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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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STELLUNGNAHME DES WISSENSCHAFTSRATES ZUM 26. RAHMENPLAN
 

 

Aus den Stellungnahmen des Wissenschaftsrates


<Titelblatt>

Wissenschaftsrat
Empfehlungen
zum 26. Rahmenplan

für den Hochschulbau
1997 - 2000

Band 5, Teil 6
Investitionen für die Hochschulen in
Schleswig-Holstein

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III.4. Hochschulregion Kiel

Universität Kiel

Mit den Anmeldungen zum 26. Rahmenplan legt das Land im März 1996 einen ausführlichen Bericht über den Stand des Aufbaus der Technischen Fakultät mit den Studiengängen Elektrotechnik, Informatik und Materialwissenschaft vor, der insbesondere ein Konzept zum Standort der Technischen Fakultät beinhaltet. Das Land hebt lobend hervor, daß die Technische Fakultät sich in den vier Jahren ihres Bestehens zu einem leistungsfähigen und innovativen Teil der Universität entwickelt habe. Die hohen Erwartungen seien in erfreulichem Umfang erfüllt worden. Zum Stand der Stellenetatisierung und der Berufungen wird ausgeführt, daß bislang von 294 geplanten Stellen 177 Stellen zur Verfügung stehen. Von den derzeit 33 Professorenstellen sind 26 neu geschaffen (14 C4 und 12 C3). Fünf Stellen dnvon wurden durch Umwidmung aus dem Bestand der Universität gewonnen. Für 1996 sind nach Angaben des Landes 12 Mitarbeiterstellen neu geschaffen worden. Ende 1996 werden somit von den geplanten 294 Stellen 189 zur Verfügung stehen. Von den 14 C4-Professuren konnten zwischenzeitlich 11 besetzt werden. Ein Berufungsverfahren steht kurz vor dem Abschluß, zwei weitere Professuren sind derzeit mit Gastprofessoren besetzt und sollen in Kürze ausgeschrieben werden. Die Zeit bis 1998 soll der Konsolidierung des bisherigen Stellenbestandes, dem Ausbau der Infrastruktur sowie dem weiteren Ausbau der Labore und damit auch der Erfüllunq der Berufungszusagen dienen. Dazu werden mindestens 20 Stellen (davon eine C4-Professur) benötigt.

Die laufenden Haushaltsmittel der Fakultät sind von 8,9 Millionen OM im Jahr 1993 auf 15,5 Millionen DM im Jahr 1995 angestiegen. Der Gesamtansatz beträgt 1996 (inkl. der Personalmittel) etwa 23 Millionen DM. Seit 1991 wurden Drittmittel ln Höhe von 11,9 Millionen DM eingeworben.

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Die Technische Fakultät hat ein Jahr früher als ursprünglich geplant, alle Ingenieur-Studiengänge begonnen. Die Studiengänge "Elektrotechnik" und "Materialwissenschaft" sind voll etabliert; für den Studiengang "Ingenienrinformatik" ist dies für 1996/97 geplant. Im Wintersemester 1995/96 haben sich insgesamt 151 Studierende der Technischen Fakultät neu eingeschrieben (Diplominformatik: 73, Ingenieurinformatik: 33, Elektrotechnik: 29, Materia1wissenschaft: 22). Die Gesamtzahl der Studierenden beträgt 772 (lnformatik: 525, Ingenieurinformatik: 51, Elektrotechnik: 142, Materialwissenschaft: 48). Anfängerzahlen und Bestand bei den Ingenieur-Studiengängen bleiben allerdings nach Aussage des Landes deutlich hinter den Erwartungen zurück. Verglichen mit der bundesweiten Entwicklung der Studierendenzahlen in Ingenieurstudiengängen sei die Lage an der Technischen Fakultät jedoch eher positiv zu bewerten.

Die Technische Fakultät hat zur Zeit drei Kooperationsschwerunkte. Dazu zählt die schon bei der Gründung angelegte Kooperation mit dem Fraunhofer-lnstitut für Silizium Technologie in Itzehoe. Im Fach Materialwissenschaft ist die Kooperation mit dem Forschungszentrum GKSS Geesthacht hervorzuheben, die in erster Linie der Abrundung der Lehre dient. Die intensive Zusammenarbeit mit dem Mathematischen Seminar der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät hat zur gemeinsamen Entwicklung des neuen Studiengangs "Technomathematik" geführt der im Wintersemester 1996/97 beginnen soll. Dafür wurden zwei Professoren plus Mitarbeiter der Technischen Fakultät aus dem Institut für Informatik und Praktische Mathematik ausgegliedert und ins Mathematische Seminar übernommen. Dabei kommt die Empfehlung zum Tragen, die der Wissenschaftsrat im Rahmen seiner Stellungnahme zur Errichtung Ingenieurwissenschaftlicher Fakultäten an den Universitäten Freiburg und Kiel sowie technisch-orientierter Studiengänge an der Universität Mannheim und der Medizinischen Universität zu

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Lübeck ausgesprochen hat.1) Auch mit anderen Fakultäten und Institutionen der Universität haben sich aktive Kontakte und Kooperationen etabliert (insbesondere im Bereich der Physik und Mineralogie).

Das Land ist sich bewußt, daß die Technische Fakultät mittlerweile einen Entwicklungsstand erreicht hat, der den Übergang von einem vorläufigen zum endgültigen Unterbringungskonzept notwendig macht. Die bisherige Planung nach den Empfehlungen des Wissenschaftsrates2) sieht die Verlagerung der Technischen Fakultät auf den Campus sowie die Errichtung von Neubauten vor, deren reine Baukosten sich auf etwa 90 Millionen DM belaufen werden. Nach Aussage des Landes ist aufgrund der angespannten Finanzlage des Landes und des Bundes aber auch bedingt durch die Notwendigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit der Technischen Fakultät bei der Einwerbung von Nachwuchswissenschaftlern zu verbessern, eine Revision des bisherigen Unterbringungskonzeptes erforderlich. Dabei seien strukturelle Nachteile gegen Einsparungen und konzeptionelle Vorteile abzuwägen. Die Technische Fakultät verteilt sich zur Zeit provisorisch auf die drei Standorte Universitätscampus (Teile der Informatik, Praktische Mathematik), Preusserstraße (lnformatik) und Kiel-Gaarden (Elektrotechnik, Materialwissenschaft). Das neue Standortkonzept wird dadurch ermöglicht,

daß durch die Verlagerung der Fachhochschule Kiel an das Ostufer nutzbare Flächen in fußläufiger Entfernung zum Campus verfügbar werden. Dadurch kann die Technische Fakultät mit erheblich geringeren Kosten an zwei Standorten konzentriert werden. Die Bereiche Elektrotechnik und Materialwissenschaft sollen geschlossen auf dem Hell-Gelände in Kiel-Gaarden verbleiben. Die Informatik soll nach dem Wegzug der Fachhochschule vom Standort Legienstraße dort als Einheit geschlossen

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untergebracht werden. Dadurch ließen sich nach Angaben des Landes Kosten von mindestens 62,1 Millionen DM einsparen. Hinzu kommen Einsparungen durch den Wegfall der Miete für die Preusserstraße. Das Land ist sich bewußt, daß die Unterbringung an zwei Standorten Nachteile mit sich bringt, auf die der Wissenschaftsrat bereits hingewiesen hat. Durch gezielte Gegenmaßnahmen soll diesen Nachteilen entgegengewirkt werden. Dabei ist insbesondere die Verzahnung des Standortes Gaarden mit dem Campus bzw. der Legienstraße anzugehen. Beim Studienverlauf ist geplant, daß die notwendigen Lehrveranstaltungen bis zum Vordiplom fast ausschließlich auf dem Campus stattfinden sollen. Dazu ist auf dem Campus ein Hörsaal-Zentrum geplant, das insbesondere die Bedürfnisse der Technischen Fakultät abdecken soll. Nach dem Vordiplom konzentriert die Fakultät die Lehrveranstaltungen auf Gaarden bzw. auf die Legienstraße. Die an diesen Standorten notwendige Infrastruktur ist in der Planung vorgesehen bzw. bereits vorhanden. Durch diese Maßnahmen ist sowohl der Pendelverkehr auf ein Minimum reduziert, als auch die Integration der Studierenden in das Campusleben so gut wie möglich sichergestellt. Das Land macht deutlich, daß mit dem neuen Standortkonzept kein neuerliches Provisorium entstehen soll. Dennoch sollen auf dem Campus Flächen für die Technische Fakultät freigehalten werden, da das Land an einem langfristigen Umzug festhält.

Das Land meldet für die Hochschule ein Vorhaben mit Kosten von 10,5 Millionen DM neu an:

- Nr. 6248, Herrichtung des Gebäudes 24 für die Technische Fakultät in Kiel-Gaarden (10,5 Mio DM, 1.700 m2, 1996-1998)

In dem Gebäude 24 sollen für die Studiengänge Elektrotechnik und Materialwissenschaft das Zentrale Analytiklabor, die Rechnerbetriebsgruppe, die Haustechnik sowie diverse Büround Laborräume für die Lehrstuhleinheiten "Leistungselektronik und Elektrische Antriebe", "Vermittlungstechnik", "Pro-

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benpräparation", "Funktionsmaterialien" und "Photonik" untergebracht werden. - Der Wissenschaftsrat empfiehlt das Vorhaben zur Aufnahme in den Rahmenplan (Kategorie I).

Für zwei Vorhaben, die vom Planungsausschuß aus finanzpolitischen Gründen in Kategorie IIa zurückgestuft worden sind, beantragt das Land die Höherstufung:

- Nr. 2178, Neubau einer Universitätsbfbliothek (108,0 Mio DM, 18.154 m2, 1995-1998)

Die Arbeitsgruppe Bibliotheken hat sich mit der gemeinsamen Magazinplanung im Rahmen des Norddeutschen Bibliothekverbundes beschäftigt1) und in diesem Zusammenhang das Konzept der Universitätsbibliothek zustimmend zur Kenntnis genommen. Zur Standortplanung hatte der Wissenschaftsrat ausgeführt, daß die Nutzung der Bibliothek durch die räumliche Trennung zwischen dem Campusgelände am Westufer und dem Hell-Gelände am Ostufer der Kieler Förde, wo die Technische Fakultät angesiedelt ist, erschwert sei. bei seiner Empfehlung ging der Wissenschaftsrat von der Voraussetzung aus, daß

  • die Übergangszeit zur endgültigen Unterbringung der Bereiche der Technischen Fakultät einen Zeitraum von 7-8 Jahren nicht überschreitet
  • die Fachbibliothek auf dem Hell-Gelände nach Beendigung der Übergangszeit in den Neubau integriert werden müsse. Die notwendigen Flächen hierfür müßten vorgehalten werden.
  • Nr. 2225, Neuardnung der Wärmeversorgung (6,6 Mio DM, 1997-2001)

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Der Wissenschaftsrat empfiehlt die Vorhaben Nrn. 2178 und 2225 entsprechend den Empfehlungen zum 24. Rahmenplan (Bd, 5, S. SH 21f.) erneut zur Aufnahme in den Rahmenplan (Kategorie I).

Für zwei grundsätzlich in den Rahmenplan aufgenommene Vorhaben meldet das Land die Höherstufung, verbunden mit einer Kostenerhöhung, an:

  • Nr. 5201, Asbestentsorgung und Brandschutzmaßnahmen im Biologiezentrum (Kostenerhöhung um 2,6 auf 5,6 Mio DM,
  • Nr. 3224, Zentrales Zwischenlager für Sonderabfälle (Kostenerhöhung um 0,3 auf 2,8 Mio DM, Flächenminderung um 25 auf 225 m2, 1997-1999)

Der Wissenschaftsrat empfiehlt die Vorhaben Nrn. 5201 und 3224 mit den gänderten Daten zur Aufnahme in den Rahmenplan (Kategorie I).

Für zwei grundsätzlich in den Rahmenplan aufgenommene Vorhaben meldet das Land eine Verschiebung der Bauzeiten um mehrere Jahre an

  • Nr. 5185, Ausbau des Versuchsgutes Hohenschulen/Achterwehr (3,0 Mio DM, 850 m2, 2000-2002)
  • Nr. 5203, Versuchsbetrieb Karkendamm, Neubau eines Versuchsstalles (2,5 Mio DM, 545 m2, 2000-2002)

Angesichts des späten Baubeginns empfiehlt der Wissenschaftsrat die Vorhaben Nrn. 5185 und 5203 nicht zur Aufnahme in den Rahmenplan (Kategorie III).


Fußnoten der Seite - SH 25 -

1) Wissenschaftsrat, Empfehlungen und Stellungnahmen 1993, Köln 1994, 5. 189ff.

2) Wissenschaftsrat, Empfehlungen und Stellungnahmen 1993, Köln 1994, S. 189ff.

Fußnote der Seite- SH 27 -

1) Wissenschaftsrat: Stellungnahme zum Neubau der Universitätsbibliothek Kiel, in: ders.: Empfehlungen und Stellungnahmen 1994, Bd. I, Köln 1994, S. 287ff.


(Aus der entsprechenden Stellungnahme des Wissenschaftsrates entnommen, 19.8.98)