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Das Kronig-Penney Modell ist der
einfachste Ansatz für ein periodisches Potential, den man machen kann. Wir
behalten das konstante Potential des freien Elektronengases bei, aber
ändern es periodisch. Das sieht dann so aus: |
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Wie immer ist a die
Gitterkonstante; die Weite b des "hohen" Potentials
sowie seinen Wert U0 können wir als freie
Parameter variieren. |
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Insbesondere
können wir U0 Þ
¥ und b Þ 0 gehen lassen, dann haben wir ein durch
Delta-Funktionen unterbrochenes konstantes Potential. |
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Was wir zu tun haben ist |
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1. Die
Schrödingergleichung in den Bereichen mit U = 0 und
U = U0 prinzipiell lösen. |
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2.Die erhaltenen Lösungen and den
Grenzbereichen bei a, a + b,
2a, ... so zusammensetzen, daß wir für die
Wellenfunktion und die erste Ableitung Stetigkeit haben. Dass diese
Randbedingungen die richtigen sind, müssen wir hier einfach hinnehmen -
aber was sollte man denn sonst nehmen? |
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Ein im Grunde einfaches Programm, vor
allem weil wir die prinzipiellen Lösung aus dem freien Elektronengasmodell
schon kennen. Allerdings ist die mathematische Durchführung unerwartet
anspruchsvoll, wir werden hier deshalb nur den generellen Weg beschreiben. |
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Dabei müssen wir einige Behauptungen
unbewiesen in den Raum stellen, und sogar einige mathematisch fragwürdige
"Abkürzungen" nehmen - sonst wird es sehr lang und
unübersichtlich. Aber keine Angst - das Kronig-Penney Modell
"stimmt" trotzdem, das haben andere hinreichend ausführlich
untersucht und gezeigt. |
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Die zu lösende eindimensionale
Schrödingergleichung lautet. |
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2
2me |
· |
d2y(x)
dx2 |
+ U(x) · y(x) |
= |
E · y(x) |
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Die Lösungen sind, wie wir vom
freien
Elektronengas her wissen, ebene Wellen; charakterisiert durch einen
Wellenvektor k. Gleichzeitig erhalten wir die
Gesamtenergie E(k). |
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In Formeln können wir in voller
Allgemeinheit hinschreiben |
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Bereiche mit
U = 0 |
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y1(k, x) = |
A · e i kx
+ B · e i
kx |
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E1 = |
2k2
2me |
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Bereiche mit
U = U0 |
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y2(Q, x) = |
C · e i Qx
+ D · e i
Qx |
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E2 = U0
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2Q2
2me |
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Um vollständig allgemein zu bleiben,
müssen wir zwei verschiedene Wellenvektoren, k und
Q, postulieren. Diese Wellenvektoren sind aber keine
Unbekannten, wir können sie im Prinzip, wie auch schon beim freien
Elektronengas, leicht ausrechnen. |
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Die Randbedingungen lassen sich
für z.B. die Stelle x = a leicht hinschreiben, wir
haben |
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| y1(k, a) |
= |
y2(k, a) |
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dy1(k, a)
dx |
= |
dy2(k, a)
dx |
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Das führt sofort auf die
Beziehungen |
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| A + B |
= |
C + D |
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| ikA ikB |
= |
QC QD |
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Damit haben wir zwei Gleichungen für die vier Unbekannten A, B,
C und D. |
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Es ist aber leicht, mehr Gleichungen zu bekommen
- wir müssen nur die Randbedingungen an all den andern
Potentialsprungstellen hinschreiben - das liefert uns dann sogar ¥ viele Gleichungen. |
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Damit haben wir aber ein Problem - wir bekommen
ein überbestimmtes Gleichungssystem, das im allgemeinen meist keine
Lösungen hat. Da wir aber ein reales
physikalisches System beschreiben, muss es Lösungen geben, und das
bedeutet, dass von unseren ¥ vielen
Gleichung genau vier unabhängig sein können und müssen. |
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In anderen Worten: Die
Periodizität des Potentials muss sich irgendwie auch als Periodizität
in den Lösungen niederschlagen, so dass man aus der Kenntnis von
y1(k,
x) auch Aussagen über y1(k, x + a)
oder y1(k, x +
17a) etc. machen kann. |
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Diese Beziehung zwischen den Lösungen regelt
das sogenannte und zu Recht berühmte
Bloch-Theorem. |
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Für unseren Fall sagt es z.B. |
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| y(k, x + a) |
= |
y(k, x)
· e i k · a |
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Das kann man jetzt noch einarbeiten
und erhält als weitere Gleichungen für die vier Koeffizienten der
Wellenfunktionen |
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A · e i ka
+ B · e i
ka |
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= |
æ
è |
C · e i Qb
+ D · e i
Qb |
ö
ø |
· e i k(a +
b) |
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æ
è |
A · e i ka
+ B · e i
ka |
ö
ø |
· ik |
= |
æ
è |
C · e i Qb
+ D · e i
Qb |
ö
ø |
· Q · e i k(a +
b) |
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OK, nun haben wir die vier
notwendigen Gleichungen. Nun viel Spass beim Lösen dieses transzendenten
Gleichungssystems! |
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Ziemlich schwierig - mit Papier und
Bleistift. Aber einen (schwierigen) Schritt kriegt man noch hin: |
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Es gibt nur dann überhaupt eine
Lösung, wenn die
Determinante der vier
Gleichungen verschwindet. Wer's schafft findet folgende, nur mit viel Mühe
zu erhaltende Gleichung |
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Q2 k2
2Qk |
· sinh(Qb) · sin(ka) +
cosh(Qb) · cos(ka) = cos[k(a +
b)] |
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Den meisten wird jetzt wohl immer
noch kein Licht aufgehen - oder? Was haben wir denn mir dieser Gleichung
gewonnen? |
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Im Prinzip Energiebänder; es ist nur nicht so ganz
einfach, das der Gleichung anzusehen. |
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Etwas einfacher wird es, wenn wir nur
den oben schon angedeuteten Extremfall
U0 Þ ¥ und b Þ 0 untersuchen, denn dann fällt so manches
weg. |
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Bei diesem Übergang achten wir
darauf, dass das Produkt U0b konstant
bleibt. |
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Insbesondere gilt dann (und das zu
zeigen ist auch nicht ganz einfach, aber auch nicht allzu schwer): |
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Q2ba
2 |
= |
a =
endliche Größe |
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| Q |
>> |
k |
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| Qb |
<< |
1 |
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| cos(ka) |
= |
a
ka |
· sin(ka) +
cos(ka) |
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Das ist zwar immer noch eine
transzendente Gleichung, die wir vielleicht analytisch lösen können,
vielleicht auch nicht, aber eine Sache
können wir relativ einfach herausfinden: |
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Die linke Seite liegt für
jeden Wert von ka zwischen
+1 und -1 - andere Werte kann der Cosinus nicht annehmen. |
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Wie ist das mit der rechten Seite?
Falls sie für irgendwelche Werte von ka größer
als +1 oder kleiner als -1 sein würde, heißt das ganz
einfach, dass in diesem Bereich keine Lösunge existieren können. |
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Das kann man nun ziemlich einfach
überprüfen: Wir plotten die rechte Seite für irgendwelche Werte
des Parameters P uns schauen mal was wir bekommen. Für
a = 3p/2 z.B. die
folgenden Kurven |
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Was sagt uns diese Bild: Dass es
für den gewählten Wert des Parameters P "verbotene" Wellenvektoren k gibt,
denn für diese k-Werte kann es keine Lösungen der Schrödigergleichung
geben. |
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Warum a = 3p/2 ein sibnnvoller
Wert ist, wollen wir hier lieber nicht betrachten; auf jeden Fall aber bestimmt
P offenkundig das Maximum bei ka = 0 und damit die
auftretenden Bereiche ohne Lösung |
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Die "verbotenen" Bereiche
liegen zwischen den grünen und blauen Linien; den dort ist die rote (und
rosa unterlegte) Funktion außerhalb des zulässigen
Wertebereichs. |
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Fast wichtiger ist aber die
nächst Aussage: Die zu den "verbotenen" Wellenvektoren
gehörende Energie ist natürlich auch verboten - wir haben
"Lücken" im Energiespektrum. In anderen Worten: Wir bekommen
Bänder. |
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Der, zugegebenermaßen etwas
ominöse Parameter a enthält die
Physik - die Eigenschaften unseres "Modellpotentials". Sein
numerische Wert bestimmt wo (im k- bzw. E-Bereich,
die Bandlücken zu finden sind. |
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Wer jetzt sehr genau hinsieht, merkt,
dass wir ein bißchen geschummelt haben: Das Bloch-Theorem bezieht ich auf
die Wellenfunktion yK(x),
die das Gesamtproblem löst. |
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Der zugehörige Wellenvektor
(oder besser gesagt, die (vektorielle)
Quantenzahl
K ist nicht notwendigerweise identisch mit dem
Wellenvektor k, der ja nur zu der Wellenfunktion
gehört, die zwischen den Potentialsprüngen vorliegt! |
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Falls aber die Potentialsprünge
unendlich dünne Deltafunktionen sind, kann die Gesamtlösung nicht
sehr verschieden sein von den Lösungen zwischen den Deltafunktionen .....
, aber jetzt hören wir auf. |
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Was man hier lernen kann sind zwei
Dinge: |
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1. Selbst vergleichsweise
einfache Probleme können in der Quantenmechanik schnell mathematisch recht
anspruchsvoll werden. |
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2. Aber was soll's: Es kommt
immer richtig heraus; im Zweifel durch Numerik. |
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Das kann man in einem
JAVA- Modul selbst
nachprüfen: Dort ist das Kronig-Penney Modell in voller Schönheit
implementiert; als freien Parameter kann man a eingeben. |
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© H. Föll