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1. Wieviel
Möglichkeiten gibt es, k = 10 unterscheidbare Socken auf N = 20
Plätze zu verteilen? Dabei darf auf jedem Platz nur ein Socken liegen! |
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Das ist noch einfach; wir müssen
nur die Zahl der Möglichkeiten "durchdeklinieren". |
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Für den ersten Socken haben wir N
= 20 Möglichkeiten. Für den zweiten Socken gibt es aber nur noch
N 1 = 19 Möglichkeiten, da der vom ersten Socken
belegte Platz nicht mehr verfügbar ist. |
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Wir haben also z.B. den 1. Socken auf
Platz 17, und den zweiten Socken auf Platz 4, also die Anordnung
(1/17), (2/4). Da die Socken unterscheidbar sind, sind die
vertauschten Anordnungen (1/4) und (2/17) verschieden und werden extra gezählt. |
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Für Socken Nr. 10 bleiben also noch N
9 = 11 Möglichkeiten. |
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Insgesamt haben wir |
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| P1 (10, 20) |
= |
20 · 19 · 18 · .... ·
11 = 6,70 · 1011 |
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Schon verblüffend, wieviel Unordnung man mit nur
10 Socken in einem kleinen Zimmer erzeugen kann! |
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Das Problem läßt sich sehr einfach
verallgemeinern: |
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| P1(k,N) |
= |
N · (N 1) · ....
· (N (k 1)) |
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= |
{N · (N 1) · .... ·
(N k + 1)} · {(N
k) · (N k 1) · ... ·
1}
{(N k) · (N
k 1) · ... · 1} |
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= |
N!
(N k)! |
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Wenn wir in den
Kombinatorik-Modul schauen, stellen wir
fest, dass das die Formel zum folgendem
formalisierten Problem ist: |
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"We must select different elements", and "Different
arrangements of the same elements
count" |
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Relativ zum Beispiel im Kombinatorik-Modul, hätten
wir die Frage auch so stellen können: "Gegeben sind die
natürlichen Zahlen 1 - 20. Wieviel Zahlen kann man durch 10
verschiedene Elemente dieser Menge
bilden? |
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Das Selektieren einer Zahl aus den gebenenen
20 entspricht dann der Platzierung eines Sockens auf einen Platz, der dann für andere nicht mehr
verfügbar ist. Der Socken trägt die herausgegriffene Zahl, ist also
von den anderen unterscheidbar. |
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Noch einfacher
gelingt die "Übersetzung" von der Sockenfrage zum
Zahlenbeispiel im Kombinatorikmodul,
wenn wir nur 3 Socken auf 10 Plätze verteilen. |
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Die im Beispiel aufgeführten
3-stelligen Zahlen sind dann "Belegungspläne". Der Zahl
153, zum Beispiel, entspricht dann je ein Socken auf Platz 1,
5, und 3. |
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Dass auch 531 oder 351 als
unterscheidbare Fälle zugelassen sind, kommt von der postulierten
Unterscheidbarkeit der Socken. |
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2. Wieviel
Möglichkeiten gibt es, k = 10 unterscheidbare Socken auf N = 20
Plätze zu verteilen? Dabei dürfen auf jedem Platz beliebig viele Socken liegen! |
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Das ist sehr einfach: |
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Für den 1. Socken gibt es 20
Möglichkeiten, für den 2. Socken auch, usw. |
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Insgesamt haben wir |
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| P(10, 20) |
= |
2010 = 210 ·
1010 = 1.024 · 1013 |
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Die Verallgemeinerung ist klar, wir
haben |
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Im Kombinatorik-Modul entspricht das dem
Fall "Identical elements, different arrangements
count" |
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Die "Übersetzung" in das Beispiel des
Kombinatorikmoduls kann man wie oben machen: |
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Den Zahlen 455, 545, 554 entsprechen dann
zwei Socken auf Platz 5 und einer auf Platz 4. Dass wir diese
drei Variationen zulassen, kommt wiederum von der Unterscheidbarikeit der
Socken. |
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3. Wieviel
Möglichkeiten gibt es, 10 "identische" Socken auf 20
Plätze zu verteilen? Dabei darf auf jedem Platz nur ein Socken liegen! |
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Für den 1. Socken haben
wir 20 Möglichkeiten. Für den 2. noch 19. |
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Allerdings sind für jede mögliche
Anordnung der beide Socken jetzt 2 Anordnungen ununterscheidbar. Falls
wir z.B. den 1. Socken auf Platz 15 legen, und den. 2
Socken auf Platz 3 ist diese Anordnung identisch oder ununterscheidbar
vom Fall 1. Socken auf Platz 3 und 2. Socken auf Platz
15. |
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Wir haben also nur (20 · 19)/2 Möglichkeiten
für die ersten beiden Socken. |
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Das müßte uns jetzt
bekannt vorkommen! Dieses Gesocks
entspricht der Grundaufgabe bei der Verteilung von Leerstellen. |
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Damit haben wir im Speziellen und im
Allgemeinen: |
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| P3(10, 20) |
= |
20 · 19 · .... · 11
1 · 2 · 3 · ..... · 10 |
= 1.84 · 105 |
| P3(k, N) |
= |
N!
(N k)! · k! |
= |
æ
è |
N
k |
ö
ø |
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Im Kombinatorik-Modul entspricht das klar dem
Fall "Identical elements, different arrangements do not
count" |
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Die "Übersetzung" in das Beispiel des
Kombinatorikmoduls läuft wie in den vorherigen
Fällen und sollte jetzt klar sein. |
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4. Wieviel
Möglichkeiten gibt es, 10 "identische" Socken auf 20
Plätze zu verteilen? Dabei dürfen auf jedem Platz beliebig viele Socken liegen! |
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Das ist die schwierigste Frage.
Offenbar haben wir den Fall "Identical elements,
different arrangements do not count" |
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Am besten startet man mit der "Übersetzung" wie
in den drei vorherigen Fällen. Dann ist klar, dass der
Identical elements, different arrangements do not
count Fall der richtige ist. |
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Die allgemeine Formel ist dann |
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| P4(k, N) |
= |
(N + k 1)!
(N 1)! · k! |
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| P4(10, 20) |
= |
29!
9! · 10! |
= 6.71 · 1018 |
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Das sind schon eine Menge Möglichkeiten! |
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5. Was erfordert weniger
Zeit: N = 10 Paar Socken = 20 Einzelsocken gleich nach der
Wäsche zu sotieren, oder zu warten bis 100 Paare
zusammenkommen? |
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Wir schaffen jetzt nicht mehr
Unordung, sondern Ordnung. Dazu gehen wir systematisch vor. Wir schauen also
nicht auf den Sockenhaufen und versuchen die passenden Socken direkt zu
erkennen, sondern: |
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Wir nehmen einen beliebigen 1. Socken und
vergleichen ihn mit allen anderen. Falls wir mit N = 10 Paaren
starten, müssen wir dazu maximal kmax1 =
2N 1 = 19 Arbeitsschritte machen. |
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Es könnte nun natürlich sein dass der
gesuchte Kollege schon beim 3. oder 17. Vergleich auftaucht, wir
also nicht alle 19 durchklappern müssen. Im Mittel müssen wir
wohl nur die Hälfte der verbliebenen Socken checken. Die Zahl der ersten
Arbeitsschritte ist im Mittel also nur k1 = (2N
1)/2 » 2N/2 = N |
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OK. Nach k1 =
(N 1)/2 Arbeitsschritten im 1. Durchgang haben wir
dann noch (2N 2) Socken übrig. |
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Wir nehmen wieder einen Socken und vergleichen
ihn mit allen anderen. In diesem 2. Durchgang müssen wir jetzt
k2 = (2N 3)/2 Arbeitsschritte
machen. |
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Das Bildungsgsgesetz ist klar: |
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Im i-ten Durchgang sind
ki = (2N (i + 1))/2 Arbeitschritte
nötig. |
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In jedem Durchgang werden 2 Socken
entfernt, insgesamt brauchen wir also N Durchgänge |
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Die Gesamtzahl der Arbeitschritte
K(N) ist damit |
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| K(N) |
= |
i = N
S
i = 1 |
ki |
= |
1
2 |
· |
i = N
S
i = 1 |
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2N i 1 |
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Kann man die Summe vereinfachen? Man
kann! Für N = 10 oder = 100, haben wir z.B. |
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| K(10) |
= |
½{(20 2) + (20 3) + .... +(20
11) } |
= |
½{18 + 17 + ... + 9} |
= 67,5 |
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| K(100) |
= |
½{(200 2) + ... + (200
101)} |
= |
½{198 + 197 + ... + 99} |
= ? |
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Nach kurzem Nachdenken kommt man
darauf, dass die gesuchte Summe in einer graphischen Darstellung schlicht die
entsprechende Fläche unter der Winkelhalbierenden zwischen den gegebenen
Grenzen ist. |
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Das erledigen wir mit einem Integral; wir haben
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| K(N) |
= |
½ · |
x = 2N 2
ó
õ
x = N 1 |
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x · dx |
= |
¼ · x2 |
ç
ç
|
2N 2
N 1 |
= ¼(2N 2)2
¼(N 1)2 |
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| |
= |
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3N2/4
N/2 + 3/4 |
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Wie ist das nun mit den Zeiten? |
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Vergleichen wir einfach den Aufwand a
· N Socken zu sortieren mit dem Aufwand a mal
N Socken zu sortieren; das ist natürlich einfach a
· K(N) |
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Für das Aufwandsverhältnis
K(a·N)/a · K(N) = A haben
wir |
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| A |
= |
K(aN)
a · K(N) |
= |
3a2N2/4
aN/2 + 3/4
3aN2/4 aN/2
+ 3a/4 |
= |
3a2N2
2aN + 3
3aN2 2aN +
3a |
» a |
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Dabei unterstellen wir, dass die quadratischen
Terme den Bruch dominieren. |
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Damit haben wir eine wesentliche
haushaltstechnische Erkenntnis gewonnen: 100 Paar Socken zu sortiern
dauert etwa 10 mal länger als 10 mal 10 Paar
durchzugehen! |
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Oder, um es zu verallgemeinern: Ordnung wieder
herzustellen wird quadratisch schwieriger, je länger man die Unordnung
wachsen läßt. |
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© H. Föll