atomare Dichte rA(Co) =
2/[½ · c · a2 · 3½
Atome/nm3 = 90.1 Atome/nm3
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Dannn erkennen wir, dass die gezeigten Kurven die
maximale Magnetisierung wiedergeben, d.h. alle magn. Momente sind perfekt in
Feldrichtung ausgerichtet. Damit können wir die folgenden Zahlen für
die Sättigungsmagnetisierung mSatgenerieren :
- mSat(Fe) = 17 · 105
A/m
- mSat(Fe) = 5 · 105
A/m
- mSat(Fe) = 14 · 105
A/m
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Die Einheit ist jedoch A/m, nicht was wir
brauchen. Offenbar müssen wir die Einheit umwandeln - aber in was? |
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Wenn wir ein Bohrsches Magneton,
mBohr, betrachten, haben wir |
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Wir brauchen offenbar die Einheit Am2. Das
bekommt man, indem man die A/m mit m3
multipliziert - damit wird dann klar, dass mSat
prom3 gegeben ist, wie es ja wohl für eine spezifische
Größe auch sein sollte! |
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Die magnetischen Momente
mA pro Atom sind damit: |
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Was wir erhalten ist: |
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| mA(Fe) = |
17 · 105 A/m
85.5 Atome/nm3 |
= |
17 · 105
85.5 |
A · 1027 m3
m |
= |
1.98 · 1023 A/m2 |
= 2.14 mB |
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| mA(Ni) = |
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5.45 · 1024 A/m2 |
= 0.588 mB |
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| mA(Co) = |
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1.55 · 1023 A/m2 |
= 1.67 mB |
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Das ist doch ein interessante
Ergebnis! Es ist zunächst befriedigend, da wir gute Zahlen in der
Nähe eines Bohrschen Magnetons erhalten. Es ist aber auch herausfordernd,
denn die Zahlen sind nicht dicht an 1, 2 oder auch 3, wie
man naiv erwarten könnte. |
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Wie kann Ni z. B. ein magnetisches Moment
von 0.588 mB haben, und ein Fe Atom eines von 2.14
mB, wenn man bedenkt, dass ein Elektron immer nur exakt eins
hat? |
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Zwei Möglichkeiten können
wir dazubetrachten:
- Unsere Rechnung ist etwas daneben
- Es gibt noch so ein paar bisher nicht diskutierte Effekte, die das
magnetische Moment eines Atoms in einem
Kristall beeinflussen.
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Die erste Möglichkeit schliessen wir aus,
denn in Standardtextbüchern wie z. B. im "Kittel" finden wir die folgenden Zahlen
für mA:
- mA(Fe) = 2.22 mB
- mA(Ni) = 0.606 mB
- mA(Co) = 1.72 mB
Nicht identisch zu den unseren, aber doch dicht drauf. Nun gut, die Zahlen im
Kittel sind für T = 0 K, während unsere aus T = 300 K
Messungen stammen (und deshalb ein bißchen kleiner sein sollten) |
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Wir haben also offenbar noch ein paar bisher
nicht diskutierter Effekte. Was kommt in Frage? Hier ist eine kurze Liste:
- Es könnte eine Wechselwirkung zwischen "Spin"-Moment und
"Bahnmoment" geben.
- Die freien Elektronen im Metall "spüren" die geordnete
Spinstruktur der noch am Atom gebundenen Elektronen und ordnen iher Spins bis
zu einem gewissen Grad jetzt auch.
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Das alles gibt's; es können damit sogar
große Effekte entstehen. Dysprosium (Dy), zum Beispiel, ist ein
Ferromagnet unterhalb seiner (technisch witzlosen) Curietemperatur von 88
K. Seine Atome haben dann ein magnetisches Moment von gigantischen
mA(Dy) = 10.2 mB; resultierend aus einer optimalen
Kombination von Spin- und Bahnmomenten |
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© H. Föll (MaWi für ET&T - Script)