| 1. Wie oft muß man die Demokritsche Gedankenoperation ausführen? | ||||||||||||||||||||||||||
| Man müßte die
Gedankenoperation keine 19 Mal ausführen, denn: |
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| Da ein Atom einen Durchmesser von ca.
1010 m hat, müßte man ca.
108 Atome aneinanderreihen, um eine Kantenlänge von 1
cm zu erhalten. Anders herum betrachtet, suchen wir die Anzahl
N der Schritte, mit der wir die Atomanzahl verdoppeln
müssen, um von 1010 m auf 102
m Kantenlänge zu kommen. Also: |
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| 2N · 1010 m =
102 m, oder 2N = 108, oder N = ln(108) = 18,42 |
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| 2. Wie groß müßte ein Atommodell sein, bei dem der Atomkern ca. 1 cm durchmißt? | ||||||||||||||||||||||||||
| Das Atommodell müßte einen Durchmesser D von 1 km haben, denn das Verhältnis von Atomdurchmesser zu Atomkerndurchmesser beträgt: | ||||||||||||||||||||||||||
| 1010 m : 1015 m = 103 m : 102 m. | ||||||||||||||||||||||||||
| 3. Wieviele Atome passen in einen Würfel mit der Kantenlänge 10 nm oder 100 nm? | ||||||||||||||||||||||||||
| Kantenlänge 10
nm: Volumen des Würfels: VW = (10 nm)3 = 1024 m3 Volumen eines Atoms: VA = (4/3) · p · r3, mit r = 1/2 · 1010 m VA = 4/3 · 1/8 ·p · 1030 m3 = 5,23 · 1031 m3 = 5,23 · 1022 mm3 |
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| Da Atome nicht eckig sind und somit ein
gegebenes Volumen wie einen Würfel nicht vollständig ausfüllen,
ist die Packungsdichte P, die von der jeweiligen Kristallstruktur
bestimmt wird, mit zu berücksichtigen. Hierbei gilt: P = Volumen der Atome im Würfel/Würfelvolumen |
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| Wir erhalten damit für die gesuchte Zahl
N N · VA = P · VW , oder N = P · VW/VA, mit dem Ergebnis |
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| Bei einer Kantenlänge von 100 nm erhalten wir dieselben Werte multipliziert mit 1 000, denn das Würfelvolumen ist jetzt 1000 mal größer. | ||||||||||||||||||||||||||
| 4. Wieviel
Fe - Atome auf der Oberfläche eines quadratischen Si -
Kristalls (Kantenlänge 1cm und Dicke 1 mm; das ist ein
Stück eines Wafers für die Mikroelektronik) reichen aus, um nach
Eindiffusion ins Volumen (gleichförmige Verteilung angenommen) , die
kritische (für Chips) Konzentration von ca. 1012 cm
3 zu erreichen? Wie groß ist diese Konzentration in % der Konzentration der Si - Atome an der Oberfläche (in cm2)? |
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| Berechnung der Anzahl
der benötigten Eisenatome: Volumen des Si-Kristalls: VSi = 0,1 cm3 Die kritische Konzentration ist Kcrit = 1012 cm3, daraus folgt für die Zahl der Eisenatome NFe NFe/VSi = = 1012 cm3, oder NFe = 1012cm3 · 0,1 cm3 = 1011 Somit reichen 1011 Eisenatome aus, um die kritische Konzentration zu erreichen. |
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| Berechnung der
Oberflächenkonzentrationen: Oberfläche O des Si-Kristalls: O = 2 cm2. |
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| Die Oberflächendichte DFe der Eisenatome beträgt somit: DFe = NFe/O = 1011/ 2 cm2) = 5 · 109 cm2. |
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Da die Gitterkonstante von Silizium a = 0,543
nm beträgt, und Silizium eine 2-atomige Basis aufweist, sitzt
auf der Oberfläche O des Kristalls folgende Anzahl
NSi an Si-Atomen:
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| Die Oberflächendichte DSi der Siliziumatome beträgt somit: DSi = NSi/O = 6,7 · 1014 cm2. |
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| Es ergibt sich an der Oberfläche des
Kristalls also folgendes Verhältnis G von Eisen- zu
Siliziumatomen: G » (NFe/NSi) oder G » 7,4 · 105 = 0,0074 % Das heißt: Falls nur 0,0074% aller Oberflächenatome aus Eisen sind, ist der Chip anschließend kaputt. |
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| 5. Hochauflösende Bilder der Elektronenmikroskopie sind typischerweise 18 cm x 14cm groß und zeigen Atomreihen (senkrecht zur Bildebene) die als verschwommene Punkte mit Durchmessern von ca 1 mm erscheinen, wobei alle Atome, die in einer Säule von ca. 30 nm Dicke stecken, aufeinander projeziert werden - ein Beispiel ist im Link zu sehen. An den ca. 500 Mikroskopen die seit ca. 15 Jahren im weltweiten Einsatz sind, werden täglich ca. 10 Bilder produziert. | |||||||||||
| Wieviel Atome wurden
- ganz grob - damit weltweit bisher angeschaut? |
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Ganz grob (d.h. ohne Berücksichtigung der
Packungsdichte) wurden damit weltweit bisher 2,57 ·1014
Atome angeschaut, denn
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| 6. Wie groß ist damit das bisher mit Elektronenmikroskopen untersuchte Volumen aller betrachteten Materialien? | |||||||||||
| Das Volumen eines
Atoms ist etwa 1/6p · 1030 m3 = 5,23 · 1022 mm3. |
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| Das gesamte mit Hochauflösung untersuchte Volumen beläuft
sich damit auf V = 2,57 · 1014 · 5,23 · 1022 mm3 = 13,44 · 108 mm3 = 134,4 µm3. |
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| Das ist nicht übertrieben viel, wenn man bedenkt welche allgemeinen Schlüsse Elektronenmikroskopiker aus ihren Beobachtungen gerne ziehen! Auch das mit kleinerer Auflösung untersuchte Volumen ist nicht besonders groß; es liegt im cm3 Bereich. | |||||||||||
| PS: Zu recht heißt es: | |||||||||||
| "Die
schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche" (Robert Gernhardt) |
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| Ich war auch mal Elektronenmikroskopiker. | |||||||||||
HRTEM Bild von Stufenversetzungen
© H. Föll (MaWi 1 Skript)