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Die Darstellung der Bindungsenergie -
genauer der potentiellen Energie des Bezugsatoms - als Funktion des Abstands
von Bindungspartnern - ist, in jeder Näherung, eine außerordentlich
nützliche Graphik; im Unterkapitel
2.2.2 sind wir diesem Konzept schon begegnet. Jede solche Darstellung die
ein Minimum der potentiellen Energie besitzt, nennen wir "Potentialtopf" Der Potentialtopf zeigt -
zusammen mit seinen Ableitungen - sofort wesentliche Elemente der Bindung: |
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Die Bindungsenergie U0,
gegeben durch die Tiefe des Potentialtopfes, |
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Den Gleichgewichtsabstand
r0, definiert durch den Ort des Minimums. |
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Die Kraft F, die auf das
betrachtete Atom wirkt, wenn es einen beliebigen Abstand r vom
Partner hat; sie ist per
definitionem gegeben durch |
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Die Kraftkurve ist also die (negative) Ableitung
der Potentialkurve. Bei r0 geht sie durch Null - wie
das sein muß. |
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Die maximale Kraft
Fmax die man braucht um die Verbindung zu lösen;
gegeben durch das Maximum der Kraftkurve, d.h. durch die Bedingung |
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Dazu wollen wir eine kleine
Übungsaufgabe machen |
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Dabei kann - es gilt die
Quantentheorie - nicht jede beliebige
Schwingung auftreten, sondern nur solche die bestimmte, durch die Lösung
der entsprechenden Schrödingergleichung gegebene Energien haben
können. Die damit verbundenen Energien kann man als
Energieniveaus (die bei Atomen wegen der
großen Masse dicht benachbart sind) in den Potentialtopf einzeichnen und
der Graphik folgende Informationen entnehmen: |
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Die
Frequenz der
Schwingung; einfach aus der Masse und der durch den Potentialtopf gegebenen
Rückstellkraft. |
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Die Amplitude
der Schwingung als Differenz der beiden Extremabstände
rmax und rmin. |
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Die ungefähre
Schmelztemperatur (oder
Zersetzungstemperatur). Sie ist erreicht, wenn die thermische Energie, die ja
nichts anderes ist als die in den Schwingungen sitzende Energie, ungefähr
gleich der Bindungsenergie wird. Denn dann ist das Atom bei
rmax schon so weit vom Partner weg, daß es kaum
mehr eine Rückkehrkraft spürt. |
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Die Größenordnung der
thermischen Ausdehnung. Durch die
Asymmetrie des Potentials ist das Atom insbesondere bei großen Amplituden
im Mittel weiter vom Partner entfernt als r0 - der
Bindungsabstand wird länger; das Material dehnt sich beim Erwärmen (=
mehr Schwingungen mit hoher Energie) aus. |
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Quantitative Beziehungen zu all
diesen Größen werden in Kapitel
2.4 abgeleitet. |
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© H. Föll