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Im vorhergehenden Unterkapitel haben
wir betont, daß über einen pn-Übergang ständig
Ströme fließen, und daß wir in der Außenwelt davon nur
nichts merken, weil sie sich gegenseitig aufheben. |
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Wir haben auch festgehalten,
daß es genauso naiv (um nicht zu sagen falsch wäre) zu behaupten,
daß dann eben keine Ströme
fließen, wie es falsch ist zu behaupten, daß bei unverändertem
Kontostand keine Einzahlungen und Abhebungen erfolgt sind. |
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Wir müssen uns also die diversen
Ströme etwas genauer anschauen. Dazu betrachten wir nochmal das
zuständige Banddiagramm, und geben dann den diversen Teilströmen
erstmal Namen. |
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Betrachten wir erstmal die Elektronen im
Leitungsband. Rechts ist das n-Gebiet, und wir haben einen
jF(L) genannten Elektronenstrom eingezeichnet, der
energetisch bergauf fließt. |
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Das ist der durch den
Konzentrationsgradienten der Elektronen getriebene Strom, wir nennen ihn
deshalb gerne auch Diffusionsstrom. Die
"bergauf" Situation ergibt
sich, weil er "gegen" das elektrische Feld in der RLZ des
pn-Übergangs fließen muß. |
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Die diesen Strom tragenden Elektronen finden sich
nach ihrer bergauf Wanderung als Minoritätsladungsträger im
p-Gebiet wieder, wo sie noch eine Weile herumwandern (für im Mittel
t Sekunden, um genau zu sein) und dabei (im
Mittel) eine Diffusionlänge L weit kommen. Letztlich
verschwinden sie durch Rekombination, deswegen nennt man den Diffusionsstrom
auch gerne Rekombinationsstrom. Das
ist aber nur ein anderer Name für dieselbe Sache. |
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In Kürze sind wir ein
bißchen schlauer und wissen, daß dieser Strom der wesentliche
Anteil an dem Vorwärtsstrom einer aus einem
pn-Übergang gefertigten Diode ist.
Deswegen nennt man ihn auch Vorwärtsstrom (engl.
forward current). |
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Welche Bezeichnung man benutzt ist
reine Geschmackssache. Unser Geschmack
tendiert zum "Vorwärtsstrom", abgekürzt
jF(L) , und diese Bezeichnung werden wir von nun an
beibehalten. |
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Das "L" deutet an,
daß wir über den aus dem Leitungsband kommenden Vorwärtsstrom reden,
d.h. einen Elektronenstrom. |
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Für die Löcher gilt exakt
dieselbe Überlegung; man darf nur nicht vergessen, daß für
Löcher die bergab Bewegung die
energetisch schwierigere ist - sie wollen immer
nach oben! |
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Den Löcher Diffusions- Rekombinations oder Vorwärtsstrom kürzen wir mit
jF(V) ab, damit ist klar, daß er aus dem
Valenzband stammt. |
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Den in die jeweils
entgegengesetzte Richtung fließenden Strom im Leitungs- und Valenzband
haben wir bisher nicht groß beachtet. Das wird sich gleich ändern,
aber vorher wollen wir ihn benennen. |
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Die wenigen Elektronen und
Löcher, die von der p- oder n-Seite ins n- bzw.
p-Gebiet fließen, werden von dem elektrischen Feld in der
RLZ nicht behindert, sondern im Gegenteil beschleunigt - sie
fließen energetisch bergab bzw. bergauf. Deswegen heißt dieser
Strom auch Feldstrom. |
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Vergleichen wir die Situation mit der
Bewegung von Elektronen"schwärmen" im elektrischen Feld, dann
erkennen wir (hoffentlich), daß das elektrische Feld des
pn-Übergangs den hier betrachteten Ladungsträgern, die
ansonsten nur planlos durch den Gegend ziehen, eine
Driftgeschwindigkeit
verleiht - deswegen nennt man diesen Strom auch Driftstrom. |
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Die Ladungsträger, die uns den
Feld- oder Driftstrom liefern, sind in ihrer jeweiligen
Ursprungsheimat die Minoritätsladungsträger. Da wir
Gleichgewicht haben, müssen alle, die auf ihrer (Zufalls) Wanderung an den
Rand der RLZ kommen, und dann unweigerlich den Berg hinunterfallen
(bzw., falls es Löcher sind: hinauffallen), ersetzt werden. Das kann nur
durch (thermische) Generation im Ursprungsgebiet erfolgen. Deswegen nennen wir
diesen Strom auch gerne Generationsstrom. |
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Schließlich, falls wir
konsequent sind, muß unser Feld-,
Drift- oder Generationsstrom wohl auch der
Rückwärtsstrom sein (engl.
"reverse current"),
schließlich brauchen wir einen Gegenpart zu dem Vorwärtsstrom, den wir
bereits eingeführt haben. |
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Welche Bezeichnung man benutzt ist
immer noch reine Geschmackssache. Unser
Geschmack tendiert unbeirrbar zum "Rückwärtsstrom", abgekürzt
jR(L) oder jR(V), je nachdem
ob wir das Leitungs- oder Valenzband betrachten; und diese Bezeichnung werden
wir von nun an beibehalten. |
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Die Eine oder der
Andere bekommt jetzt vielleicht etwas Teilchensortierungsbauchweh. |
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Da behaupten wir gerade eben,
daß uns durch den Rückwärtsstrom Minoritäten abhanden kommen, die wir per Generation ersetzen
müssen - aber ein paar Zeilen weiter oben
haben wir festgestellt, daß wir zuviel Minoritäten haben, weil der
Vorwärtsstrom ständig welche liefert? Wat denn nu? |
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Das ist keine Trivialfrage. Wir
transmutieren sie mal in ein bekannteres Terrain: Verringern ständige
Abhebungen nun den Kontostand, oder tun sie es nicht, falls völlig
unabhängig auch Einzahlungen erfolgen? |
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In der richtigen Wissenschaft
muß man sehr sorgfältig darauf achten, die Dinge nicht mehrfach zu
mischen. In der Systematik getrennter Vorwärts- und
Rückwärtsstrombetrachtungen, wird nur einmal gemischt, nämlich dann, wenn wir die
vier Teilströme (vorzeichenrichtig) addieren. Ansonsten aber müssen
wir aber bei Betrachtung eines Teilstroms
die anderen immer vergessen, sonst wird doppelt gemoppelt. |
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Selbstverständlich fließen
nicht vier säuberlich getrennte Teilströme, sondern Elektronen
wandern in dem Kristall herum (es gibt nur
einen; die Kristallatome wissen nicht ob sie zur p- oder n-Seite
gehören). Und was sie individuell als Funktion ihrer Position und der dort
herrschenden Bedingungen machen, mittelt und addiert sich statistisch zu
Strömen (die ja immer Mittelwerte
über viele Ladungsträger, Zeit und Raum sind). Einen klar definierten
Teil der wandernden Elektronen haben wir schon abstrahiert und durch
Löcher ersetzt; jetzt machen wir eine weitere Abstraktionen und ordnen
definierte Teile der Elektronen jeweils einer Stromsorte zu. |
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Die Trennung in
Teilströme ist letztlich nur ein buchhalterischer
Trick, man könnte es auch anders machen; die Freiheit hat man.
Was man aber nicht darf, ist die
möglichen Bilanzierungssysteme oder die Einzelposten in einem System
willkürlich oder absichtlich zu mischen. Denn dann sind willkürliche
(oder auch absichtliche) Ergebnisse möglich. |
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Die trickreiche Vermischung von
verschieden Bilanzierungssystemen ist durchaus weit verbreitet; gerade jetzt
(Mitte 2002) herrscht an der Börse und bei Anlegern eine gewisse
Verwunderung darüber, daß Firmen, die gerade noch in ihrere Bilanz
große Gewinne hatten, jetzt plötzlich komplett bankrott sind. Ende
2007 und 2008 ("subprime loan crisis") ist die
Verwunderung noch größer - irgenwie sind hunderte von Milliarden
weg, die die Banken kurz vorher noch glaubten zu haben. |
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Falls wir das tun, sind wir aber keine Ingenieure mehr,
sondern Meister der Geschäftsverwaltung (vornehm "Master of Business
Administrations" oder MBA), wenn nicht sogar Politiker. Wollen wir
das? Eben! Wir halten unsere Bilanzen
ehrlich, die Teilströme säuberlich getrennt, und müssen uns dann
auch nicht darüber streiten, ob wir jetzt zuviel oder zuwenig Einwanderer
haben. |
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Wie groß sind
denn nun unsere Vorwärts-und Rückwärtsströme? |
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Hmmmm - für den
Vorwärtsstrom ist das nicht so einfach zu sagen. Wir reden über den
Anteil eines Gewusels von Elektronen/Löchern, die, falls sie zufällig
gegen den Energieberg in der RLZ anrennen, genug Schwung haben, um die
Steigung hinaufzukommen. |
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Die Höhe des Bergs, d.h. die
Höhe der Energiebarriere, wird dabei sicher eine entscheidende Rolle
spielen. Wir können erwarten, daß der übliche Boltzmannfaktor
exp DE/kT auftaucht - aber
so ganz klar sind die Verhältnisse noch nicht. |
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Deshalb schauen wir uns jetzt mal den
Rückwärtsstrom an - vielleicht sind die Verhältnisse da
einfacher. |
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Was wir bei genauer Betrachtung sehen
sind relative wenige Minoritätsladungsträger, die fast überall
im Material geboren werden (durch Generation), ziellos durch den Kristall
wandern (per "random walk"), und nach Ablauf ihrer (mittleren)
Lebensdauer t durch Rekombination sterben -
an einem Ort, der (im Mittel) eine Diffusionslänge L von
ihrem Geburtsort enfernt ist. Im feldfreien Bereich des Kristalls laufen diese
Ladungsträger energetisch auf einer Ebene. |
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Einige dieser Ladungsträger
werden aber auf ihrer Wanderung zufällig an den Rand der RLZ
geraten. Was dann geschieht ist exakt dasselbe, was einem
besoffenen Radfahrer
passiert, der auf einer Ebene in Schlangenlinien durch die Gegend fährt,
und plötzlich an eine Abhang gerät: Er fährt hinunter! Und zwar
immer! Und zwar völlig unabhängig davon, wie weit hinunter es
geht. |
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Wir brauchen keinen Boltzmannfaktor
oder sonst was, um den energetisch bergab fließenden Strom zu berechnen.
Es reicht völlig aus, zu wissen wieviele besoffene Radfahrer - sorry, Elektronen
oder Löcher - pro Sekunde an die Kante
des Abhangs gelangen. |
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Damit liegt folgender Ansatz für
den Rückwärtsstrom nahe: Der Rückwärtsstrom ist
proportional zur Ladungsträgerkonzentration, d.h. |
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jR(L) |
µ |
e · nL |
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jR(V) |
µ |
+ e · nV |
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Die nL,V
sind die Konzentrationen der (Minoritäts)elektronen im Leitungsband bzw.
Löcher im Valenzband; die Elementarladung e brauchen wir, um aus
einem Teilchenstrom einen elektrischen Strom, d.h. Ladungstransport zu
machen |
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Dieser Ansatz ist falsch!!!! |
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Warum denn? Die Proportionalität
zur Konzentration ist doch offensichtlich? Schon, aber betrachten wir doch noch
mal das Radfahrerbild ganz genau: |
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Überall auf der Energiehochebene
fahren besoffene Radfahrer "random" durch die Gegend - bis sie nach
Ablauf ihrer Lebensdauer t vom Fahrad fallen
oder den pn-Abhang runter sausen und (als Fahrradfahrer) nicht mehr
existieren. Das hat aber eine einschneidende Konsequenz: |
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Nach ein paar t gibt es keine
Fahrradfahrer mehr! |
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Um eine konstante Dichte zu erreichen, müssen wir wohl
ein paar Kneipen postulieren, die mit konstanter Generationsrate immer neue
Radfahrer auf die Reise schicken. |
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Damit haben aber nur
die Jungs (und Mädels), die in der
Nähe des Abhangs aus der Kneipe
kommen, überhaupt eine "Chance", innerhalb ihrer Lebenszeit
zufällig an die Kante zu gelangen. Wir können eine Art
"Einzugsgebiet" definieren, das natürlich proportional zur
Diffusionslänge L sein muß. |
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Der Rückwärtsstrom der Berg
runter Fahrenden muß deshalb proportional zu L sein; das
ist einsichtig. Aber was ist mit der Konzentration
nL,V? |
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Sie nützt gar nichts. Wenn wir
in Onkel Dagoberts Geldspeicher ein Loch bohren, ist
der daraus abfließende Geldstrom nur für kurze Zeit proportional zur
Geldkonzentration im Speicher; nach kurzer Zeit ist er Null - der Speicher ist
leer. |
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Sobald alle Radfahrer im
Einzugsbereich der RLZ -Kante den Berg hinuntergerauscht oder sowieso
vom Rad gefallen sind, ist der Strom versiegt. |
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Damit ist klar: Für
"steady state", d.h. konstanten
Strom, kann man immer nur soviel pro Sekunde abziehen, wie neu generiert
wird. |
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Mehr Radfahrer als im Einzugbereich
pro Sekunde aus den Kneipen kommen, können nicht pro Sekunde den Berg
hinunterfallen: Der Strom muß also proportional
zur Generationsrate sein, nicht zur Konzentration! |
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Die Generationsrate G
(im Gleichgewicht) kennen wir aber: Sie ist genauso groß wie die
Rekombinationsrate R,
wir hatten
folgende Formel: |
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| GGG = RGG = |
nMin
t |
= |
(ni)2
NDot · t |
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Die letzte
Gleichsetzung muß erklärt werden: |
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Sie folgt aus dem
Massenwirkungsgesetz, das uns
für die Minoritätsladungsträgerdichte die Beziehung
nMin · nMaj =
(ni)2 liefert, und aus der
üblichen
Näherung nMaj »
NDot für die Majoritätsladungsträgerdichte
bei "mittleren" Temperaturen . |
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Berücksichtigt man, daß
die Elektronen im Leitungsband aus dem p- in den n-Bereich in
positiver x-Richtung fließen und dementsprechend die
Löcher im Valenzband von n- in den p-Bereich in negativer
x-Richtung fließen, so erhalten wir schließlich
für die Rückwärtsströme |
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| jR(L) = |
e · L · nMin(L)
t |
= |
e · L · (ni)2
NA · t |
| jR(V) = |
e · L · nMin(V)
t |
= |
e · L · (ni)2
ND · t |
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Eigentlich
müßte statt dem Gleichheitszeichen "=" ein
Proportionalitätszeichen "µ" stehen, denn wir wissen nur, daß
jR(L,V) proportional zur
Diffusionslänge L ist. Wir wissen aber auch, daß
die entsprechende Proportionalitätskonstante nicht sehr verschieden von
1 sein kann. "Richtige" Rechnungen zeigen nun, daß sie
exakt = 1 ist - wir dürfen also getrost das Gleichheitszeichen
benutzen. |
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nMin(L,V)
kennzeichnet dabei die Minoritätsladungsträgerdichte im Leitungsband
(dann sind es Elektronen) oder im
Valenzband (dann sind es Löcher). Die
zugehörige Dotierkonzentration ist die der Akzeptoren (für die Elektronen) und die der
Donatoren (für die Löcher) - hier
muß man etwas aufpassen! |
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Das war gar nicht so schwer -
jedenfalls leichter, als den Vorwärtsstrom zu berechnen. Aber das müssen wir auch gar nicht mehr tun -
denn im Gleichgewicht müssen Vorwärts- und
Rückwärtsströme in jedem Band für
sich identisch sein: |
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| jR(L) =
jF(L) |
= |
e · L · (ni)2
NA · t |
| jR(V) =
jF(V) |
= |
e · L · (ni)2
ND · t |
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Das ist doch schon was! Wir haben
Gleichungen für Ströme, in die die wesentlichen Kenngrößen
der Halbleiter eingehen: ni definiert bei gegebener
Temperatur die Energielücke, und damit das Grundmaterial, t sagt was über die Art der Bandstruktur
(direkt/indirekt) und über die Perfektion des Kristalls, und
NDot sagt was über die Technologie aus - was wir
mit dem Material gemacht haben. |
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Man beachte, daß die
Elektronenströme und die Löcherströme verschieden groß
sein werden - sie skalieren direkt mit der Dotierkonzentration. |
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Das wird noch mal sehr wichtig
werden! |
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© H. Föll